Darum ist Clash Royale mein League of Legends für unterwegs

Kristin Knillmann
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Clash Royale ist mein League of Legends für unterwegs
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Ruhe auf den billigen Plätzen. Ich weiß doch selbst, dass man Clash Royale nicht wirklich mit League of Legends vergleichen kann. Und trotzdem haben die beiden Spiele eine gewisse Ähnlichkeit – was womöglich auch der Grund dafür ist, dass ich LoL-Suchti meine Finger seit einer Woche nicht mehr von meinem Smartphone lassen kann.

Für möglich gehalten hätte ich das eigentlich nicht. Clash Royale ist schließlich ein Mehrspieler-Game auf Free-2-Play-Basis – eine Kombination, die mich so sehr anmacht wie schlecht geputzte Zähne. Da mache ich dann auch nur wenige Ausnahmen, wie… naja, für League of Legends halt.

Und aktuell offenbar auch für Clash Royale, das ich mir nur heruntergeladen habe, weil ich auf Twitter spitzgekriegt habe, dass einige Mitarbeiter von Riot Games, also dem Entwickler von League of Legends, voll drauf abfahren. Muss ja dann was dran sein, ne?

Den Grund für die Begeisterung hatte ich auch schnell gefunden: Clash Royale fühlt sich ein bisschen nach einem LoL-Ersatz für unterwegs an. Es nutzt zwar nicht die exakt gleichen Spielmechaniken, fragt aber durchaus ähnlich strategische Gedanken in meinem Kopf ab, die mir ein vergleichbares Gefühl vermitteln wie eine Runde des populären MOBAs.

Lasst mich konkreter werden:

Bei League of Legends wähle ich mir einen Champion aus, der bestenfalls mein Gegenüber auf der Lane countert. Dann spiele ich möglichst wesentlich schlauer als mein Gegner, baue schneller die besseren Items und reiße nach einem erfolgreichen Push seinen wertvollen Tower ein, um der Basis einen Schritt näher zu kommen. Klar, das ist jetzt natürlich sehr stark runtergebrochen auf die Dinge, die im frühen Spiel und in meinem Teil der Karte passieren. Aber es spiegelt schon ganz gut einen essentiellen Teil von LoL wieder: Das Tower-Pushen und -Verteidigen.

Und das ist auch genau das, was in Clash Royale die größte Rolle spielt. Auf unterschiedlichen Karten spiele ich meine verfügbaren Figuren aus, um mit möglichst wenig Ressourcen auf den zwei Lanes ein bis drei Türme des Gegners zu zerstören. Meine Ressource ist das lila-farbene Elixir am unteren Bildschirmrand, das ich benötige, um Figuren auf die Karte zu setzen, die für mich pushen oder verteidigen – oder bestenfalls beides.

Hier ist das countern der Helden und Strategien genauso wichtig wie bei LoL. Ich baller mir deswegen vor Spielbeginn aus meinen freigeschalteten Karten ein Deck zusammen, das zu meinem Spielstil passt und möglichst variabel ist: Tank, Fernkämpfer, Nahkämpfer, Area-of-Effect-Schaden – je abgerundeter, umso besser meine Chancen auf den Sieg in einer 1-4-minütigen Runde.

Mein kleiner Drache macht z.B. weitflächigen Schaden und zerlegt gegnerische Armeen wesentlich schneller als der Prinz. Der macht zwar viel Schaden an einem Turm oder Gebäude, erledigt Gegner aber nur im recht langsamen Duell und ist bei riesigen Horden total aufgeschmissen.

Als Ziel setze ich mir auf jeden Fall, einen guten “Trade” hinzulegen, also für das Verteidigen oder Pushen weniger Elixir zu benötigen als mein Gegner. Wenn ich das schaffe, gewinne ich Kronen, mit mehr Kronen das Match und mit dem Match neue Trophäen, die meine virtuelle Messlatte in die Höhe schießen und hoffentlich alle Mitglieder meines Clans “Team K” vor Neid erstarren lassen.

Was bei LoL Challenger ist, ist bei Clash Royale halt ein Hab und Gut von über 3.000 Trophäen. Und das erreicht man ja bekanntlich nur mit ganz viel Training. Umso besser, dass Royale dafür eine eingebaute Funktion hat: Im fünften Tab, dem TV Royale, schaue ich mir regelmäßig professionelle Matches an. Das ist fast ein bisschen so, als wenn ich Abends vor dem Fernseher die League Championship Series schaue – um mitzufiebern, und um zu lernen.

Diese Mischung aus Spiel und TV ist das ideale Rezept für eine schnell ansteigende Popularität, die nicht zufällig an LoL und seinen E-Sport-Aufstieg der letzten Jahre erinnert. Clash Royale wird inzwischen ebenfalls als elektronischer Sport übertragen – und schaffte kürzlich über 54.000 Zuschauer für ein Turnier, bei dem nur 400 Dollar Ingame-Währung für neue Figurenpakete ausgeschrieben waren. Mit Geld hat das nix mehr zu tun, das klappt nur, weil das Spiel sau-unterhaltsam ist und in einen ähnlichen Bann zieht wie sein Quasi-großer-Bruder.

Wirklich: Ihr erwischt mich selten dabei, wie ich nach einer Spielrunde noch Reddit, Foren und YouTube nach Strategien durchsuche. Bei League of Legends und Clash Royale ist das anders; hier hilft jeder noch so winzige Tipp bei der richtigen Positionierung, dem richtigen Mindset und der besten Taktik.

Also danke, Clash Royale. Du bist Schuld, dass ich dieses geniale Gefühl jetzt nicht mehr nur noch von Zuhause erleben kann sondern auch in meiner Mittagspause, in der Bahn oder heimlich zwischen diesem und dem nächsten GIGA-Text.

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