Kunst am iPad: Die neue Gattung der iOS-Gemälde

Marie van Renswoude-Giersch
2

Mit Apps wie ArtRage oder Brushes kann am iPad gezeichnet und gemalt werden. Auch passende Stifte und Pinsel stehen zur Verfügung. Künstler wie David Hockney wenden sich der digitalen Leinwand zu schwören dabei besonders auf die Zoom-Funktion, dank der auch kleinste Details ausgearbeitet werden können. Doch das Malen mit iPhone und iPad bietet noch weitere Vorteile und die iOS-Gemälde können sich wirklich sehen lassen.

Künstler aus aller Welt stellen auf Flickr iPhone- und iPad-Kunst aus und geben dazu an, mit welchen Apps die Werke entstanden sind und welche Technik verwendet wurde. Hier findet man alles vom Landschaftsgemälde übers Porträt bis hin zu sehr fantasievollen Kreationen. Mashable hat zehn erstaunliche Landschaften gesammelt. So zum Beispiel folgendes Gemälde mit dem Titel Ocean Waves von Jim Blodget. Das Bild ist mit der Anwendung ArtRage* und sowohl mit einem selbstgebauten Stift als auch den Fingern entstanden. iPad-Stifte lassen sich zum Beispiel aus einer Müsliriegel-Verpackung oder auch einer Bananenschale herstellen. Den iPad-Pinsel Nomad Brush kann man mittlerweile für 24 US-Dollar bestellen. Dass das Bild von Jim Blodget auf den ersten Blick ein echtes Leinwandgemälde vermuten lässt, hat es den vielen Funktionen von ArtRage zu verdanken. Hier kann nicht nur die Textur der Leinwand berücksichtigt werden, man kann auch genau festlegen, wie dick eine Farbe aufgetragen werden soll. Dadurch werden verschiedene Farbschichten und Pinselführung täuschend echt simuliert. Der Künstler hat in diesem Gemälde scheinbar mit verschiedenen Pinselsimulationen und Farbdicken experimentiert um die grobe Oberfläche der Felsen, Wellenbewegungen und Gischt wiederzugeben.

Ein weiteres Bild, Arco von Fernando Lopez del Hierro, ist am iPhone und mit der Anwendung Brushes* entstanden. Das Werk zeigt, dass sich auch der kleinere iPhone-Bildschirm als digitale Leinwand zum Malen eignet. Der Künstler wird dabei auf die Zoom-Funktion von Brushes zurückgegriffen haben.

Einen iPad-Künstler in Aktion kann man in folgendem Video sehen. David Kassan porträtiert hier einen älteren Mann und nutzt dafür ebenfalls die App Brushes. Das Tablet hat er dafür einfach in eine Leinwand geklemmt. Statt mit einem iPad-Stift oder einem Touchscreen-kompatiblen Pinsel arbeitet der Künstler lediglich mit dem Finger und das im Zeitraffer wiedergegebene Video zeigt, wie er immer wieder in das Bild hineinzoomt. Insgesamt hat David Kassan für das Werk drei Stunden gebraucht, wie er am Ende des Videos angibt.

David Hockney ist wahrscheinlich der bekannteste iPhone- und iPad-Künstler. Der britische Maler, Grafiker und Fotograf, von dem beispielsweise das Gemälde A Bigger Splash stammt, hat sich in der letzten Zeit mehr und mehr neuen Techniken zum Malen und Zeichnen zugewandt. So auch besonders dem iOS-Gerät. Seine digitalen Gemälde wurden bereits in eigenen Ausstellungen präsentiert. Im Interview hat David Hockney erklärt, wieso er das iPad gerne als Leinwand nutzt. Während er sich als Künstler ständig weiterentwickeln möchte, bringen iPhone und iPad seiner Meinung nach auch mehrere Vorteile mit sich. So ist das iPad für ihn eine Leinwand mit integrierter Hintergrundbeleuchtung auf der man auch nachts im Bett malen kann. Zudem lassen sich nächtliche Szenen, beziehungsweise Szenen mit sehr wenig Licht, zum ersten Mal richtig wiedergeben, ohne sie mit zu viel künstlichem Licht zu verfälschen, wie es beim Malen an der Leinwand bisher nötig war. Einen weiteren Vorteil sieht David Hockney darin, dass man das iPhone immer dabei hat und dadurch spontane Einfälle direkt festhalten kann. Auch David Hockney hat für seine Werke die Anwendung Brushes verwendet.

Und wer künstlerisch weniger begabt ist, der kann auch Fotos in Ölgemälde, Aquarelle, Comics oder auch Linolschnitte verwandeln. Die Software Akvis ArtWork bietet dafür die passenden Filter.

Weitere Themen: iPad, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz
}); });