Fake Apps erkennen: So schützt ihr euch vor Betrügern

Selim Baykara

Fake Apps sind inzwischen zu einem echten Problem geworden: Die oft täuschend echt aussehenden Fälschungen geben sich als offizielle Apps bekannter Anbieter aus und zocken Endverbraucher auf verschiedene Arten ab. Allerdings könnt ihr euch davor schützen – wir zeigen euch, wie ihr Fake Apps sicher erkennen könnt und sie erst gar nicht auf euer iPhone oder Android-Smartphone herunterladet.

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Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet

Apps erobern immer mehr Bereiche des Alltags: Freunde treffen, Dating, Fitness, Ausgehen – für all das und noch viel mehr gibt es inzwischen die passende Anwendung, die man sich aus den App-Stores von Apple oder Google auf sein Smartphone herunterladen kann. Das ruft natürlich auch Betrüger auf den Plan: Mit gefälschten Apps wollen sie die Kunden dazu verleiten, eine vermeintlich echte App herunterzuladen und dafür Geld zu zahlen. Manchmal steckt aber noch weit mehr hinter den Fake Apps.

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Fake-Apps: Was ist das?

Fake Apps sind nachgebaute Anwendungen, die auf den ersten Blick wie die echte App von einem offiziellen Anbieter aussehen, in Wirklichkeit aber Fälschungen sind. Fake Apps sind oft Imitate von bekannten und populären Anwendungen, z.B. den Office-Apps von Microsoft, der Facebook-App oder Instant Messengern wie WhatsApp.

Teilweise versprechen die Fake-Apps auch bekannte und beliebte Anwendungen mit zusätzlichen Features zu erweitern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Fake-App WhatsApp Gold. Angeblich handelt es sich dabei um eine offiziell lizensierte Premium-Version des beliebten Messengers WhatsApp mit vielen zusätzlichen Funktionen, die beim “normalen” WhatsApp fehlen. Tatsächlich lädt man sich mit der App aber eine gefährliche Schadsoftware herunter, die Daten klaut und den Nutzer ausspioniert.

So funktioniert der Betrug mit gefakten Apps

Fake Apps werden mit verschiedenen Zielsetzungen programmiert und in Umlauf gebracht. Manchmal geht es einfach darum, den Nutzer dazu zu bewegen, Geld für die gefälschte App zu bezahlen. In anderen Fällen wollen die Betrüger an die Daten der Kunden kommen. Manchmal werden Fake-Apps auch dazu verwendet, Schadsoftware, sogenannte Malware, auf das Smartphone zu schleusen.

  • Im ersten Fall funktioniert der Betrug recht simpel: Der Nutzer bezahlt mit seinem Geld für die vermeintlich echte App und bekommt stattdessen eine billige Kopie, die in vielen Fällen nicht mal richtig funktioniert.
  • Mit Fake-Apps können die Betrüger darüber hinaus aber auch an die Daten der Nutzer gelangen. Viele Apps erfordern, dass man sich mit seiner E-Mail-Adresse oder den Facebook-Zugangsdaten anmeldet – diese Daten werden bei gefälschten Anwendungen an die Online-Kriminellen übermittelt.
  • Besonders gefährlich ist das bei Online-Banking-Apps und Anwendungen, um finanzielle Transaktionen abzuwickeln. Hier können die Betrüger leicht an sensible Informationen, z.B. die Kontodaten, kommen.
  • Häufig werden auch die Zugriffsberechtigungen missbraucht: Viele (echte) Apps verlangen die Berechtigung, dass sie auf bestimmte Teile des Smartphones oder auch andere installierte Anwendungen zugreifen dürfen und das gilt auch für die gefälschten Gegenstücke.
  • Eine Fake-App kann dadurch den Zugriff auf weite Teile des Smartphones bekommen, ohne dass der Nutzer etwas davon erfährt.
  • Außerdem wird häufig Schadsoftware in die vermeintlich echte App eingeschleust. Anstelle eines funktionierenden Programms lädt man sich dann beispielsweise einen Virus oder Trojaner auf das Smartphone herunter.

Die obigen Betrugsmethoden lassen sich natürlich beliebig kombinieren. Eine Fake-App kann also sowohl Geld kosten, die Nutzerdaten abgreifen als auch noch einen Virus enthalten. Genau das ist auch bei vielen dieser Programme der Fall – die Betrüger schlagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Genau deshalb solltet ihr euch auch mit den Tipps aus dem nächsten Absatz vor Fake-Apps schützen.

