Streit um E-Book-Preisabsprachen: Was für und gegen Apple spricht

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Eines der größten Apple-Gerichtsverfahren in diesen Tagen ist das des US-Justizministeriums gegen Apple und einige Verlage wegen mutmaßlicher E-Book-Preisabsprachen. Ein Medienberater verweist darauf, das Apple doch einfach nur sein übliches Geschäftsmodell verfolgt. Er übersieht aber ein wichtiges Detail.

Streit um E-Book-Preisabsprachen: Was für und gegen Apple spricht

Der Medien-Manager und -Berater Gordon Crovitz beschreibt in einem Artikel für das Wall Street Journal (via Mac Rumors), warum Apple bei E-Books im iBookstore das so genannte “Agenturmodell” verfolgt: Es handle sich dabei einfach um das Modell, auf das Apple für alle Inhalte setzt, die das Unternehmen als kostenpflichtige Downloads anbietet.

Apple erlaube es Buchverlegern genauso wie Zeitungsverlagen und Entwicklern, einen Preis für die Online-Ausgabe ihrer Bücher, ihrer Zeitungen oder für ihre Apps für den Endbenutzer festzulegen. Für das Angebot im App Store, im Newsstand oder im iBookstore behält Apple jeweils 30 Prozent des Umsatzes ein. Apples Vizepräsident für Internet-Software und -Dienstleistungen habe Crovitz erklärt, dass Apple Zeitungen und Zeitschriften einfach nicht anders behandeln “könne” als beispielsweise *.

Crovitz glaubt angesichts dessen nicht, dass es Apple gerade darauf abgesehen habe, den Verlegern kartellwidrige Preisabsprachen zu ermöglichen oder gar an diesen mitzuwirken. Überhaupt habe Apples Einstieg in den E-Book-Markt diesem eher zu mehr Offenheit verholfen: Der Marktanteil von Amazon habe sich von 90 auf 60 Prozent verringert, auch gebe es größere Variationen bei Preisen für einzelne E-Books. Amazon hatte ursprünglich die meisten Titel für einen Einheitspreis verkauft – der Kindle-Hersteller hatte eben nicht das Agenturmodell, sondern ein Geschäftsmodell gewählt, nachdem er den Preis für seine Kunden selbst festlegen konnte.

Blogger wie Chris Martucci verweisen allerdings darauf, dass sich Apples Verträge mit den Verlegern in einem weiteren, entscheidenden Punkt von den früheren Amazon-Verträgen unterscheiden: Apple hat eine “Meistbegünstigungsklausel” in die Verträge aufgenommen, der zufolge die Verleger ihre Titel außerhalb des iBookstore nicht günstiger anbieten dürfen. Eben das könnte den Verlegern eine in der Breite wirksame Preisabsprache ermöglicht haben.

Allerdings scheint sich das US-Justizministerium nicht mit der Möglichkeit zufrieden zu geben, dass Apple und die Verleger diese Klausel aufheben: Das Ministerium hatte sich mit einigen Verlegern bereits außergerichtlich geeinigt und in diesen Fällen weitere Schritte weg vom Agenturmodell gefordert. Apple sieht sich hingegen im Recht – und lässt es auf ein Gerichtsverfahren ankommen.

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