iPhone OS 4.0 und erfolgreiche iPad Verkäufe bei Sondershow von Apple

Bernd Korz

Steve Jobs kam auf die Bühne und wieder war es sein Verkäuferherz, das überzeugen sollte. Dieser charmante charismatische Mensch, der jeder Mamas Schwiegersohn sein soll. Was er sagt wird auch mit Liebe aufgenommen. Die Zahlen sind es die er zunächst für sein neuestes Baby, das iPad bekannt gibt.

So wurden bereits 3,5 Mio Apps aus dem App Store heruntergeladen und immerhin 600.000 eBooks gekauft. Verkauft wurden bis heute 450.000 iPads. Die eBook Zahlen also eher ernüchternd wenn man bedenkt, dass das gerade einmal 1.5 Bücher je iPad ausmacht. Im App Store selbst hat man aber bisweilen insgesamt um die vier Milliarden Downloads zu verzeichnen, eine Zahl die wirklich mit Ehrfurcht zu bewerten ist.

Mit Stolz präsentiert Jobs den US Mobile Browser Anteil, so macht das iPhone 64% aus, doch Android steht heute bereits bei 19% und ist dem Apfel auf den Fersen. BlackBerry mit 9% und andere mit 8% sind da eher sekundär zu betrachten.

Der eigentlche Grund aber dürfte iPhone 4 0 sein, denn hierum geht es den Besuchern. Immerhin hat Apple eine Grundlage für alle Entwickler bereitgestellt, auch Massen an Apps in die Welt zu verteilen, schließlich hat man 50 Mio iPhones und 35 Mio iPod Touchs verkauft bis heute. Im Sommer 2010 wird es also so weit sein und das neue iPhone OS 4.0 mit über 1.500 neuen API Schnittstellen soll den Entwicklern zur Verfügung stehen.

Alles andere wäre hier fahrlässig gewesen, so wundert es wohl keinen, dass Apple sich dem Angriff der Androids in den Weg stellen muss. Mit iPhone OS 4.0 kommt die Unterstützung einer BlueTooth Tastatur ebenso wie Multitasking. Daneben werden noch weitere 100 neue Funktionen wie Geburtstags-Kalender, verbesserte Rechtschreibeprüfung, ein digitaler Zoom, Playlist Erstellung, Fokus für Videos, Standorte in Fotos und einige weitere dazu kommen.

Nicht anders zu erwarten war, dass Jobs wieder so tut als wenn Apple Multitasking erfunden hätte. Zwar sagt er man sei nicht der Erste – aber der Beste. Die eigenenTechnologien sollen angeblich Ressourcen wie auch die Batterie schonen. Was man bisweilen von keinem der 3G Modelle bestätigen kann, auch hier hatte Steve Jobs sich zu weit aus dem Fenster gelehnt. So öffnet sich in der Multitaskingfunktion des iPhone bei einem Doppelklick auf den Homebutton ein Dock in dem alle geöffneten Fenster zu sehen sind.

Warum ist Apple besser als andere? Hier kommt Scott Forstall,Senior Vice President of iPhone Software, ins Spiel: “Wie haben wir das gemacht?“ Apple bieten den Entwicklern spezielle APIs an.”. Apple hat diese APIs so aufgebaut, dass es für die verschiedensten Versionen nahezu perfekt optimierten Code gibt um die Ressourcen überall zu sparen wo es nur möglich ist. Ob für Musik aus dem Radio oder VoIP von Skype im Hintergrund, Apple stellt die richtige API aus einer der 1.500 neuen für die Entwickler zur Verfügung.

Eine der ganz interessanten Parts für die Backround-Apps dürfte sich aber im GPS abspielen, die dadurch nun eine Streckenverfolgung im Hintergrund stattfinden kann. So kann Musik laufen während das GPS einen mitteilt, wo man als nächstes die Streckenführung ändern muss.

Um hier auch die Sicherheit zu gewährleisten geht Apple – “Wir nehmen die Sicherheit sehr ernst” – auch besonders hierauf ein und zeigt, dass man Apps verbieten auf GPS zuzugreifen. Ebenso schreibt das iPhone mit, welche App in den letzten 24h versucht hat, das GPS Signal auszuwerten.

Mit so vielen Apps die man sich heute auf das iPhone laden kann kam auch immer mehr Unübersichtlichkeit in das System. Bisweilen ging das alles noch gut, doch nun war es auch an der Zeit hier endlich eine Änderung einzubauen.

