Schöne neue Bücherwelt: Vier iPad-Apps versprechen Lesespaß

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“Mehr Bücher als Du jemals lesen kannst” – mit diesen Worten bewirbt Apple das iPad. Gemünzt ist diese Aussage auf Apples eigenen E-Book-Reader iBooks. Aber auch zahlreiche andere Entwickler bieten Apps mit denen der iPad-Besitzer elektronische Bücher verwalten und lesen kann. Aus der Vielzahl der E-Book-Reader hat macmagazin.de sich neben iBooks noch Kindle, Stanza und Textunes herausgesucht und näher angesehen.

Teaser

Apple iBooks

ipad-ibooks

Mit der kostenlosen iBooks-Anwendung* hat Apple einen eigenen eBook-Reader am Start. Der erste Blick auf die Benutzeroberfläche – übersichtlich und verständlich. Im Hauptmenü blickt der Anwender zunächst auf ein Bücherregal. Die Bücher darin kann man dank ihres beschrifteten Einbands gut auseinanderhalten, so kommt es zu keinen Verwechslungen. Hält man ein Buch länger gedrückt, kann man es beliebig platzieren. Apple integriert zusätzlich eine Listenansicht.

In der aktuellen Version 1.1 haben PDF Dateien ein eigenes Regal. Erhält man beispielsweise eine PDF-Datei per E-Mail kann man sie mit einem Fingertip in iBooks einfügen. Über die Menüleiste kann der Leser den Wechsel zwischen Büchern und PDF-Dokumenten vornehmen. Die Bücher kann man im Quer-Format aber auch hochkant lesen, quer hat man gleich zwei Seiten im Blick.

Geblättert wird, in dem der Finger den rechten oder linken Bildschirmrand berührt. Für ein natürlicheres Leseempfinden kann der Anwender aber auch über den Bildschirm wischen.
Ein Fingertip in die Mitte ruft die Bedienelemente auf: Dazu gehören wie bei den meisten E-Book-Apps eine Anpassung der Schriftgröße, der Schriftart sowie der Helligkeit. Außerdem kann man direkt zum Inhaltsverzeichnis oder über einen Schieberegler am unteren Rand zu jeder beliebigen Seite springen. Über ein kleines Bändchen am rechten oberen Rand lassen sich Lesezeichen hinzufügen, die man im Inhaltsverzeichnis einsehen kann. Auch eine Suchfunktion ist integriert.

Nachschub an Lesestoff holt man sich über den iBooks-Store, neben kostenpflichtigen Titeln findet sich auch eine Vielzahl kostenloser Werke aus dem Projekt Gutenberg. Den Store kann man direkt über das Hauptmenü der App ansteuern, optisch erinnert er an den iTunes Store Die digitalen Bücher liegen im ePub-Format vor, die Weitergabe schränkt Apple mit einem digitalen Rechtemanagement ein. Seit iOS 4 können nun auch iPhone Besitzer Bücher über iBooks lesen. Wer sowohl iPad als auch iPhone besitzt, braucht die Bücher dennoch nur einmal kaufen, um sie auf beiden Geräten lesen zu können. Sogar Lesezeichen werden synchronisiert.
Zum Preis der Bücher: Neuerscheinungen gibt es ab etwa 10 Euro.

Amazon Kindle

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Die Kindle-App* erinnert in einigen Punkten an Apples iBooks. Die Benutzeroberfläche wirkt moderner, etwas schnörkelloser. Bevor es losgeht, registriert man sein iPad bei Amazon als Kindle-Gerät.
Im Hauptmenü kann man sich Bücher in einem Gitter oder in einer Liste anzeigen lassen. Man kann sie nach Titel, Autor oder Kaufdatum sortieren. Im Archiv befinden sich gekaufte Bücher, die man derzeit nicht auf dem Gerät gespeichert hat. Diese kann man jederzeit erneut herunterladen, was bei großen Sammlungen durchaus nützlich ist.

Über ein Browserfenster kann man auch direkt in der Kindle-App auf das Online-Angebot von Amazon zugreifen. Rund 600.000 Bücher, darunter eine Vielzahl englisch-sprachiger Bücher, stehen zur Verfügung. Auch hier gilt: Einmal kaufen, mehrfach laden – auch auf anderen Geräten. Nebend er iPad-Version gibt es eine Kindle-App für iPhone und iPod touch. Die Synchronisation unter anderem von Lesezeichen und Notizen übernimmt Amazon. Der Lese-Modus gleicht dem von iBooks. Die Schriftgröße lässt sich anpassen, die Helligkeit ändern, auch nach einzelnen Wörtern kann man suchen. Über einen Schieberegler springt der Leser auf Wunsch schnell durch ein Werk. Im Gegensatz zu iBooks kann man den Bildschirm beim Lesen invertieren: weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund, für den Lesegenuss im Dunkeln eine sinnvolle Funktion. Nur der Bücherkauf im Amazon-Store ist vor allem für Neulinge nicht so komfortabel wie im iBookstore. Bestseller sowie Neuerscheinungen gibt es laut Amazon ab 9,99 US-Dollar.

