Karotz – Roboter-Gadget mit App Store für Mac und iOS

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Ein Hase, der macht, was Du sagst? Ganz so ist es noch nicht, doch das Leben mit Karotz, dem Internet-Hasen der dritten Nabaztag-Generation ist ganz witzig – und zeigt, was zukünftig möglich wird. Der Plastik-Hase schießt Fotos, filmt, spricht, twittert, mailt, macht Musik und schwenkt die Ohren.

Karotz – Roboter-Gadget mit App Store für Mac und iOS

Es muss ja nicht gleich so kommen wie in der SF-Serie Battlestar Galactica, dass Roboter die Menschen vernichten wollen. Doch das Ur-Drama der Science Fiction, die Angst vor der Ohnmacht gegenüber der Technologie, ist immer dabei, wenn es um Roboter geht. Ein Zeichen, dass das erfolgreichste Betriebssystem für mobile Kleingeräte Android heißt?

Egal, noch machen Roboter Spaß, bauen Autos und sortieren Plastikteile, ersetzen lästige Arbeiten. Doch für unseren Alltag ist wenig dabei: Rasenmäher-Roboter kosten noch viel Geld, Staubsauger-Roboter sind laut und saugen schlecht und Siri kann nur Apple-Server-gesteuerte Witze erzählen. Aber jetzt ist endlich Weihnachten, die Zeit der Spielzeuge und der weißen Hasen. Einen solchen haben wir getestet: Karotz, seines Zeichens die dritte Generation des berühmt-berüchtigten Internet-Hasen Nabaztag.

Vorläufer Nabaztag

Kennt Ihr nicht, Nabaztag? Das ist armenisch für Hase. Er war der erste eines so genannten “smarten“ Gadgets in Form eines stilisierten Langohrs, ein würdiger Vertreter im “Internet der Dinge“. Entworfen wurde er von Rafi Haladjian, ein Franko-Libanon-Armenier, der 1978 nach Frankreich kam und dort 1994 den ersten Internet-Provider des Landes gründete. Nach dem Verkauf des mittlerweile zu FranceNet gewordenen Unternehmens 2001 an British Telecom gründete er Violet, die den ersten Hasen produzierten. Das Design stammt von Christophe Rebours, der eine Art französischer Jonathan Ive der Alltagsgestaltung ist. Deswegen ist Karotz auch heute noch so niedlich und neutral zugleich.

2009 musste das lila Hasenland schließen, der gerade begonnen Krise wegen. Doch Nabaztag hatte schon viele Bewunderer und Freunde, die den weisen Hasen mit Netzanschluss nicht fallen lassen wollten. Einer von ihnen, Thierry Benssoussan, französicher Mastermind von Spielehersteller Mindscape, übernahm Violet und nannte die zweite, intelligentere Version Karotz. Mindscape veröffentlichte 2011 seinen Gen-Code als OpenSource. Allerdings wurden die zentralen Server zur Steuerung der Nabaztag-Modelle am 1. August abgeschaltet. Dafür bekommen Nabaztag-Besitzer einen neuen Karotz schon für 79 Euro.

Karotz bei Aldebaran

Seit Oktober 2011 ist Violet nun im Besitz von Aldebaran Robotics. Kennt Ihr bestimmt. Das sind die, die den ebenso berühmten zweibeinigen Spielzeugroboter Nao entwickelten, 2007. Klar, kennt Ihr, denn Nao ist der Nachfolger des Aibo, des Roboterhundes von Sony, erstmals 1999 für 2500 Euro erhältlich. Hatte Steve Jobs nicht auch so einen? Jedenfalls schläferte Sony Aibos Entwicklung 2006 ein, obwohl sich die verschiedenen Versionen des Artificial Intelligence RObot gut verkauften. Nao ist also seit 2007 der Standard des RoboCup, des Roboterfußballs, einem Härtetest für Mensch und Maschine, schließlich will man im Jahr 2050 gegen menschliche Fußballer gewinnen.

Karotz als kleiner Karnickel-Bruder von Nao bei Aldebaran, das ist eine gute Homebase, ein prima Hasenbau sozusagen, für die weitere Entwicklung. Und tatsächlich, Karotz kommt in dem mit 13 Millionen US-Dollar Risikokapital von Intel Capital ausgestatteten Roboterunternehmen in Form. Der Netzhase lernt immer mehr Fähigkeiten, zahlreiche Apps erscheinen für ihn im eigenen App-Store – offenbar nehmen ihn die Franzosen als Türöffner ernst.

Denn 2012 soll auch der erste Nao für den Hausgebrauch erscheinen. Schon jetzt können Entwickler und Universitäten ihn für etwa 10000 Euro auf Anfrage erwerben. Der neue Nao soll noch wesentlich besser ausgestattet sein, wie das Video zeigt und wird wahrscheinlich zum Preis eines Kleinwagens auf den Markt kommen.

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