Apples iOS-Produkte: Untergangsphantasien der Konkurrenten

Sebastian Trepesch
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Apple ist mit seinen iOS-Produkten iPhone, iPod touch und iPad so erfolgreich, dass die Konkurrenz den Untergang herbeizureden versucht: Das iPad wird es nicht in die Unternehmen schaffen. Apples Strategie ist absurd. Das Windows-Phone wird 2015 vor dem iPhone liegen. Die Punkte klingen überraschend, sind allerdings zum Teil plausibel begründet.

Dass es Apples Tablet Computer, das iPad, nicht in das Unternehmen schaffen wird, der Meinung ist Dell. Vor dem Hintergrund der diesjährigen CeBIT in Hannover klingt diese Aussage abstrus: Es wurden zahlreiche Anwendungen, Dienste und Produkte vorgestellt, die die Geräte mit dem iOS-Betriebssystem im Unternehmen einbeziehen. Gerade für kleinere und mittelständische Firmen scheinen die Apple-Produkte zunehmend Lösungen bereitstellen zu können.

Andy Lark, Dells Marketing-Chef, begründet seine Ansicht mit dem geschlossenen System und dem hohen Preis: “Apple ist großartig, wenn Sie viel Geld haben und auf einer Insel leben”, so Lark gegenüber CIO Australia. Er fügt süffisant hinzu, dass der kalifornische Elektronikkonzern gute Arbeit geleistet hätte: “Ich könnte nicht fröhlicher darüber sein, dass Apple einen Markt bereitet hat.” Doch nun werde Android iOS hinter sich lassen.

Dies ist bereits Fakt: Android liegt laut der neuesten IDC-Untersuchung bei knapp 40 Prozent Marktanteil weltweit bei Smartphones (Tablet Computer scheinen nicht eingerechnet zu sein, damit punktet Apple), iOS bei 16 Prozent. Dies solle sich laut Prognose die nächsten Jahre nicht groß ändern. Aber: Sogar Windows Phone/Mobile soll iOS in vier Jahren mit einem Wachstum von aktuell 5 auf 21 Prozent Marktanteil überholt haben.

Quelle: IDC Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker, March 29, 2011

Dagegen ist Larks Argument, das iPad sei zu teuer, aktuell noch nicht nachvollziehbar  – und sei es “nur“ für das Vorgängermodell. Frage an die Kollegen von androidnews.de: Gibt es aktuell schon ein gutes, ausgereiftes Tablet wie das iPad mit Android für 379 Euro? “Nein.”

Qualität und Ausstattung sind entweder gut (Beispiel Galaxy Tab), oder das Tablet ist billig (von AOC für 200 Euro, rechts im Bild, hat nicht einmal Multitouch).

Hewlett Packard-Partner sehen Apples Probleme in der Zukunft weniger aus Konsumentensicht, sondern in mangelhaften Beziehungen, einem mangelhaften Netzwerk im Produktionsprozess. “Apple hat keine Philosophie, die die Möglichkeiten der Partner einbezieht”, kritisiert Stephen DeWitt am Montag CRN zufolge auf HPs Konferenz in Las Vegas. HP pflege guten Umgang: “Hast Du ein Problem, kannst Du den Telefonhörer nehmen und mit jemandem sprechen”, so ein nicht namentlich genannter HP-Partner. “Das ist etwas, was mit Apple unmöglich ist.” Seiner Aussage zufolge fühle man sich als Apple-Partner manchmal als “Geisel”.

Aber Erfolg gibt Recht? Wohl nicht deshalb, aber zumindest trotzdem fuhr Apple mit seiner Strategie in den letzten Jahren recht gut.

Analyst Alex Gauna von JMP Securities geht jedoch davon aus, dass Apple in Zukunft nicht mehr so rasant wachsen dürfte wie in letzter Zeit. Beleg sei das schwache Wachstum des Zulieferers Foxconn. Laut Welt stufte er deshalb die Aktie des Elektronikkonzerns von “market outperform” auf “market perform” herab.

Weitere Themen: AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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