Stanza

Stanza

Die Stanza-App*: fünf digitael Bücherläden mit käuflichen Titeln und acht Quellen mit tausenden kostenloser Bücher. Die Verwaltung der zahllosen heruntergeladenen Bücher organisiert man in einer klassischen Listenansicht – die man zwar nach Büchertiteln, Autoren und Gruppen sortieren kann, aber die dennoch bei einer großen Anzahl an Übersichtlichkeit einbüßt.
Dank der gut sichtbaren und eindeutigen Icons erschließen sich die Funktionen der Bedienelemente auch ohne Titel dem Leser. Die Bedienung geht leicht von der Hand. Über Schaltflächen am unteren Rand greift man auf eBook-Online-Portale zu, wechselt in den Lese-Modus und konfiguriert die Applikation.

Insgesamt bietet Stanza sehr viele Anpassungsmöglichkeiten, mehr als andere E-Book-Apps. Rund 30 Fonts lassen sich auswählen, ein Nachtlesemodus ist ebenfalls integriert.

Ein Vorteil von Stanza ist die große Auswahl an Bezugsquellen. Aus der App heraus kann man auf unterschiedliche Online-Angebote zugreifen: darunter Angebote wie BooksOnBoard, O’Reilly sowie SmashWords. Zudem findet man eine Liste kostenloser E-Book-Anbieter wie das Projekt Gutenberg, Feedbooks und Random House Free Library. Stanza kann zudem auf den Freigaben-Ordner in Mac OS X zugreifen. Bücher ohne Kopierschutz kann man per Mail versenden, markierte Textpassagen kommentieren oder sie in einem Wörterbuch nachschlagen. Über Facebook und Twitter kann man seine Freunde so auch an seinen Lieblingszitaten teilhaben lassen. Der Lese-Modus ist übersichtlich, die wichtigsten Funktionen ohne Umwege zu erreichen. Stanza gibt es auch auf dem iPhone. Seine Bücher kann man unter mehreren Geräten synchronisieren. Unter den anderen Apps im Testfeld ist Stanza nach unserem Eindruck der unabhängingste E-Book-Reader.

Textunes

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Auch Textunes bietet eine übersichtliche Oberfläche, über die der Leser das stetig wachsende Angebot an deutschsprachiger Literatur verwalten kann. Die App ist schlichter als die Konkurrenz, so muss sich der Anwender wenig Sorgen um viele Einstellungsmöglichkeiten machen. Dennoch vermisst man keine der wichtigen Funktionen. Über die App erhält der Anwender Zugriff auf das Textunes-Online-Angebot. Die Schaltflächen am unteren Rand führen zu Neuerscheinungen, Highlights sowie Bestsellerlisten, darunter auch die des Spiegel-Magazins.

Unter Stöbern erkundet man das Angebot unter anderem nach Genres, Verlagen oder Autoren. Den zehnten Teil eines Buches kann man vor dem Kauf probelesen, bei Gefallen kauft man den Rest. Bücher die man noch vor der Anschaffung des iPads erworben hat, kann man über seinen Textunes-Account auf das iPad übertragen.

Besonders gefällt uns, dass sich das Inhaltsverzeichnis im Lese-Modus in einem kleineren Menüfenster öffnet. So navigiert man sehr schnell durch ein Buch. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt die App beim Blättern. Geblättert wird eigentlich nur bei größeren Brüchen wie etwa neuen Kapiteln. Innerhalb eines Kapitels scrollt man den Text schrittweise nach unten, wenn man auf den rechten oder linken Rand tippt. Daran muss man sich anfangs gewöhnen. Für Feedback der Anwender sind die Entwickler offen, man kann sogar Bücherwünsche einbringen, wenn das gewünschte Werk nicht verfügbar ist. Die Textunes-App gibt es auch für das iPhone.

Fazit

Die Gemeinsamkeiten aller vier Reader sind größer als die Unterschiede: Die Bedienung ist bei allen intuitiv, die Funktionen fast deckungsgleich. Allein iBooks bietet derzeit beispielsweise keinen Nachtlesemodus. Größere Unterschiede gibt es eher im Angebot. Amazon hat derzeit wohl das größte Angebot, allerdings handelt es sich dabei meist um englisch-sprachige Bücher. Im iBooks-Store wächst das Angebot Tag für Tag, auch deutsche Titel findet man zunehmend. Das Preisniveau unterscheidet sich hier nur gering. Wer ausschließlich deutsche Bücher sucht, sollte sich Textunes ansehen. Stanza gibt dem Anwender die Freiheit, die Bezugsquelle selbst zu bestimmen und hat den größten Funktionsumfang. Der Bücherkauf stellt den Anwender bei allen Apps vor keine Probleme. Einzig die Kindle-App ist anfangs etwas umständlicher, die Bücher kauft man hier weiterhin im Browser über Amazons Internet-Portal.

Aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten ist es schwer, einen Reader den anderen vorzuziehen. Für eine ausgewogene und umfangreiche Bibliothek sollte man sich ohnehin mehr als einen auf das iPad holen. Welcher Reader letztlich das Rennen beim Leser macht, hängt vom Angebot und den Vorlieben ab. Deshalb sollte er einen Streifzug durch die verschiedenen Stores unternehmen und dann nach Lesevorliebe selbst entscheiden.

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Weitere Themen: Apps, iPad, Apple


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