Open Source: Apple verstößt mit später iOS-4.3-Code-Veröffentlichung gegen Lizenz

Florian Matthey
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Apple hat den Quellcode einiger in iOS 4.3.3 enthaltenen Projekten veröffentlicht – darunter auch von der Mobil-Version der Safari-Rendering-Engine WebKit. Die eigentlich positive Nachricht für die Open-Source-Gemeinde gibt aber auch Anlass für Kritik: Für die Versionen iOS 4.3.0 bis 4.3.2 hatte Apple nie den Code ins Netz gestellt, obwohl die Open-Source-Lizenz LGPL Lizenznehmer eigentlich dazu verpflichtet. Im Gegensatz zu Googles Verzögerung bei der Android-Version Honeycomb lässt sich für Apples Verhalten kein vernünftiger Grund finden.

Die LGPL sieht vor, dass Entwickler von Open-Source-Projekten ihre Binärdateien zeitgleich mit dem Quellcode veröffentlichen sollen. Das iOS 4.3.0 ist mit dem heutigen Dienstag allerdings bereits zwei Monate alt – ein viel größerer Zeitraum als die Lizenz auch bei großzügiger Auslegung zulässt, wie Brian Proffitt in einem Beitrag für ITworld kritisiert.

Proffitt vergleicht die Situation mit Googles Entscheidung, den Quelltext der jüngsten Android-Version Honeycomb zunächst nicht zu veröffentlichen – das Unternehmen hatte diesen Schritt damit begründet, dass das Betriebssystem noch nicht auf einer für Google unkontrollierbar großen Zahl an Geräten erscheinen soll, bis es entsprechend ausgereift sei und die Entwickler entsprechende Tests ausgeführt haben. Eben diese Begründung ließe sich, wie Proffitt hervorhebt, für Apple aber nicht anbringen, da das Mobil-Betriebssystem iOS ohnehin nur auf Apples Geräten zum Einsatz kommen darf. Auch habe Google immerhin öffentlich zur Entscheidung Stellung genommen, während Apple keinerlei Begründung für die Verzögerung geliefert habe.

Letztendlich sei Google auch rechtlich auf der sicheren Seite: Für Android setzt Google auf die Apache Software License, die keinen Zeitraum für die Veröffentlichung des Quellcodes vorsieht – im Gegensatz zur LGPL.

Der Code der von Apple nun doch offen gelegten Bestandteile des iOS 4.3.3 ist auf Apples Open-Source-Website erhältlich.

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