Lion-Praxistipp: Umlaute im iOS-Stil

Flavio Trillo
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Kurz vor dem Start von OS X Lion habe ich mich dabei ertappt, wie ich, nach einiger Zeit ausschließlichen iPhone-Gebrauchs, das “A” auf der Tastatur so lange gedrückt hielt, bis die Umlaute erscheinen. Natürlich passierte außer “aaaaaaa” nichts und ich schaute mich verstohlen um, ob mich auch niemand beobachtet hatte. Inzwischen ist Lion installiert und eine vermeintliche Dummheit entpuppt sich als neue Funktion.

Viel wurde über die Annäherung zwischen Mac OS X Lion und iOS orakelt, gemunkelt und gerätselt. Vielleicht steuert Apple in Richtung Einheits-OS, vielleicht wollen die Entwickler aber auch einfach die besten und praktischsten Funktionen aus beiden Welten zusammenbringen. So ähnelt etwa “Launchpad”, die neue Programm-Zentrale, dem Startbildschirm von iPod, iPhone und iPad.

Auf ein weiteres dieser praktischen Merkmale des mobilen Betriebssystems aus Cupertino, das es aus der Beta-Phase auf Desktop- und Notebook-Rechnern geschafft hat, machte uns macnews.de-Leser Lars Müller aufmerksam: Wer unter OS X Lion auf der Tastatur einen Vokal oder die Buchstaben “N”, “S” oder “Y” länger gedrückt hält (eine Sekunde genügt bereits), erhält die möglichen Umlaute, Ligaturen und Akzente eingeblendet. Das klappt natürlich auch in Kombination mit der Shift-Taste für die jeweiligen Majuskeln.

Mithilfe der Zifferntasten kann jetzt eine der gebotenen Varianten ausgewählt werden. So sind nicht nur die üblichen ä, ö ü und ß schnell erreicht,

sondern auch ñ, š, å und viele andere Exoten. Der umständliche Weg über die Zeichenübersicht entfällt. Für alle übrigen Sonderzeichen sowie diverse Buchstaben mit Diakritika (zum Beispiel č, oder ł) ist diese jedoch weiterhin nötig, vorausgesetzt man kennt die Tastaturbelegung nicht auswendig. Man findet sie in den Systemeinstellungen bei “Sprache & Text” unter “Eingabequellen”. Dort kann sie auch für den schnellen Zugriff in der Menüleiste eingeblendet werden. Praktisch ist für solche Fälle auch die Tastaturübersicht (Systemeinstellungen -> Tastatur).

iOS-Anwender kennen diese Art der Sonderzeichen-Darstellung schon lange. Die iPad-Tastatur bietet sogar noch einen besonderen Clou: Statt die jeweilige Taste lange gedrückt zu halten, können die gebräuchlichsten Umlaute auch mit einem einfachen Wisch nach oben erreicht werden. Details dazu gibt es bei benm.at. Übrigens funktioniert der Umlaut-Aufruf unter OS X Lion in nahezu jedem Programm, nur bei Text-Feldern auf Webseiten kommt nach wie vor nichts als aaaaaaaaaaa…

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