Tim Berners-Lee: Gegen Apps und für Root-Zugriff

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Sir Timothy John Berners-Lee, bekannt als Erfinder des World Wide Web, trat auf im Rahmen der Linux.conf.au 2013, einer Linux-Konferenz in Canberra. Er sprach sich gegen native Apps aus und forderte Root-Zugriff auf allen Geräten.

Tim Berners-Lee: Gegen Apps und für Root-Zugriff

Volle Administrator-Rechte, denn das bedeutet „Root“, seien notwendig, um sicherzustellen, dass das Gerät nur für einen selbst arbeite — nicht für jemand anderes. Berners-Lee sieht auch ein, dass solch umfassende Zugriffsrechte auf allen Geräten, vor allem Smartphones und Tablets, ein gewisses Sicherheitsrisiko birgt.

Installierte Anwendungen könnten sich Rechte verschaffen, die ihnen eigentlich nicht zustehen und so Schaden anrichten. Dann müsse man eben über bessere Sicherheitsmaßnahmen gegen Lücken in JavaScript und Cross-Site-Access nachdenken. Das verschließen der Geräte sei aber langfristig keine Lösung.

Außerdem wetterte der Brite gegen native Apps auf Geräten wie iPhone oder iPad. Einerseits sei die Entwicklung mehrerer Versionen einer Anwendung für die Programmierer „langweilig“. Sie müssten ähnlichen Code für mehrere Plattformen schreiben und anschließend testen.

Andererseits seien die Informationen seiner Meinung nach innerhalb der App isoliert und verwaist. „Es gibt keine URL-Leiste, also kann ich keine Lesezeichen anlegen. Ich kann es nicht tweeten, nicht liken, es ist nicht Teil des Diskurses“.

Statt auf native Anwendungen sollten Entwickler sich stärker auf HTML5 konzentrieren. Noch seien nicht alle Voraussetzungen optimal, um die Technologie so universell einsetzbar zu machen, wie es nötig wäre. Als positives Beispiel für eine Umsetzung nennt Berners-Lee die mobile Webseite der Financial Times.

Entwickler sollen sich bewusster werden, dass sie die Funktionen von HTML5 immer stärker genau wie eine native App einsetzen können.

Es scheint, als hätte Sir Timothy vergessen, wie gut viele Apps an soziale Netzwerke und damit den „Diskurs“ angebunden sind. Das Teilen von Inhalten, das Anlegen von Favoriten und Leselisten ist schon lange nicht mehr den Webapps vorbehalten.

Apple entgegnet seinen Forderungen stumm in Form seiner iOS-Geräte, die allesamt fest verschlossen sind und dem Ottonormalverbraucher keine tiefen Eingriffsrechte in System einräumen. Google hingegen geht den Weg eines offeneren Systems, das mit seinen Zugriffsrechten etwas freigiebiger umgeht. Native Apps hingegen sind auf beiden Systemen mehrheitlich zu finden.

Was meint ihr – bieten native Anwendungen zu wenig Integrationsmöglichkeiten? Sind Webapps wirklich die Zukunft?

(via ZDNet.com, Titelbild: wikimedia, Paul Clarke unter CC BY 3.0 )

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