Google Play Store: Schädliche Apps werden zukünftig maschinell aussortiert

Johann Philipp

Der Google Play Store soll sicherer werden. Immer wieder gibt es Meldungen über Apps, die Malware und andere Schadsoftware enthalten. Google will jetzt zum als sicherer geltenden Apple Pendant aufholen und setzt deshalb auf maschinelles Lernen, um Apps miteinander zu vergleichen.

Google Play Store: Schädliche Apps werden zukünftig maschinell aussortiert

Der größte Vorteil von Android ist zugleich seine größte Schwäche. Durch die Offenheit des Betriebssystems können Nutzer ihre Apps aus unterschiedlichen Quellen beziehen. Im Gegensatz zum Konkurrenten Apple werden die Apps dann aber auch nicht von Menschen auf Schadsoftware überprüfen. Seit 2012 gibt es mit „Bouncer“ zwar einen Prüfalgorithmus, doch Google möchte weiter nachbessern.

Google Play Store: Peer Group sucht nach Malware

Um im Play Store nach Schadsoftware zu suchen, setzt Google auf das sogenannte „Peer grouping“. Die Methode ist einfach erklärt: Google vergleicht Apps, die ähnliche Aufgaben ausführen miteinander und stellt fest, wo Unterschiede bestehen. Ein Beispiel: Es werden 20 Taschenrechner-Apps in einer Gruppe verglichen. Die meisten unterscheiden sich nicht groß, doch eine App verlangt nach dem Zugriff auf das Mikrofon, den Standort und die Kontakte. Andere Apps in der Gruppe fragen danach nicht. Das System kennzeichnet und meldet die Software dann an einen „Security Engineer“, der sich das Programm näher anschaut und dann gegebenenfalls löscht.

Top 10: Die aktuell beliebtesten Android-Apps in Deutschland

Maschinelles Lernen gruppiert automatisch

Mit maschinellem Lernen können tausende Apps gleichzeitig untersucht und in Gruppen eingeordnet werden. Dazu stellt Google Kategorien bereit und sortiert zusätzlich nach Metadaten, Statistiken und Beschreibungen. Für jede App wird eine neue Peer Group erstellt, in der dann nach Schadsoftware gesucht wird.

Nur 0,05 Prozent haben Malware installiert

Auch wenn es immer mal wieder Meldungen über Viren und Malware auf Android Smartphones gibt, sind die Zahlen von solchen Apps, die aus dem offiziellen Play Store geladen werden gering. Nur 0,05 Prozent der Nutzer hatten im Jahr 2016 schädliche Software auf ihrem Smartphone. Ein Jahr zuvor waren es noch 0,15 Prozent.

Absolute Sicherheit kann auch die neue Technik nicht bieten, doch zumindest geht Google im offiziellen Play Store schärfer gegen schädliche Apps vor.

Quelle: Google Security BlogThe Verge

Weitere Themen: Sicherheit, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Google

Neue Artikel von GIGA ANDROID