Endlich gibt es für die Anwender die Möglichkeit, seine Apps endlich in einem Ordner zusammenzufassen. Klickt man auf das Ordnersymbol öffnet sich ein neuer Bildschirm mit dem Inhalt.

Ein besonderer Dorn im Auge war den Anwendern die Art und Weise, wie Apple Mailkonten auf dem iPhone verwaltet hat. Wer mehrere Accounts hat, war schnell genervt, da er immer wieder zurück musste und den Mailaccount wechseln um seine Mails lesen zu können. Warum Appel diesen Weg damals gewählt hat, weiss man sicherlich selbst nicht mehr. Nun aber ist es so, wie in einem normalen Mail-Programm auf dem Desktop und Mails werden zusammengefasst in einem Fenster angezeigt:

Wenn man eine App schon für das iPad fertig hat, dann kann es auch Sinn machen, diese ebenso für das iPhone anzubieten, wobei man die Displaygröße sicherlich nicht als wirklich geeignet ansehen kann, um eBooks zu lesen. Dies hat Apple aber nicht davon abgehalten, iBooks und den Store dazu auch auf dem iPhone anzubieten. Im Grunde kann man sich also auch unterwegs mit dem iPhone seine eBooks kaufen/herunterladen und dann mittels iTunes auch für sein iPad bereitstellen.

Google macht es seit Jahren vor: Mit Werbung ist unglaublich viel Geld zu verdienen. Auch hier will Apple in Zukunft mitmischen und hat dafür iAd ins Leben gerufen. Steve Jobs erklärt, worauf es ankommt und was der Unterscheid zum Desktop ist. Warum muss Werbung für ein Gerät wie das iPhone anders sein und vor allem: WIE muss sie sein.

Allerdings ist die Berechnungsgrundlage des Applegründers eher “furchterregend” und scheint schon jetzt den Nervfaktor vorzuprogrammieren. So nimmt Jobs an, dass die Nutzer mehr als 30 Minuten pro Tag in einer App verbringen, würde man nun nur alle 3 Minuten eine Werbung einblenden, dann wären das immerhin 10 Einblendungen pro Tag bzw. eine Mrd möglicher Tagesimpressionen.

Diesem nervenden Faktor aber will Apple gleich vorweg greifen und die Werbung retten. Um dies zu gewährleisten müsse die Qualität sich erheblich verbessern, quasi müsse Werbung neu erfunden werden. So soll die Werbung in iAd Emotional und auch interaktiv sein und beide Welten perfekt vereinen. Dabei wird Apple 60% an die Werbenden ausschütten und 40% für die eigene Arbeit und die Plattform einbehalten.

Alles in Allem Änderungen, die bitter nötig waren um dem iPhone das dringend notwendige Kanonenfutter gegen Google und deren Android aufzubieten. Als das iPhone rauskam war es seiner Zeit mindestens 2 Jahre voraus und keiner hätte je gedacht, dass es so unglaublich erfolgreich werden würde. Apple hatte hier ganze Arbeit geleistet. Auch die Updates über die Jahre waren positiv. Doch nun kommt mit Android und auch dem Nexus One ein ebenbürtiger Gegner.

Eine weitere Neuerung wird der GameCenter von Apple sein, hier lehnt man sich an Xbox Live oder auch den Playstation Game Store an. So soll man sich Spiele speziell für das iPhone auch in einem extra dafür angelegten “App Store” anschauen, herunterladen und kaufen können.

80 der Fortune 100 Unternehmen greifen heute auf das iPhone zurück, ein Erfolg, den Apple sich hart erarbeitet hat und auf den man zurecht stolz sein darf. Für diese Unternehmen dürfte iPhone OS 4.0 ein ganz wichtiger Schritt sein um nicht auf Android auszuweichen, es wird sicherlich viele bei der besagten Stange halten.

Bitter wird es für die Kunden des iPhone 3G sowie des iPod Touch 2nd Generation, hier wird es kein Multitasking geben. Wer also aus den vollen schöpfen möchte, wird eines der Nachfolgemodelle kaufen müssen. Ansonsten wird aber alles andere auch dafür zur Verfügung stehen was iPhone OS 4.0 zu bieten hat. Das iPad wird die Änderungen nach dem iPhone im Herbst erhalten.

Die gesamte Präsentation kann man sich als Video hier anschauen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei engadget und Gizmodo für die Bilder.

Weitere Themen: iPhone, iPad, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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