Mit dieser App wird deine Smartwatch zum Lügendetektor

Laura Li Tung

Was denkt er gerade? Während wir Frauen uns häufig den Kopf darüber zermartern, was unser Gesprächspartner wirklich denkt, befindet sich dieser in Gedanken häufig einfach bei seiner nächsten Mahlzeit. Auch wenn es oft simpler ist als wir uns vorstellen, soll eine besondere Erfindung jederzeit für Gewissheit sorgen.

Mit dieser App wird deine Smartwatch zum Lügendetektor

Zwei Forscher des MIT haben eine App entwickelt, mit der es möglich ist, über ein Wearable Emotionen während einer Unterhaltung zu erkennen und zu analysieren. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie fähig ist Lügen zu erkennen.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten am Ende eines Gesprächs zurückspulen und die Momente sehen, in denen sich die Menschen um Sie herum am ängstlichsten fühlten.

Was zunächst nach einer Folge Black Mirror klingt, könnte schon bald Realität werden. Die MIT-Absolventin Tuka Alhanai hat zusammen mit ihrem Kollegen Mohammad Ghassemi an der App gearbeitet, dessen System anhand von Sprachmustern heraus finden soll, ob ein Gespräch traurig, glücklich oder neutral ist. Auf diesem Wege macht die App künstliche emotionale Intelligenz möglich.

Nicht nur Ton spielt eine Rolle

Allerdings ist nicht nur der Ton ausschlaggebend, auch die Mimik und der gesprochene Text spielen eine große Rolle. Laut den Forschern arbeitet die App mit einer Genauigkeit von 83 Prozent. In einem Intervall von fünf Sekunden klassifiziert die App Emotionen während einer Unterhaltung und gibt so Aufschluss auf Ängste und Unsicherheiten.

Das System soll stetig verbessert werden und auch bei Gesprächen mit mehreren Personen verwendet werden, um mehr Daten zu sammeln und den Algorithmus zu verbessern. Laut den Forschern wurde die App allerdings nicht für einen alltäglichen Gebrauch entwickelt, damit du überprüfen kannst, ob dein Gesprächspartner übermäßig nervös ist oder sein Wohlbefinden lediglich vorspielt.

Vielmehr geht es darum, Menschen mit sozialen Ängsten und Asperger-Syndrom zu helfen, Gefühle besser zu verstehen. Sollte es jedoch für die breite Masse verfügbar sein, ist es sicherlich vorstellbar, dass so einige eifersüchtige Menschen ihren Partner als erstes als Versuchskaninchen hernehmen werden. Als Testgerät verwendet das Team übrigens tatsächlich das Fitness-Armband Samsung Simband, da es hochauflösend physiologische Wellenformen darstellen und Blutdruck, Bewegungen und Temperaturen messen kann. Da sage noch jemand, Fitness-Wearables seien nur Spielerei: Man muss nur etwas erfinderisch werden.

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