Studie: iAds deutlich effektiver als TV-Werbung

Sebastian Trepesch
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Apples Werbeformat iAds in Anwendungen auf iPhone, iPad und iPod touch kommt in die Gänge: Erste Unternehmen loten die Möglichkeiten der iOS-Geräte aus. Dabei scheint es für die Unternehmen zur Zeit eine verhältnismäßig günstige Werbemöglichkeit zu sein – und eine, die sich zielgerichtet einsetzen lässt.

Erst seit rund zwei Wochen gibt es iAds in Deutschland. Bei der Präsentation nannte es Hersteller Apple eine “revolutionäre mobile Werbeplattform“: Die in Apps integrierte Kampagne kann Bilder, Videos und Spiele beinhalten. Agenturen können sogar eine “In-Ad Purchase”-Funktion integrieren, mit der der Betrachter direkt aus der Anzeige heraus einen iTunes-Kauf starten kann. Die durchschnittliche Kundenverweildauer soll über 60 Sekunden pro Besuch betragen, die App verlässt der Nutzer dabei nicht. Die Entwickler, die das System von Apple in ihre Apps integrieren, erhalten 60 Prozent der Werbeeinnahmen. Es kann also eine Möglichkeit darstellen, kostenlose iOS-Anwendungen zu finanzieren.

In Amerika ist das Werbeformat schon seit Sommer 2010 verfügbar. Über Apples Politik waren Werbetreibende teilweise unzufrieden. Eine Studie will jetzt allerdings herausgefunden haben: iAds sind mehr als doppelt so effektiv wie Werbespots im TV. Das Forschungsinstitut Nielsen hat eine Kampagne des amerikanischen Lebensmittelherstellers Campbell untersucht. Rezipienten der iAd konnten sich im Vergleich zur TV-Werbung fünfmal häufiger an den Markennamen erinnern und dreimal häufiger an die Aussage der Reklame – demographische Unterschiede vernachlässigt. Allerdings klickten sich nur ein Prozent der iPhone-Nutzer, die die iAd angezeigt bekamen, in die Werbung. Dies sei jedoch ein Wert, der zumindest statische Online-Werbung übertreffe.

Apple bescheinigt seinem Format “unvergleichliche Wirkung und Präzision“. Bei der Platzierung der Anzeigen kann das Unternehmen persönliche Daten der iPhone-Besitzer einbeziehen: Gerät, demographische Angaben, ja sogar Musikgeschmack. Wer nicht möchte, dass Apple diese Daten sammelt, kann sein Gerät auf einer eigenen Webseite sperren. Werbung bekommt man allerdings trotzdem noch angezeigt.

Der Elektronikkonzern stellt den Werbetreibenden zur Überprüfung des Erfolgs eine ganze Reihe von Kennzahlen – vergleichbar mit Online-Werbung – zur Verfügung: Seitenaufrufe, Besuche, Verweildauer und mehr. Um die Erfolgsquoten zu erhöhen, optimiert Apple im Laufe einer Kampagne die Werbeplätze.

Zur Zeit dürften sich iPhone-Nutzer aus Neugierde stärker mit iAds auseinandersetzen, als nach ein paar “Erfahrungen”. Um sich mit einer Anzeige zu beschäftigen, müssen die Rezipienten entweder stark interessiert sein, oder sie müssen verführt werden. Ansonsten werden sie nicht mitbekommen, was die Werbung alles bieten will.

Ein anderer Weg, damit Nutzer in die Tiefe einer Anzeige gehen: Das Bewerben der Werbung.

Das klingt kurios, trotzdem: Axe vollbringt das in Ansätzen bereits: Für die deutsche Kampagne hat das Unternehmen ein Tutorial auf Youtube gestellt, dass die Funktionen der Werbung auf dem iPhone erklärt:

Die Axe-Kampagne entwickelte BBH London. Creative Director Dominic Goldman erklärt: “Von der Regie über die Post Production bis hin zur Musik haben wir eine starke und gut-designte Idee umgesetzt. Diese iAd wurde mit Liebe produziert und gibt der Marke ein neues, anspruchsvolles Setting.”

In einigen Monaten dürfte es Agenturen weit schwerer fallen, Aufmerksamkeit zu gewinnen und die iPhone-Besitzer in einer Werbung zu halten. Gute Ideen werden dann ein notwendiges Kapital sein.

iPhone schütteln, damit ein Engel ein bisschen wackelt wie bei Axe, wird in Zukunft keinen mehr beeindrucken.

Ein noch weitgehend unbearbeitetes Feld bietet die Verknüpfung von E-Werbung mit der Realität. Ein TV-Sender zeigte bereits, dass Augmented Reality ein spannendes Feld sein kann.


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