Streit über E-Book-Preisabsprachen: Apple sieht sich im Recht

Florian Matthey
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Apple hat sich erstmals zur Klage des US-Justizministeriums gegen das Unternehmen und einige Verlage wegen mutmaßlich wettbewerbswidriger Preisabsprachen für E-Books geäußert. Apple glaubt nicht, mit seinem “Agenturmodell” dem Wettbewerb zu schaden – das Gegenteil sei der Fall.

Streit über E-Book-Preisabsprachen: Apple sieht sich im Recht

In einer Stellungnahme gegenüber All Things D erklärte der Apple-Sprecher Tom Neumayr, dass die Anschuldigungen des US-Justizministeriums “einfach nicht wahr” seien. Der Start des iBookstore im Jahr 2010 habe Innovationen und den Wettbewerb gefördert, da er Amazons “monopolistischen Griff” der Branche gebrochen habe. Genauso, wie Entwickler ihre Preise im App Store festlegen, könnten sie dies nun auch im iBookstore tun.

Das Agenturmodell erlaubt es Verlagen, vorab einen Preis für einzelne Titel festzulegen, wobei Apple 30 Prozent des Umsatzes einbehält. Tatsächlich sieht die Praxis im App Store nicht anders aus. Zuvor war es bei Amazon – der bis dahin wichtigste Anbieter für kostenpflichtige E-Books – üblich, dass der Verkäufer (also Amazon) über den eigentlichen Preis entscheidet.

Experten glauben laut CNet, dass das Ministerium zumindest gegen Apple in dem Rechtsstreit keine guten Chancen hat. Zwar verweist das Ministerium in der Klageschrift auf zwei Treffen zwischen Verlagen, bei denen sie Preisabsprachen getroffen haben sollen. An keinen dieser Treffen habe jedoch Apple teilgenommen.

Auch sei fraglich, ob die Preisabsprachen – wenn sie stattgefunden haben – tatsächlich wettbewerbswidrig gewesen seien. Einige Experten verweisen darauf, dass der Oberste Gerichtshof der USA in der Vergangenheit entschieden habe, dass ein gewisses Maß an Preisabsprachen zulässig sei. Das Festlegen eines Mindestverkaufspreises sei beispielsweise nicht rechtswidrig.

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