Facebook-Kundendienst: Nur Fake? Das steckt dahinter

Selim Baykara

Seit einiger Zeit sorgt auf Facebook ein sogenannter Kundendienst für Aufregung unter Nutzern des sozialen Netzwerks. Nutzer, die sich auf Seiten von Unternehmen beschweren oder etwas melden, erhalten teils merkwürdige Rückmeldungen. Handelt es sich dabei um einen schlechten Scherz, einen Fake oder steckt noch mehr hinter dem Kundendienst auf Facebook? Wir klären auf.

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Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet

Inzwischen sind neben „normalen Leuten“ auch zahlreiche Firmen, Marken und bekannte Unternehmen, z.B. Media Markt, Adidas, Ritter Sport und viele mehr auf Facebook vertreten. Für die Nutzer ist das recht praktisch, da sie direkt per Social Media Kontakt aufnehmen und mit dem Unternehmen kommunizieren können. Dass dabei nicht alles immer glatt geht, zeigt der sogenannte Kundendienst, der in der letzten Zeit zahlreiche Nutzer des sozialen Netzwerks verwirrt und teilweise zur Weißglut treibt.

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Facebook: Kundendienst beantwortet Fragen

Der sogenannte Kundendienst hat nichts mit Facebook selbst zu tun und ist auch kein echter Service des betreffenden Unternehmens. Es handelt sich dabei um eine Facebook-Seite, die einfach Kundendienst heißt und speziell dafür ins Leben gerufen wurde, Nutzeranfragen an bestimmte Unternehmen zu beantworten. Postet ein Nutzer beispielsweise eine Frage auf der Facebook-Seite des Unternehmens, schaltet sich der „Kundendienst“ dazwischen und beantwortet die Frage. Da die Facebook-Seite einfach Kundendienst heißt, sieht es dann so aus, als hätte das Unternehmen geantwortet. Das ist natürlich nicht der Fall.

Kundendienst auf Facebook ist Fake

Bei dem Kundendienst auf Facebook handelt es sich also um einen waschechten Fake. Das kann man auch schon daran erkennen, dass die Antworten oft scherzhaft ausfallen und so formuliert sind, wie sie garantiert kein echter Kundendienst schreiben würde. Die Antworten des Kundendiensts beginnen zudem immer mit dem Gruß „Guten Tag“ und enden mit der Standardformel „Ich hoffe, ich konnte ihnen weiterhelfen.“

Sinn des Ganzen ist Satire – der Kundendienst will eigenen Angaben zufolge „nervigen Anfragen und sinnlosen Beschwerden mit einem Augenzwinkern entgegentreten“. Auf der Homepage des Projekts heißt es dazu:

Kennen Sie das? Die Warteschlange an der Kasse ist länger als gesetzlich vorgeschrieben, der Obdachlose in der Innenstadt erbettelt steuerfrei Geld und das Internet funktioniert auch nicht? Haben Sie zufällig Jura studiert? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Servicewüste Deutschland mal so richtig aufzuräumen. Wo das am besten geht? Natürlich auf Facebook! Unzufriedene Menschen gibt es dort wie Sand am Meer.

In Kombination mit den Kommentaren der Nutzer, die das nicht wissen und glauben, dass der Kundendienst echt ist, kann das Ergebnis manchmal ziemlich witzig ausfallen – auch wenn es natürlich ein bisschen fies ist, die Leute auf diese Art und Weise zu veräppeln. Inzwischen ist sogar ein eigenes .

Das steckt hinter der Facebook-Seite Kundendienst

Urheber der Satire-Seite sind einige Studenten aus Nordrhein-Westfalen. In einem Interview erläuterte Tobias Engelberg vor einiger Zeit die Gründe, die ihn dazu bewegten, die Seite ins Leben zu rufen. Zum einen gebe es sehr viele Unternehmen, die ihre Kunden nicht wirklich ernst nähmen. Zum anderen würden sich gerade im Social-Media-Bereich viele Nutzer extrem unangemessen äußern – mit dem Kundendienst wolle man das auf die Schippe nehmen. Dennoch gibt Engelberg zu, dass er erschrocken sei, wie viele Leute auf die Fake-Posts hereinfallen würden – generell halte man sich deshalb von ersten Anfragen fern, die z.B. an Banken, Behörden oder Ämter gestellt würden.

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