iOS 4.3.3 veröffentlicht: Apple verkleinert iPhone-Geodatenbank

Sebastian Trepesch
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Soeben hat Apple ein Update für sein iPhone-, iPad- und iPod touch-Betriebssystem veröffentlicht: iOS 4.3.3. Apple verkleinert damit die Größe des Zwischenspeichers für die Geodaten und entfernt die Sicherungskopie in iTunes. Die Koordinatenspeicherung hat Apple vor kurzem erhebliche Kritik von Datenschützern, Nutzern und Politikern eingebracht.

Zu dem Software-Update des Betriebssystems schreibt Apple:

“Dieses Update enthält Veränderungen in Bezug auf den iOS-Zwischenspeicher der “crowd-sourced” Datenbank für Standortdaten:
- Die Größe des Zwischenspeichers wird reduziert.
- Es wird keine Sicherungskopie des Zwischenspeichers mehr in iTunes erstellt.
- Der Zwischenspeicher wird vollständig gelöscht, sobald die Ortungsdienste abgeschaltet sind.”

Damit beugt sich Apple der Kritik, die sich der Elektronikkonzern vor zwei Wochen eingefahren hat: Das iPhone sammelt Informationen zu Mobilfunk- und Wi-Fi-Netzwerken und speichert sie in einer großen Datenbank des Herstellers, “crowd-sourced” genannt, anonymisiert ab. Die Smartphones laden für eine schnelle und genaue Lokalisation Teile dieser Datenbank auf das Gerät und speichern sie mit einem Zeitstempel – bislang über einen langen Zeitraum, auch auf dem synchronisierten Computer.

Zwei Entwickler ermöglichten mit der Software iPhone Tracker dem Computernutzer Zugriff auf die Daten: Die Wege des iPhone-Besitzers seit Sommer 2010 konnten – wenn auch nur sehr grob – nachvollzogen werden. Nach dem Bekanntwerden entfachte eine Datenschutzdebatte, in der sich auch Politiker wie Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner zu Wort meldeten.

In einer ersten Stellungnahme am 27.04. erklärte Apple, dass das Unternehmen nicht den Standort der Telefone verfolge, erklärte die technischen Hintergründe und stellte eine Verbesserung mit einem Update in Aussicht.

Die wesentlichen Kritikpunkte merzt Apple nun mit diesem Update auf iOS 4.3.3 aus – mit iPhone Tracker sollten nach dem Update des iPhones also kein Bewegungsprofil mehr angezeigt werden können (was mancher wiederum schade finden dürfte). Mit einer “großen” Aktualisierung, wahrscheinlich in iOS 5, soll eine Verschlüsselung der Geodaten auf dem iPhone folgen.

iOS 4.3.3 kann über die Softwareaktualisierung in iTunes geladen werden und steht für iPhone 4 und 3GS, iPad 2 und Vorgänger, sowie iPod touch (3. und 4. Generation) zur Verfügung. CDMA-iPhones (nicht in Deutschland erhältlich) bekommen ein Update auf iOS 4.2.8.

Bereits gestern stellte Apple ein Update für iMacs zur Verfügung: Boot Camp 3.2 korrigiert Fehler mit japanischen und koreanischen Tastaturen – ist also für hiesige Nutzer nicht von Bedeutung.

Weitere Themen: iPhone, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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