iPhone speichert Bewegungsprofil

Sebastian Trepesch
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Das iPhone speichert die Wege seines Benutzers: Koordinaten, verbunden mit einem Zeitstempel. Die Daten werden mit dem Mac synchronisiert und dort leicht auslesbar gespeichert – sogar über Telefongenerationen hinaus! Ein Horror für Datenschützer und untreue Ehepartner. Wer will, kann es ganz leicht mit dem eigenen iPhone nachprüfen.

Auf der Seite iPhone Tracker kann eine Anwendung geladen werden, die auf dem Mac die Synchronisationsdaten der iOS-Geräte sucht, welche iTunes automatisch anlegt. Ein manueller Weg steht zur Verfügung, wer der Software nicht traut.

Und Tatsache, es funktioniert. Als Beispiel die automatischen Aufzeichnungen einer weitgereisten Mitarbeiterin von macnews.de, die Aufzeichnungen beginnen in diesem Falle im Juni 2010:

Ersten Spekulationen zufolge sollen die Aufzeichnungen mit iOS 4 starten. In unserem Fall ist der Start des Bewegungsprofils der 17. Juni 2010, also sogar noch ein paar Tage vor Erscheinen des iOS 4.0. Kurios: Die Mitarbeiterin besitzt das iPhone 4 erst seit einigen Wochen. Die Koordinaten stammen damit nicht nur von dem aktuellen iPhone, sondern sogar die Daten des Vorgängermodells werden fortgeführt.

Warum erhebt Apple dieses Bewegungsprofil? Macht das Unternehmen etwas damit, und wenn ja, was? Und warum wissen das die Besitzer nicht?

Es sei unklar, warum Apple diese Daten sammelt, schreiben Alasdair Allan und Pete Warden, die diese Option gefunden haben. “Es könnte sein, dass Apple neue Funktionen in Planung hat, die dieses Bewegungsprofil benötigen”, spekulieren sie. Zufällig kann das nicht sein, sind sie sich sicher.

Der britische Guardian hat bereits einen Datenschützer befragt, Simon Davies, der natürlich überhaupt nicht begeistert ist: “Es ist wirklich eine beunruhigende Entdeckung. Eine richtige Bedrohung der Privatsphäre.” Die beiden Entdecker konkretisieren: “Apple macht es jedermann, von der eifersüchtigen Ehefrau bis hin zum Privatdetektiv, möglich, ein detailliertes Bild Ihrer Bewegungen zu erhalten.”


Die Daten lägen – sofern der Benutzer sein Backup nicht verschlüsselt hat – in leicht lesbarer Form auf dem Rechner gespeichert.

Wer es nicht glaubt, kann es ausprobieren.

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