Videos auf iPhone und Co: Auch ohne Flash ein Erfolg

Sebastian Trepesch
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Eine aktuelle Fernsehwerbung erinnert uns: Das iPhone “kann kein Flash”. Stimmt, da war doch was. Aber braucht man das überhaupt? Zum Video-Schauen jedenfalls nicht mehr, da hat sich Apple durchgesetzt. Denn obwohl früher die meisten Online-Videos als Flash zur Verfügung standen und sich Konkurrent Google mit dem Flash-fähigen Android-System an Apples Fersen geheftet hat, werden die meisten Filmchen auf iOS-Geräten angeschaut.

iPhone kann kein Flash, LG Optimus kann natürlich Flash, so wirbt ein Provider für das Google-Mobilsystem. Dennoch scheint Flash seine Vorreiterrolle für bewegte Inhalte verloren zu haben. Möglicher Grund: Die Flash-Verweigerung und Marktmacht von Apple? Eine aktuelle Studie stellt fest, dass 80 Prozent der Video-Aufrufe (PDF) über eine drahtlose Verbindung von Apple-Geräten stammen. Jeweils 30 Prozent kommen von iPhone und iPod touch, 20 Prozent vom iPad. Auf Apples Tablet Computer werden damit so viele Filmchen angeschaut, wie auf der gesamten Android-Plattform.
Die Daten erhob FreeWheel, ein Anbieter von Werbung in Videos, im ersten Quartal 2011. Sie beziehen sich überwiegend auf die USA.

Die Zahlen sind aus zwei Gründen überraschend. Erstens: Flash-Inhalte können iPhone und Co. nicht darstellen, sondern nur in HTML5 eingebettete H.264-Videos. Zum Beispiel Youtube oder Facebook haben deshalb 2010 HTML5-Player als Alternative in die Webseiten integriert. Im vergangenen Herbst war trotzdem erst die Hälfte der im Netz stehenden Videos in HTML5 verfügbar.

Zweitens: Googles Plattform Android hat Apples iOS in Sachen Marktanteil schon längst übertroffen. FreeWheel führt das Ergebnis der Studie nicht etwa auf videosüchtige iPhone-Nutzer, sondern auf die große Zahl an iOS-Geräten durch die frühere Dominanz auf dem Smartphone-Markt zurück. Zudem sei darin die Prioritätensetzung der Entwickler zu erkennen: Die Inhalte werden oder wurden zunächst für iOS, dann für Android optimiert.

Vor gut einem Jahr hat Steve Jobs 10 Punkte genannt, warum die iOS-Produkte Flash nicht unterstützen. Er argumentierte, dass Flash ein geschlossenes System und ein Sicherheitsrisiko sei.

iPhone-Nutzer wollten dagegen nicht ganz auf Flash verzichten, zumindest bescherte der Browser Skyfire, der Flash-Inhalte auf Umwegen darstellen kann, seinen Entwicklern große Erfolge. Durch die Remote-Lösung everyAir können Flash-Spiele vom Mac auf das iOS-Gerät gestreamt werden.

Die Zahlen belegen indirekt, dass die meisten wichtigen Inhalte in iOS-unterstützten Formaten abrufbar stehen. Ohne Skyfire begegnet man beim Surfen auf iPhone und iPad jedoch immer noch Angeboten, die auf Flash setzen – und deshalb nicht aufrufbar sind. Da Apple an seiner Politik nichts mehr umkehren wird, liegt es folglich an den Anbietern bewegter Inhalte, die iOS-Geräte zu unterstützen.

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