iOS und OS X: Analyst glaubt an Komplett-Verschmelzung der Betriebssysteme

Florian Matthey
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Nach Cheetah, Puma, Jaguar, Panther, Tiger, Leopard und Snow Leopard ist Apple mit OS X Lion bei den Codenamen beim König der Raubkatzen angekommen. Doch was kommt danach? Ein Analyst glaubt, dass die achte Version von Mac OS X auch die Letzte sein könnte – und Apple 2012 oder 2013 das Mobil-Betriebssystem iOS mit Mac OS X verschmelzen wird.

iOS und OS X: Enge Verwandtschaft von Anfang an

Der Unterschied zwischen iOS und Mac OS X ist schon heute nicht so groß, wie es auf den ersten Blick vielleicht wirken mag: Als Apples CEO Steve Jobs das erste iPhone vorstellte, nannte er das damals noch namenlose Betriebssystem noch selbst als “OS X”.

Beide Betriebssysteme basieren auf demselben Kern, was sich unter anderem daran erkennen lässt, dass Apple Sicherheitslücken auch einmal hintereinander im iOS und Mac OS X schließen muss – so geschehen beispielsweise bei der ersten JailbreakMe.com-Lücke. Mit OS X Lion hat Apple einige iOS-Features nun ins Mac-Betriebssystem integriert, was zu einer sichtbaren Annäherung der beiden Systeme führte.

Verschmelzung soll Inhalte zugänglicher machen

Der Jefferies-&-Co.-Analyst Peter Misek glaubt an eine vollständige Verschmelzung von iOS und OS X im Jahr 2012 oder 2013 und sieht darin deutliche Vorteile für Apple: Das Unternehmen könne so Synergien schaffen, die Gewinnmarge erhöhen und Lizenzgebühren sparen. Apple wolle Medien wie Fernsehsendungen und Filme über den iTunes Store und iCloud in der Form anbieten, dass sie sich an alle Apple-Geräte anpassen können, was ein Aufrechterhalten der Aufteilung in iOS und OS X erschweren könnte.

MacBook Air mit Apple-A6-Chip?

Im Jahr 2012 oder 2013 könnte dann auch das MacBook Air als erster Mac mit einem Apple-A6- statt einem Intel-Prozessor arbeiten, der auch in einem zukünftigen iPhone und dem iPad 3 zum Einsatz kommen könne. Apps und Cloud-Angebote könnten dann parallel auf allen Apple-Produkten funktionieren. Andere Macs sollten jedoch zunächst weiterhin mit Intel-Chips arbeiten, um die Unterstützung von 64-Bit-Anwendungen aufrecht zu erhalten. Für diese Rechner stünde dann aber bis 2016 ein Wechsel hin zum einheitlichen Betriebssystem an.

Apple arbeite Miseks Informationen zufolge mit dem A6-Chip an einem eigenen Prozessor mit vier Kernen, dessen Leistung mit PC-CPUs vergleichbar sein werde. Mit dieser Strategie könne Apple langfristig sowohl die Verkaufszahlen als auch die Gewinnmarge steigern.

Gerüchte um die Integration eines Apple-Prozessors auf ARM-Basis in einem Mac sind nicht neu. Schon Ende Mai gab es Spekulationen, dass eines der zukünftigen MacBook-Air-Modelle mit einem Apple- statt einem Intel-Prozessor arbeiten könnte. Apple hatte im Jahr 2008 den Chip-Designer PA Semi übernommen und verbaut seit der Veröffentlichung des ersten iPads im ersten Jahr eigene Prozessoren in allen iOS-Geräten.

Warum die Aufteilung in iOS und OS X Apple das Angebot von Fernsehserien, Filmen und iCloud-Angeboten für iOS-Geräte und Macs so erschweren würde, erklärt Miseks aber nicht wirklich. Fernsehserien und Filme lassen sich schon heute problemlos parallel auf einem Mac und einem iPhone oder iPad herunterladen oder an ein Apple TV streamen.

Dass Apple aber zumindest den Abstand zwischen iOS und OS X verkleinern will, macht OS X Lion sehr deutlich. Und seit dem Start des Mac App Store gab es nicht wenige Stimmen, die ein Ende des herkömmlichen, “offenen” Mac OS X befürchteten.

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