NAVVIS: Navigation in Gebäuden dank visueller Daten

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Wer sich einmal in einem großen Flughafen wie in Frankfurt, in Messehallen oder in einem Amtsgebäude aufgehalten hat, wird sich evtl. eine hilfreiche und effektive Form der Navigation gewünscht haben. Bisher gab es außer gedruckten Karten keine besonders brauchbare Alternative, aber das könnte sich mit NAVVIS  bald ändern.

NAVVIS: Navigation in Gebäuden dank visueller Daten

Auf den Straßen ist die Orientierung heutzutage dank Google Maps und anderen Diensten denkbar einfach. Während früher noch riesige Karten entfaltet werden mussten, die nie wieder zusammengepackt werden konnten, reicht heute ein Klick auf das Smartphone, um die eigene Position und den besten Weg zum geplanten Ziel mittels GPS zu bestimmen. Sobald man sich aber in Gebäuden aufhält, sieht die Sache etwas anders aus, weil das GPS dort nicht mehr problemlos, wenn überhaupt, funktioniert. Zuweilen kann es dann vorkommen, dass man sich wie in Asterix‘ „Haus, das verrückt macht“ oder in einem Gemälde Eschers fühlt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Doch wenn der Lehrstuhl für Medientechnik an der TU München sein derzeitiges Forschungsprojekt salonfähig machen kann, könnte sich diese „Orientierungslosigkeit“ bald ändern. Denn dort wird an dem System namens NAVVIS gearbeitet, das ohne GPS auskommt und stattdessen visuelle Daten dazu nutzt. Wie funktioniert das?

NAVVIS

Für die Kartierung von Räumen mit Hilfe von NAVVIS werden diese Räume zunächst abfotografiert, besondere Stellen wie etwa Treppen und Beschilderungen werden dabei markiert. Nutzer können diese Informationen dann mit ihrem Smartphone und der entsprechenden App abrufen. Um den eigenen Standort zu bestimmen, muss der Nutzer nur ein Foto seines Standortes machen, das von der App dann mit der Datenbank abgeglichen wird und so bei der Ortung hilft. Und zwar auf den Meter genau. Aber mehr noch als das man bestimmen kann, wo man gerade ist, hilft einem dieses System dann natürlich auch dabei, dorthin zu kommen, wo man hin möchte. Mittels Pfeilen wird der Weg zum ausgewählten Ziel virtuell auf dem Smartphone wiedergegeben.

Getestet wird das Ganze derzeit an der TU München, natürlich ist das nur einer von zahlreichen möglichen Einsatzorte für NAVVIS. Zusätzlich sind natürlich auch erweiterte Funktionen wie etwa Augmented Reality-Anwendungen oder auch virtuelle Rundgänge denkbar.

Kritik

Ein erster Kritikpunkt wäre vielleicht, das sich öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel ein Flughafen etc. auch immer wieder verändern und die Ortsbestimmung dann nicht mehr funktionieren würde. Aber auch hier weiß NAVVIS zu helfen, denn nicht nur werden die Fotos der Nutzer, die sich von NAVVIS Hilfe holen, für deren Navigation genutzt, sondern auch dazu, um die vorhanden Datenbank zu aktualisieren und veraltete Daten zu überschreiben. Ein System, dass sich dank der Nutzer also auf dem aktuellen Stand hält.

Die Zeiten, sich in riesigen öffentlichen Gebäuden zu Verlaufen könnten sich also langsam aber sicher ihrem Ende zuneigen. Ich muss sagen, dass mir der Gedanke wirklich sehr gut gefällt. Und Euch?

Quelle: TU München via Mobile Geeks

 

 

 

 

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