Logging-Software von Carrier IQ auch in iOS gefunden

Holger Eilhard
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Bereits seit der vergangenen Woche gab es Hinweise auf ein weit verbreitetes Rootkit. Die Logging-Software Carrier IQ des gleichnamigen Herstellers wurde unter anderem auf Smartphones mit Android, BlackBerry, Symbian und sogar webOS gefunden. Gestern Abend reihten sich dann aber auch aktuelle iOS-Versionen in die Liste ein.

Der Android-Entwickler Trevor Eckhart hatte den Stein in der vergangenen Woche ins Rollen gebracht. Eckhart nannte die Software ein Rootkit und veröffentlichte auf seiner Website ausführliche Informationen, was Carrier IQ ist und welche Möglichkeiten die Software besitzen würde. So habe Carrier IQ Zugriff auf Kurznachrichten, Anwendungen, Batterielaufzeit, und mehr.

Daraufhin versuchte Carrier IQ dem Entwickler einen Maulkorb zu verpassen, was ihnen aber nicht gelang.

Am Montag veröffentlichte Eckhart dann ein rund 17 Minuten langes Video, in dem er zeigt, welche Informationen die Software von Carrier IQ auf seinem Android-Smartphone, einem HTC EVO 3D, sammeln kann:

Neben dem Zugriff auf SMS, zeigt das Video unter anderem, dass die Software die gedrückten Tasten protokolliert. Wie The Verge berichtet, sollen die Smartphones der Nexus-Reihe nicht betroffen sein. Das wirft wiederum die Frage auf, wer die Installation des Programms in Auftrag gibt. Auch Nokia dementierte Berichte, dass die Software auf ihren Smartphones zu finden sein soll.

Nach aktuellem Stand sind die Auswirkungen auf iOS-Geräte im Vergleich zu den betroffenen Android-Smartphones gering. Das Logging muss vom Anwender explizit aktiviert werden und sammelt dem iPhone-Entwickler Grant “chpwn” Paul zufolge die eigene Telefonnumer, den eigenen Mobilfunkanbieter, das aktuelle Land, den eigenen Standort und Informationen darüber, ob gerade ein Telefonanruf getätigt wird.

Gefunden wurden die Hinweise auf Carrier IQ in iOS 3, 4 und 5 – jeweils an unterschiedlichen Orten im Dateisystem. Voraussetzung ist, wie bereits erwähnt, dass der Anwender die Diagnostik-Funktion (Einstellungen > Allgemein > Info > Diagnose & Nutzung, siehe Bild rechts) des Geräts aktiviert hat.

Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Allein die vergangenen 24 Stunden haben viele neue Erkenntnisse gebracht. Es ist daher davon auszugehen, dass auch in den kommenden Tagen viele Antworten, aber auch viele neue Fragen auftauchen werden. Unklar ist aktuell unter anderem, welche der gesammelten Informationen wirklich an Mobilfunkanbieter oder Carrier IQ gesendet werden.

Eine ähnlich kontroverse Diskussion gab es in den vergangenen Monaten bereits rund um die Sammlung von Ortsinformationen im iPhone und anderen Smartphones, oft auch Location-Gate genannt.

Auf Anfrage von giga.de wollte Apple zur aktuellen Situation keinen Kommentar abgeben.

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