Plattform-Effizienz: Android vs. iOS

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Im steten Bestreben um einen Vergleich der mobil-OS-Kontrahenten Android und iOS sucht Horace Dediu von asymco nach einem Weg, die Effizienz der zwei Plattformen zu messen. Dafür bedient er sich einer Kombination aus absoluten Gerätezahlen und den ermittelten Browser Marktanteilen. Heraus kommt ein Wert, der die Zunahme der Browser-Nutzung je verkauftem Gerät widerspiegelt. Eine ungewöhnliche Vorgehensweise, deren Interpretation allerdings auf wackeligen Beinen steht.

Ein höherer Anteil am Browser-Markt bedeutet, dass es dem Anwender leicht fällt und vielleicht sogar Spaß bereitet, mit seinem Gerät im Internet zu surfen. Dies will Dediu als Maßstab für die Effizienz eines Betriebssystems ansehen, auch wenn sich der Funktionsumfang von iOS oder Android selbstverständlich nicht im Surfen erschöpft. Somit wird vom Autor nur ein Teil des Betriebssystems beleuchtet und das Ergebnis auf die gesamte Bandbreite seiner Merkmale projiziert.

In einem Graph stellt Dediu auf der vertikalen Achse den prozentualen Zuwachs an Browser-Marktanteil der jeweiligen Plattform von einem Quartal zum nächsten dar. Die drei Datenpunkte je System stehen dabei für die Quartale eins bis drei des Jahres 2010. Auf der horizontalen Achse ist verzeichnet, wie viele Geräte innerhalb von drei Monaten je System hinzugekommen sind. Je weniger zusätzliche Verkäufe also nötig waren, um einen höheren Anteil des Browser-Marktes an sich zu reißen, desto effizienter sei die Plattform. Umgekehrt bedeuten viele Millionen neu verkaufter Einheiten bei gleichbleibendem Marktanteil weniger Surf-freudige Anwender und damit, so der Autor, geringere Effizienz des Systems.

Demnach steigt das “Surfvergnügen” bei den iOS-Geräten deutlich mehr, als bei den Androiden.

Die Spitze im zweiten Quartal 2010 bei den iOS-Geräten sei mit dem Verkaufsstart des iPad zu begründen. Seine bedienerfreundliche Oberfläche sei offenbar ein äußerst geeignetes Mittel, Anteile am Browser-Markt zu gewinnen. Bemerkenswert ist auch das Plateau vom zweiten zum dritten Quartal bei Android. Hierfür sei der enorme Zuwachs an Geräte-Verkäufen in Entwicklungsländern verantwortlich, so Dediu.

Dem widerspricht, dass in Gegenden ohne umfassende Breitband-Netzabdeckung das Surfen naturgemäß weniger attraktiv ist. Somit wurden zwar ungefähr 10 Millionen Geräte mehr verkauft als im vorigen Quartal, während die Zahl derjenigen Anwender, die mit ihren Smartphones im Internet surfen, nicht proportional anstieg.

Die Analyse steht auf etwas wackeligen Beinen und Dediu zieht Schlussfolgerungen, die er selbst als vage Vermutungen bezeichnet. Insofern müssen die Ergebnisse mit Vorsicht genossen werden. Welche Plattform die wahrlich höhere “Effizienz” für sich verbuchen kann, bleibt also weiter im Dunkeln.

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