iOS 5: Neue Funktion sorgt für fehlende App-Inhalte

Holger Eilhard
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Wir kennen das alle: wir haben einen Flug oder eine längere Bahnfahrt vor uns und wollen für den Weg etwas zu tun haben und synchronisieren ein paar Lieder, Videos und vielleicht noch das ein oder andere Dokument, zum Beispiel Artikel in Instapaper auf unser iPad. Mit iOS 5 kann dies zu ungewolltem Frust führen, wenn wir unterwegs merken, dass die geladenen Artikel nicht mehr auf dem Gerät sind.

Wollen wir zunächst einmal den technischen Aspekt des neuen “Problems” untersuchen: Jede iOS-App hat sein eigenes Verzeichnis, in dem es zwei wichtige Ordner für gespeicherte Inhalte der App gibt: Caches und tmp. Diese Ordner sind speziell, da sie beim Backup des iOS-Geräts nicht mit gesichert werden.

Dies ermöglicht es zum Beispiel Entwicklern wie Marco Arment, Programmierer von Instapaper*, viele Dokumente herunter zu laden ohne den Backup-Prozess unnötig zu verlangsamen. Die Daten müssen in derartigen Fällen ja auch nicht gespeichert werden, da sie im Wiederherstellungs-Fall einfach wieder heruntergeladen werden können. Apple selbst hat einigen Entwicklern bereits auf die Füße getreten, wenn zu viele Daten Bestandteil des Backups waren.

Diese Daten landeten also bisher im tmp oder Caches-Ordner auf dem Gerät. Apple selbst schlägt dies auch so vor. Das Ganze war bislang kein Problem, da diese Ordner nicht automatisch durch einen Betriebssystem-Prozess gereinigt wurden. Mit iOS 5 hat Apple aber genau dies eingeführt und es damit zu einem potentiellen Problem gemacht.

Ein Systemprozess erkennt, wenn das Gerät zu wenig Speicher aufweist und leert daraufhin alle Inhalte der Caches und tmp-Ordner. Es gibt nun keinen Platz mehr für Entwickler wo sie die Daten der Benutzer aufbewahren können, ohne dass diese auch via iTunes oder iCloud gesichert werden.

Das Problem betrifft nicht nur Instapaper, sondern auch Apps wie Podcast-Clients (dies betrifft nicht die Podcasts, die via iTunes synchronisiert werden), die Offline-Wikipedia oder Kartenprogramme, deren Karten auch offline verfügbar sind.

Jetzt könnte man denken, dass das Ganze kein großes Problem ist, aber man bedenke folgendes von Arment beschriebenes Szenario: Man sitzt am Flughafen und ist mit dem frisch aufgefüllten iPad im WiFi-Hotspot eingeloggt. Vor dem Flug lädt man noch schnell die letzten neuen Podcasts, Videos und Spiele herunter. Daraufhin erkennt das iPad, dass der Platz knapp wird und löscht daraufhin die gespeicherten Instapaper-Artikel.

Abgesehen davon, dass sich die Beschriftung der gerade aufgeräumten App kurzzeitig ändert, bemerkt der Benutzer diesen Prozess nicht. Später im Flieger – und ohne Zugang zum Internet – will man nun also ein paar Artikel lesen und stellt fest, dass die App leer ist.

Dies ist für alle Beteiligten eine unschöne Situation: Der Benutzer hat nichts zu lesen, die App scheint defekt zu sein, was ein schlechtes Licht auf den Entwickler wirft und zu guter Letzt ist auch das allgemeine Erlebnis mit dem iPad getrübt.

Anwender haben das Gefühl, dass die heruntergeladenen Daten ihnen gehören und erst dann verschwinden, wenn sie diese oder die App selbst löschen.

Für Entwickler stellt sich also jetzt das Problem, dass sie keinen Platz mehr für Daten haben, die nicht via iTunes oder iCloud gesichert, nicht synchronisiert und ebenfalls nicht gelöscht werden sollen bis die App selbst entfernt wurde.

Die Verfügbarkeit von WiFi-Hotspots oder schnellen UMTS-Verbindungen wird sicherlich mit jedem Tag besser, aber es gibt immer noch Situationen in denen eine Verbindung zum Internet nicht möglich ist – man denke zum Beispiel an den Urlaub, wo teure Roaminggebühren anfallen können.

Bilder: Marco Arment

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