iOS 5 lässt Nuance-Integration vermissen

Flavio Trillo
5

iOS 5 wurde auf der WWDC-Keynote ausgiebig präsentiert und viele neue Funktionen erklärt. Verdächtig abwesend waren dabei jedoch wirklich interessante und gravierende Neuerungen im Bereich der Spracherkennung und -Wiedergabe. Apple hatte zuvor Siri übernommen und mit Nuance verhandelt, zwei Unternehmen, die sich auf ebendiese Technologie spezialisiert haben.

Doch revolutionäre Funktionen fehlten, von einigen kleineren Neuerungen wie der Möglichkeit, einzelne Bereiche des Displays zur Sprachwiedergabe auszuwählen einmal abgesehen. Möglicherweise, so vermutet TechCrunch, könnte die Berichterstattung über die Verhandlungen Apples mit Nuance für den Rückzieher in letzter Minute verantwortlich sein.

Eigentlich wird Roger Rosner, Vizepräsident für Produktivitäts-Anwendungen bei Apple, nachgesagt, dass er für die Integration der Siri- und Nuance-Technologien zuständig sei. Doch am Montag Abend besteht seine Aufgabe lediglich in ein paar Demonstrationen. Diese könnten wenige Tage oder Stunden vor Beginn der Keynote eingefügt worden sein, falls die Verhandlungen mit Nuance sich als unerwartet zäh erwiesen haben.

Nuance sei bekannt dafür, eine harte Nuss zu sein, wenn es um Vertragsverhandlungen geht. Dass Apple dem in nichts nachsteht, ist ebenfalls kein Geheimnis. In OS X Lion wurden allerdings bereits Hinweise auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Dickköpfe gefunden: Neue Stimmen für die Sprachausgabe entdeckte man in der dritten Vorschauversion für Entwickler.

Möglich wäre also, dass Apple erst zum offiziellen Start von iOS 5 irgendwann im Herbst mit den neuen Nuance-Funktionen aufwartet. Oder sogar noch später. “Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Apple die Nuance-Technologie zunächst den eigenen Apps vorbehält”, ist bei TechCrunch zu lesen. Es bestand also kein wirklich unabdingbares Bedürfnis, die Entwicklern schon jetzt zu informieren.

Das Datencenter in North Carolina sei angeblich bereits mit Nuance-Software versehen und sogar der Chef-Ingenieur für mobile Technologien des Unternehmens war bei der Keynote anwesend – vielleicht um direkt im Anschluss die Verhandlungen mit Roger Rosner persönlich weiter führen zu können.

In jedem Fall könnte uns noch die eine oder andere Überraschung ins Haus stehen, wenn iOS 5 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Bis dahin werden sich die Entwickler sicher weit in die Code-Tiefen des mobilen Betriebssystems vorwagen und womöglich noch das eine oder andere Detail zu möglichen Sprach-Funktionen ausgraben.

Weitere Themen: AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz