Clips: Apples Social-Video-App für iPhone und iPad

Beschreibung

Mit „Clips“ hat Apple heute seine neue „Social-Video-App“ kostenlos als Universal-App für iPhone und iPad veröffentlicht.

ist ein Video-Editor, mit dem sich auf iPhone und iPad in nur wenigen Schritten effektvolle Videos für soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, Snapchat, Twitter etc. und Messenger erstellen lassen. Die App bringt zahlreiche Echtzeit-Videofilter, Text-Einblendungen und kostenlos nutzbare Musikstücke mit, die sich nach belieben kombinieren lassen und einfügen lassen.

Fünf Video-Bausteine

Die App bietet im Grunde fünf Video-Bausteine mit jeweils mehreren Optionen und Effekten, die sich je nach Wunsch kombinieren lassen.

Der erste Baustein sind die sogenannten Echtzeit-Titel. Clips integriert die Diktierfunktion von iOS. Dadurch muss man den gewünschten Text nicht zwingend eintippen, sondern kann ihn auch einfach einsprechen. Diese Diktierfunktion erkennt auch den Sprachrhythmus und fügt das jeweilige Wort dann dementsprechend an die jeweilige Stelle im Video ein, sofern gewünscht. Außerdem erkennt die Diktierfunktion Namen von Personen. Erwähnt man also beispielsweise eine Jennifer, werden alle Kontakte im Adressbuch namens Jennifer beim schlussendlichen Teilen des fertiggestellten Videos automatisch als mögliche Empfänger vorgeschlagen, was das Verschicken sehr beschleunigt und vereinfacht.

Das zweite Feature sind die Echtzeit-Videofilter, die entfernt an jene in iMovie oder Apples Photobooth-App erinnern, aber deutlich funkier sind. Alle Filter werden in Echtzeit dargestellt und können somit auch während des Bearbeitens in der Vorschau begutachtet werden.

Das dritte Feature sind jede Menge Sticker (Pfeile, Sprechblasen, Pictogramme, etc.), die man an die gewünschten Stellen im Video einfügen kann. Natürlich sind auch Emojis integriert. Duh.

Der vierte Baustein sind animierte Übergänge. Damit lassen sich Videos strukturieren und inhaltlich unterteilen.

Zu guter Letzt: Soundtracks. Ein gutes Video braucht Musik. Daher hat Apple mehrere Soundtracks direkt in Clips integriert, die frei verwendet werden können. Die Auswahl ist zwar nicht sooo groß, aber man kann auch eigene Songs aus der eigenen Musik-Sammlung in ein Video integrieren. In letzterem Fall muss man natürlich selbst die Nutzungsrechte abklären.

Projekte

In Clips kann man mehrere Video-Projekte parallel anlegen. Fotos und Videos können aus der Fotos-App importiert oder direkt in der App aufgezeichnet werden.

Am unteren Bildschirmrand werden die einzelnen Videoschnipsel (Clips) chronologisch aufgelistet. Die Reihenfolge lässt sich natürlich ändern, auch kann man einzelne Clips ganz einfach entfernen oder nachträglich bearbeiten.

Clips kann nur quadratisch. Natürlich können Hochkant- oder Querformat-Videos importiert und der Ausschnitt frei festgelegt werden, Clips-Projekte selbst sind aber quadratisch und können nur als quadratische Videos exportiert werden.

Interessanterweise unterstützt Clips keine Live-Fotos. Man kann zwar ein Live-Foto importieren wie jedes andere Foto und Bild auch, doch die Animation (die durch ein angehängtes .MOV-Video realisiert wird) ignoriert die App. Clips behandelt ein Live-Foto also wie ein reguläres Foto. ES SEI DENN natürlich man wandelt das gewünschte Live-Foto mittels * in ein Mov um.

Die Maximallänge eines Clips-Projektes beträgt 60 Minuten. Die Synchronisation von Projekten über die iCloud zu anderen iOS-Geräten ist (noch) nicht möglich. Das jeweilige Clips-Projekt ist also (vorerst) nur auf dem iOS-Gerät verfügbar, auf dem es angelegt wurde. Vielleicht reicht Apple einen iCloud-Sync noch nach, damit man unterwegs auf einem iPhone ein Projekt starten und es dann zuhause auf einem iPad gemütlich auf der Couch vollenden kann.

Hat man sein Video-Projekt vollendet, kann man es als fertiges Video in die Fotos-App exportieren oder direkt aus Clips heraus mit jeder App teilen, die etwas mit Videos anfangen kann – also auch (fast) jedem Messenger.

Die Videos haben übrigens eine Auflösung von 1080 x 1080 Pixel, eine Bildrate von 30 FPS und sind im H.264-Format. Hier mein Beispielvideo:

Clips ist KEIN Soziales Netzwerk

Clips ist kein Snapchat-Konkurrent, und auch kein Ping-Nachfolger. Clips ist eine reine Video-App, mit der sich Videos für ANDERE Soziale Netzwerke erstellen lassen. Und das ist durchaus bemerkenswert.

Viele Social-Apps ermöglichen es effektvolle Videos und Foto-Slideshows zu erstellen, sperren diese Inhalte aber in sich selbst ein und erlauben keinen Export in konkurrierende Social-Apps.

Mit Clips bleibt man Herr über seine eigenen Videos und kann sie mit jeder App und jedem Sozialen Netzwerk teilen.

Erster Eindruck

Clips macht sehr viel Spaß, hat aber noch ein paar kleine Problemchen, Ecken und Kanten. Nichts Gravierendes. Für eine Version 1.0 nicht weiter tragisch.

So kann man bei etwaigen Transkriptionsfehlern zwar nachträglich manuell den diktierten Text bearbeiten, aber dessen Pausen und den Einblendungsintervall nicht ändern. Jedenfalls konnte ich nicht herausfinden wie. Die Benutzeroberfläche und Bedienung kann auf den ersten Blick etwas verwirren. Wer sich aber in Snapchat zurechtfindet, tut das auch in Clips.

Sobald man geschnallt hat, dass alles, was in dem Vorschaufenster zu sehen ist, so auch als Clip unten in die Zeitleiste gespeichert wird, während man den Aufnahme-Button gedrückt hält (also auch wenn man während einer Aufnahme ein Foto oder Panoramafoto verschiebt oder vergrößert), hat man im Nullkommanichts – und mit Spaß – ein sehenswertes Videochen erstellt, dem man gleich noch eine weiteres folgen lassen will. Und wenn Apple mit ein paar Updates noch etwas an der Performance-Schraube dreht, wird Clips sicherlich auch in der einen oder anderen Social-Media-Redaktion zum Einsatz kommen.

Clips
Entwickler:
Preis: Free

Apropos Workflow: Mit dieser App, die Apple kürzlich übernommen hat, kann man unter anderem Videos in GIFs verwandeln, GIFS in Videos, Live-Fotos in Videos und vieles mehr – was man wiederum dann in Clips importieren kann.

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