FriendCaster: Wozu die Facebook-App Berechtigung zum Lesen von Mails braucht

Frank Ritter
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Die App FriendCaster erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit bei Android-Nutzern, die eine Alternative zu der bei Weitem nicht perfekten offiziellen Facebook-App suchen. Einige Nutzer stören sich aber an der nötigen App-Berechtigung, die eigenen Google-Mails zu lesen. Wir sind dem Ganzen auf den Grund gegangen.

FriendCaster: Wozu die Facebook-App Berechtigung zum Lesen von Mails braucht

Einer der Vorteile von Android ist, dass man stets einsehen kann, auf welche Daten und Hardware-Komponenten die App zugreifen darf. Bei einer Foto-App ist zum Beispiel klar, dass sie auf die Kamera zugreifen möchte. Eine Social Network-App, die mögliche Kontakte auf Basis der E-Mail-Adressen findet, braucht natürlich Zugriff auf das Android-Telefonbuch und so weiter. Wenn eine App obskure Rechte benötigt, zum Beispiel eine Käsekästchen-App, die Anrufe tätigen möchte, kann man den Installationsvorgang rechtzeitig abbrechen.

Die gestern kurz von uns vorgestellte App FriendCaster hat eine dieser ominösen Berechtigungen: Sie will auf das Google Mail-Konto zugreifen und dort E-Mails lesen dürfen. Es handelt sich aber mitnichten um einen Versuch, persönliche E-Mails der Nutzer zu lesen. Wir haben die Macher von Friendcaster mit der Frage konfrontiert und flugs eine Antwort erhalten (Übersetzung von uns).

Es geht nichts Schädliches in Bezug auf die Google Mail-Berechtigung vor sich. Der Grund, warum wir die Berechtigung verlangen und wozu wir sie gebrauchen ist folgender:

Facebook unterstützt Benachrichtigungen und Nachrichten für Drittanbieter-Apps nur rudimentär. Um Nutzer zu benachrichtigen, können wir entweder bei Facebook direkt “anfragen” oder aber im Google Mail-Postfach des Nutzers nachschauen, ob dort neue Nachrichten von Facebook eingetroffen sind. Bei Facebook anzufragen verbraucht mehr Akkuleistung als das Postfach zu durchsuchen.

Standardmäßig greifen wir nicht auf das Google Mail-Postfach zu. Falls man diese Funktion nutzen will, muss man die Option unter “Einstellungen” -> “Einstellungen für Benachrichtigungen” -> “Aktualisierungstyp” -> “Google Mail (experimentell)” aktivieren. Wir stehlen keine Informationen aus euren Mails. Unsere Intention war, einen zuverlässigeren Weg zur Verfügung zu stellen, Facebook-Benachrichtigungen zu erhalten, da Facebook Dritthersteller-Apps bei ihrer API stiefmütterlich behandelt.

Hier die Mail im Original-Wortlaut:

friendcaster

Wie man also sieht, ist es nicht so, wie man zunächst denken mag. Dieser Fall zeigt, dass es auch für “merkwürdige” App-Berechtigungen oft eine simple Erklärung gibt (siehe auch die Kontakte-auslesen-Berechtigung bei Cut the Rope).

Er zeigt überdies auf, dass die Benutzer von Android-Apps durchaus sicherheitsbewusst sind. Das sollten App-Entwickler bedenken und auf ihren Webseiten erklären, welche Berechtigung wofür notwendig ist. Noch besser wäre freilich, wenn Google in den Android Market eine Funktion implementieren könnte, über die App-Entwickler jede einzelne Berechtigung in eigenen Worten erläutern könnten. Missverständnisse dieser Art könnten dann der Vergangenheit angehören.

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