Fake Apps erkennen: Mit diesen Tipps schützt ihr euch

Betrüger leben von der Unachtsamkeit ihrer Opfer. Das gilt für das echte Leben und trifft auch für die Online-Welt zu. Die meisten Fake-Apps werden installiert, weil die Nutzer nicht genau hinschauen und sich etwas herunterladen, ohne vorher genau gecheckt zu haben, um was es sich dabei handelt. Daher solltet ihr unbedingt die folgenden Regeln befolgen:

  • Achtet auf den Namen der App: Wenn sich die Schreibweise auch nur ein wenig von unterscheidet (z.B. WhatApp statt WhatsApp) oder die Bezeichnung “unofficial” oder “free” angehängt wird, könnte es sich hierbei um eine Fake-App handeln. Passt zudem auf, wer die App entwickelt hat und ob es sich dabei wirklich um den offiziellen Hersteller handelt.
  • Checkt das Logo: Betrüger bauen die Logos von bekannten Unternehmen wie Facebook oft nach – dabei können kleine Fehler unterlaufen. Entdeckt ihr beispielsweise eine ungewöhnliche Farbgebung oder ein verändertes Muster, spricht das ebenfalls für eine Fälschung.
  • Schaut euch die Bewertungen an: Apps, die auffällig viele positive Bewertungen bekommen, sollten euch verdächtig vorkommen – vor allem, wenn es sich dabei ausschließlich um 5-Sterne-Likes handelt. Negative Rezensionen können natürlich ebenfalls Hinweise darauf liefern, dass etwas nicht stimmt.
  • Lest euch am besten die Bewertungen durch und schaut, was die Nutzer wirklich schreiben: Damit kommt ihr dem Betrug oft am besten auf die Schliche.
  • Prüft die Berechtigungen: Generell sollte eine App immer nur die Berechtigung einfordern, die Sinn macht – eine Fitness-App, die Zugriff auf den Instant-Messenger will, sollte euch also stutzig machen. Leider fordern auch bekannte Anbieter zunehmend Berechtigungen, die eigentlich nicht nötig sind. Für den Nutzer wird es also immer schwieriger zu unterscheiden, was denn eigentlich sinnvoll ist. Lest dazu unser Special Android-Berechtigungen: App-Rechte einzeln erklärt & blockieren.
  • Schaut euch die Download-Zahlen an: Wenn möglich solltet ihr im Store überprüfen, wie viele andere Nutzer sich ebenfalls die App heruntergeladen haben. Wenn diese besonders niedrig ausfallen, kann das ebenfalls ein Indiz für eine gefälschte App sein, vor allem, wenn es sich um ein populäres oder beliebtes Programm handelt, bei dem man ein großes Publikum erwartet.
  • Nutzt die offiziellen App-Stores: Generell solltet ihr offiziellen App-Stores nutzen und auf alternative App-Stores nur in Ausnahmen zugreifen. Betrüger schaffen es zwar immer wieder, Fake-Apps auch im Google Play Store und Co. zu platzieren – wenn ihr die obigen Tipps befolgt, seid ihr hier aber auf der sicheren Seite.

Fake-App schon installiert: Das solltet ihr machen

Falls ihr euch doch eine Fake-App installiert habt, müsst ihr nicht gleich in Panik ausbrechen. Stattdessen empfiehlt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahren und zügig die folgenden Schritte durchzuführen:

  • Deinstalliert zunächst die App von eurem Smartphone.
  • Falls ihr Geld bezahlt habt, solltet ihr den Kauf stornieren und dann die App zurückgeben.
  • Wenn ihr auf der sicheren Seite  sein wollt, setzt ihr euer Smartphone vollständig zurück.
  • Das gilt vor allem, wenn ihr den Verdacht habt, dass die App Malware installiert hat oder eure Kontakte ausspioniert:  In diesem Fall bleiben die Schädlinge auch nach der Deinstallation auf dem Smartphone – hier hilft nur ein vollständiges Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.
  • Außerdem solltet ihr euch überlegen, ein Schutzprogramm für euer Smartphone zu installieren: Sicherheits-Apps für Android: Schutz für das Smartphone und Tablet.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Fake-Apps aus? Habt ihr euch schon mal aus Versehen ein Imitat einer App heruntergeladen? Und wie habt ihr darauf reagiert? Wie könnte man sich noch vor Fake-Apps schützen? Schreibt uns in den Kommentaren!

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