Die hässlichsten Homescreens für das Android-Smartphone [Glosse]

Mikiya Heise
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Ein Vorteil von Android ist ja bekanntlich, dass ein jeder über Launcher, Widgets, Icons und sonstige kleinen Gadgets seine individuelle Persönlichkeit auf den Homescreen bringen kann. Das Smartphone wird so zu einem Ausweis eures Geschmacks – im Guten wie im Schlechten. Denn manchmal schlägt dieser vermeintliche Vorteil um und wird zu einem handfesten Nachteil. Wir zeigen euch eine Auswahl der wohl hässlichsten Homescreens – zum Fremdschämen und Schlapplachen.

Die hässlichsten Homescreens für das Android-Smartphone [Glosse]

Der naheliegende Klassiker ist natürlich die Wiedergeburt der guten alten Fototapete, wahlweise mit Sonnenuntergang oder schnellem Auto.

Während links der Akkustandsanzeiger noch einigermaßen stilecht als Dame im knappen Bikini gehalten ist, wird die schöne Südsee-Stimmung durch die digitale Uhr brutal und ohne Gnade zerhauen. Nicht die einzige Wolke, die den gottesfürchtig erstrahlten Himmel trübt. Rechts hingegen bilden nicht nur Blech und Rost einen ausdrucksstarken Kontrast zu Alu-Felgen und Hochglanzpolierung, auch der erbitterte Kampf zwischen Buchstaben, Zahlen und Symbolen kennt nur Verlierer.

“Wer hat, der hat – und der soll es auch zeigen” mögen sich die stolzen Besitzer der folgenden Homescreens gedacht haben:

Mehr geht wirklich nicht auf einen Homescreen. Die ohne Bedacht ausgewählten Hintergrundbilder links und rechts unterstreichen den schieren Informations-Overkill: Neben der brennend-vernebelten Sonne, die sich links unter der digitalen Uhr formschön und redundant zur analogen Uhr drängt, ist dem schwarzen Androiden rechts die Wettervorhersage so sehr zu Kopf gestiegen, dass von einem leichten Silberblick zu sprechen, sicherlich untertrieben wäre. Zum Glück ist bald der Akku leer. Dagegen nimmt sich die konzentrierte Bullaugen-Optik in der Mitte ja beinahe übersichtlich aus.

Richtig, Freunde des Minimalismus, weniger ist oft mehr. Aber aufgepasst, zu wenig ist einfach nur arm und dann irgendwann einfach nix mehr.

Während das kubistische Manifest links die Aufgabe des dreidimensionalen Raumes zugunsten von methodisch angeordneten Klopapierfetzen proklamiert, wird die gähnende Langeweile rechts durch eine in diesem Zusammenhang beinahe hippie-esk anmutende Sonne nur noch unterstrichen. Eigentlich müsste es auf diesem Homescreen ständig aus trüben Wolken regnen.

Manche Kunstwerke entfalten ihre Wirkung aber erst bei genauerer Betrachtung. Was unseren beiden letzten Homescreens an Komplexität und Tiefe fehlt, machen sie über den in ihnen festgehalten Wahnsinn locker wieder wett.

Die existentielle Frage “Games” oder “Debbie” treibt mir Angstschweiß auf die Stirn – nein, die Antwort auf diese Frage möchte ich niemals, wirklich niemals erfahren. Der Wahnsinn rechts hingegen raubt mir die Sinne. Da helfen weder rote noch blaue Pille, sondern nur noch Farbenblindheit oder das Herunterfahren der gesamten Matrix.

Weitere Homescreen-Knüller findet ihr auf Fugly Android – Arguments for a Closed System.

Was sind eure “Do’s and Don’t” bei der Erstellung eines Homescreens? Was sind Beispiele für ein gelungenes Design und wo beginnt für euch der Übergang in die geschmacksfreie Zone? Wir sind gespannt …

Screenshots: Fugly Android

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