Entwickler sehen Android weiterhin an zweiter Stelle

Andreas Voetz
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Der Android Bereich wird von App- und Spiele-Entwicklern immer noch an zweiter Stelle hinter dem Apple App Store gesehen. Dies ist auch nicht wenig verwunderlich, leidet Android doch im Allgemeinen unter der starken Fragmentierung der Versionen und den vielen unterschiedlichen Hardware-Anforderungen.

Entwickler sehen Android weiterhin an zweiter Stelle

So schön es auch ist, dass Android eine offene Plattform ist und quasi jeder Apps in den Play Store hochladen kann, so schwierig macht es auch die Situation. Der Play Store ist geradezu überflutet mit Apps von Hobbyentwicklern, die mal eben eine App gebastelt haben. Diese werden natürlich von potentiellen Neunutzern wahrgenommen und schrecken sie ab, von der Schwierigkeit schöne und nutzvolle Apps in dem Wust zu finden mal ganz abgesehen.

Fragmentierung = Innovationsbremse?

Dieses sehen auch die professionellen Entwickler und stoßen so ganz nebenbei an ganz andere Grenzen: Im Gegensatz zu Apple, wo sie ihre Apps für einige wenige Geräte anpassen müssen, gilt es bei Android auf die unterschiedlichen Betriebssystem Versionen zu achten und vor allem auf die vielen unterschiedlichen Display- Auflösungen und Größen. Von 3,2 bis 10,1 Zoll ist alles dabei und das auch noch in verschiedenen Formfaktoren (4:3, 16:9, 16:10, usw.).

Ein Profi entwickelt Apps nicht zum Vergnügen oder aus Geltungsbewusstsein. Nein, er möchte mit seiner App auch Geld verdienen und seinen Lebensunterhalt bestreiten. Hier kommen wir zum nächsten Problem: Android Nutzer geben weniger Geld im Play Store aus, als Apple Nutzer im . Das mag unter anderem daran liegen, dass der App Store grundsätzlich mehr kostenpflichtige Apps gelistet hat, es liegt aber auch daran, dass Apple dafür sorgt, das man unkompliziert bezahlen kann.

Erst langsam entwickelt sich der Play Store in eine ähnliche Richtung. Neben der üblichen Kreditkarte, bieten inzwischen auch T-Mobile, Vodafone und O2 die Bezahlung per Handyrechnung an. Um dahin zu kommen hat es aber über drei Jahre gebraucht. Diese verlorene Zeit muss nun aufgeholt werden, was nicht ganz so einfach werden wird.

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Was kann Google tun?

Um den Play Store und vor allem das System Android für professionelle Entwickler attraktiver zu machen, bleibt Google eigentlich nichts anderes übrig als

  1. Einen Hardware Standard zu definieren, der die Fragmentierung bezüglich Prozessoren, Displays und Speicherplatz auf ein Minimum reduziert
  2. Die Hersteller dazu anzuhalten Updates des Betriebssystems auch auf ältere Modelle zu erweitern, damit die Fragmentierung in den Versionen stark reduziert wird

Mit Ice Cream Sandwich hat Google schon einen ersten Schritt getan, indem sie die Kluft wieder geschlossen haben, die sie mit Gingerbread für Mobiltelefone und Honeycomb für Tablets gerissen haben. Allerdings begegnen wir hier wieder dem Problem mit der Update Faulheit der Hersteller, die lieber auf neue Modelle setzen und “alte”, die teilweise nicht mal ein Jahr alt sind, links liegen lassen. Noch immer hat ICS nur einen Anteil von 7,1 % am Gesamten Android Kuchen. Gingerbread bringt es immerhin auf 65 %, die restlichen 27,9 % teilen Android 1.5, 1.6, 2.1, 2.2 und 3.1 unter sich auf. Das ist viel zu wenig, um von den Entwicklern wirklich ernst genommen zu werden. Dies ist einer der Gründe, der Android irgendwann einmal mal unattraktiv bei den Nutzern machen könnte. Hierbei geht es mir nicht um diejenigen, die auf jedes Update lechzend warten, sondern um die, die zu einem späteren Zeitpunkt mal feststellen müssen, das ihr Gerät eine bestimmte App nicht unterstützt weil ihre Firmware zu alt ist und dann diesen Umstand auf das gesamte Betriebssystem beziehen.

Ob Google jemals einen Einfluss auf die Hersteller nehmen kann, wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich will man dieses auch gar nicht und misst sich lediglich an den Aktivierungszahlen, die pro Tag inzwischen ja die 900.000er Marke durchbrochen haben. Eine recht kurzsichtige Sichtweise und auf lange Sicht auch gefährlich. Meiner Meinung nach! Auch werden sich die Hersteller kaum reinreden lassen. Auch ihr Ziel ist die Gewinnmaximierung und die erreicht man nunmal nur mit Neuverkäufen und nicht mit dem Support am Kunden. Ein Zustand, der die Nutzer inzwischen immer häufiger den Hersteller wechseln lässt. immer in der Hoffnung endlich an einem zu geraten, der in dem Kunden nicht nur eine Brieftasche sieht.

Wie komme ich überhaupt darauf diese Zeilen zu schreiben? Nun, Flurry Analytics, ein U.S. Unternehmen, welches sich auf die Analyse des mobilen Marktes spezialisiert hat, hat eine Untersuchung dahingehend durchgeführt, in wie weit Android und Apple sich den Markt der Entwickler teilen.

In diesem Fall dreht es sich um neue Projekte, die von professionellen Firmen gestartet werden. Wie man sehr schön sehen kann, ist der Apple Anteil beinahe gleichbleibend bei ¾ des Marktes, trotz ICS, immer mehr Android Aktivierungen und steigendem Marktanteil. Dieses lässt für mich nur den Schluss zu, dass die Ursache nicht in der Anzahl der verfügbaren Geräte und damit potentieller App-Kunden liegt, sondern im System selbst. Es wird interessant zu sehen sein, ob sich das Blatt irgendwann in nächster Zeit mal wendet. Jedoch sehe ich da beinahe schwarz. Je mehr Entwickler sich von Android abwenden, desto uninteressanter wird es für die Kunden werden. Am Ende fristet es noch ein Nischendasein wie Meego oder Windows Phone 7.

Sicherlich eine gewagte These und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das mehr Entwickler hochqualitative Apps für Android entwickeln. Rockstar Games macht mit Max Payne 3 vor, wie es gehen kann, doch fehlen hauptsächlich Anwendungen im Play Store und da besteht Nachbesserungsbedarf.

Inspiration: Winfuture.de

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