Mitfahrzentrale flinc mit Echtzeitvermittlung gestartet

Marie van Renswoude-Giersch
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Wer eine Mitfahrgelegenheit benötigt, fängt am besten schon einige Tage vor der gewünschten Fahrt das Suchen und Absprechen an. Kurzfristige Entscheidungen, in einem fremden Auto von A nach B mitzufahren, funktionieren selten. flinc will spontane Fahrten durch ein komplett neues Modell und Technikeinsatz ermöglichen. Ein vielversprechendes Konzept.

Gabi hat den Bus verpasst und ist nun in Eile, in 20 Minuten fängt ihr Vorstellungsgespräch an. Um noch pünktlich zu erscheinen, bleibt ihr nur die Möglichkeit, ein teures Taxi zu bestellen. Klaus fällt zu Hause die Decke auf den Kopf, er möchte spontan an die Ostsee fahren, und zwar so günstig und bequem wie möglich. Bernhard ist gerade auf den Weg in den Nachbarort und würde sich über ein bisschen Gesellschaft während der langen Fahrt sowie ein paar extra Euro für den teuren Sprit freuen.

Während sich bisherige Mitfahrzentralen eher auf die Vermittlung längerer Strecken, von Stadt zu Stadt konzentrierten, lässt sich die neue Plattform flinc auch für spontane Wege nutzen. Sie will für jede Gelegenheit Fahrer beziehungsweise Mitfahrer finden – und das in Echtzeit. Dafür wurde nicht nur eine iPhone-App entwickelt, die per Push-Benachrichtigung auf passende Fahrten aufmerksam macht, die Plattform wurde sogar schon in Navigationssysteme integriert.

Vermittlung von Fahrten

Im Online-Portal von flinc lassen sich nach der Registrierung sowohl regelmäßige als auch einmalige Fahrten und Mitfahrten, mitsamt Abholzeit und -Ort in einem eigenen Profil anlegen. Mitfahrer bestimmen hier zudem die Anzahl an Personen und ergänzen gegebenenfalls noch besondere Hinweise. Fahrer können ihr Automodell und den gewünschten Minutenpreis angeben. Das Anlegen von Fahrten ist zunächst unverbindlich. Mitfahrer können per Klick eine Anfrage an einen Fahrer senden, der dann wiederum die Möglichkeit hat, zu akzeptieren. Die Plattform ermittelt automatisch, wer ebenfalls auf den eigenen Strecken unterwegs ist. Wenn man Glück hat, werden sofort passende Fahrten gelistet. Ansonsten erhält man eine Nachricht, sobald Übereinstimmungen gefunden wurden. Bei mehreren Anfragen bei Fahrern ist die erste Zusage automatisch gültig und bindend. Fahrer und Mitfahrer treffen sich an vereinbarten Abholort. Der angegebene Preis für die Benzinkosten wird in Bar bezahlt.

flinc App

Dank der flinc App* (iPhone, kostenlos) erfolgt die Vermittlung noch spontaner. Zum Eintragen einer neuen Fahrt lässt sich als Ausganspunkt direkt der aktuelle Standort angeben. Um ein Ziel zu bestimmen, wird entweder die Adresse angegeben, oder einfach auf die Karte geklickt. Die App informiert den Mitfahrer auf Wunsch auch per Push-Benachrichtigung über passende Fahrer. Mit einem Klick lässt sich eine Anfrage senden. Bei Zusage durch den Fahrer erhält man eine erneute Benachrichtigung.

Navigon App

Die flinc-Plattform arbeitet mit Navigon zusammen. Wer beim Fahren die Navigon-App* (iPhone, 89,99 Euro) nutzt, kann den Service in den Einstellungen aktivieren. Mitfahrer-Anfragen werden dann während der Fahrt direkt auf die Navigon-App geleitet, die den Fahrer auf Wunsch gleich zum Mitfahrer umleitet.

Soziales Netzwerk

Das soziale Netzwerk, in das flinc integriert ist, bietet einige Vorteile. Wie bereits erwähnt lassen sich in einem eigenen Profil regelmäßige Fahrten anlegen. Nach einer Fahrt können Fahrer und Mitfahrer bewertet werden. Andere Nutzer können so beispielsweise einsehen, wie verlässlich der andere ist und ihre Auswahl entsprechend danach ausrichten. Hat alles gut geklappt, können sich Fahrer und Mitfahrer für zukünftige Fahrten gegenseitig vernetzen.

Fazit

Die Entwickler beschreiben den Vorteil von flinc gegenüber herkömmlichen Mitfahrzentralen und Carsharing-Modellen mit der dynamischen Mitfahrvermittlung. Dynamisch bedeutet in dem Sinne, dass das umfangreiche System sowohl langfristig geplante als auch spontane Wege abdeckt. Möchte man schnell von A nach B, kann man über die iPhone-App einfach seinen aktuellen Standort mitteilen. Durch die im Netzwerk angelegten regelmäßigen Fahrten und die Integration in das Navigationssystem von Navigon, findet das System schnell passende Fahrer.

Natürlich ist dafür entscheidend, wieviele Menschen flinc nutzen. Nach einem ersten Test, in dem wir einen Fahrer für eine Standardstrecke von Berlin nach Hamburg gesucht haben, konnte flinc schon drei passende Fahrten ermitteln. Und das, obwohl der Dienst eben erst anläuft.

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