Google Play Store: Sperre für gerootete Smartphones

Rafael Thiel
4

Offenbar war Netflix nur der Anfang: Mithilfe einer neuen Funktion im Play Store können alle Entwickler ihre Apps für gerootete Geräte blockieren. Auch entsperrte Bootloader und installierte Custom-ROMs sind potenzielle Ausschlusskriterien. Bislang ist außer Netflix aber noch kein prominenter Anbieter aufgesprungen.

1.495
Neues zu Android O und Android Go auf der Google-I/O-2017-Keynote

Der Safety-Net-Status eines Geräts entscheidet künftig darüber, ob dieses eine App installieren darf oder nicht. Dieses Feature baute Google jüngst in den Play Store ein. Auf diese Weise soll zwar Datenklau und Missbrauch vorgebeugt werden, jedoch schließt die Maßnahme auch zahlreiche Nutzer ohne Grund aus.

Root, Bootloader oder Custom-ROM: Safety-Net sagt „unsicher“

Bei Safety-Net handelt es sich um ein API, also Programmierschnittstelle, die es ermöglicht, gewisse Zustände des Android-Geräts abzufragen. Das Ganze wurde über die Play Dienste auf allen Smartphones und Tablets nachgerüstet. So sind etwa Root-Rechte, ein entsperrter Bootloader oder eine installierte Custom-ROM potenzielle Ausschlusskriterien für Safety-Net. Alle Geräte, die eben genannte Merkmale aufweisen, können unter Umständen also nicht auf das gesamte Sortiment im Play Store zugreifen.

Natürlich liegt das im Ermessen der zuständigen Entwickler, die selbst entscheiden können, nach welchen Kriterien sie den Zugriff auf die eigenen Inhalte einschränken. Im Fall von Netflix ist der Entschluss, gerootete oder anderweitig manipulierte Geräte nicht zu unterstützen, der am Wochenende die Runde machte, sogar nachvollziehbar, da somit Raubkopien vorgebeugt wird. Dennoch hat weiterhin Bestand: Zahlreiche Nutzer werden somit ausgeschlossen, ohne zwangsläufig etwas Falsches getan zu haben – Root-Rechte und dergleichen dienen meistens ja nur dazu, kleinere Komfort- oder Performance-Anpassungen an Android vorzunehmen.

Die besten Apps für Smartphone und Tablet (Android, iPhone, iPad)

Apps sind nicht installierbar, aber weiterhin funktional

Wie bei Netflix, sieht auch die neue Play-Store-Regelung erstmal nicht vor, dass die Apps damit auf potenziell unsicheren Geräten nicht lauffähig sind. Nur die Installation über den Play Store wird verweigert, über andere Quellen bezogene APK-Dateien sollten problemlos funktionieren – vorerst, denn andere Sicherheitskonzepte in Android, wie etwa Widevine, haben das Potenzial dazu, auch das zu unterbinden.

Umfrage wird geladen
Umfrage: Wie wichtig sind Root-Rechte noch?
Ist euer aktuelles Smartphone gerootet?

Zunächst gilt aber auch abzuwarten, wie Entwickler die neue Funktion aufnehmen. Momentan können Nutzer weiterhin Netflix auf ihrem gerooteten Gerät nutzen. Bislang ist auch noch keine weitere prominente App für gerootete Geräte gesperrt worden.

Doch selbst wenn, wie viele gerootete Geräte gibt es wohl noch? Mittlerweile sind die Interfaces der meisten Hersteller an einem Punkt angekommen, der sich pragmatisch als „brauchbar“ bezeichnen ließe. Darum interessiert uns, wie viele unserer Leser ihr Smartphone rooten. Die Ergebnisse der Umfrage werden wir in etwa einer Woche veröffentlichen.

Quelle: Android Developers via Golem

Weitere Themen: AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games

Neue Artikel von GIGA ANDROID