Teilen in Reinform: „Mix“ befreit Deine Kreationen

Flavio Trillo

„Deine Inhalte: Volles Eigentum oder absolute Freigabe“. Diese Worte findet man in den Nutzungsbedingungen der neuen Kritzelei-Plattform Mix von FiftyThree. Was es damit auf sich hat und was die neue Version der Paper-App kann, lest ihr hier.

Teilen in Reinform: „Mix“ befreit Deine Kreationen

Mix ist eine neue Art des sozialen Netzwerkes für Künstler — nein, eigentlich für alle, die einen Stift halten können. Jeder kann Entwürfe, Vorlagen oder fertige Kunstwerke hochladen. Ganz einfach über die App Paper.

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Mit „vollem Eigentum“ haben Dienste dieser Art sonst wenig zu tun. Vielfach wurde über vermeintlich versteckte Partien der AGB berichtet, in denen sich die Anbieter sämtlicher Inhalte ihrer Anwender qua Passus bemächtigen.

Andererseits steht auch in den Nutzungsbedingungen von Mix etwas von „absoluter Freigabe“. Das heißt, ihr gebt alle (!) Rechte an euren Kreationen auf. Jeder kann das Material verwenden, verändern, verkaufen... Das klingt gefährlich, oder?

„Mix ist weniger eine Galerie als ein Ort an dem Ideen sich vermischen und entwickeln“, schreibt FiftyThree. Es ist also keine Vitrine, in der Künstler ihre fertigen Werke zeigen. Vielmehr sollen hier gemeinsam Ideen-Keime herangezogen werden, Verästelungen wachsen und viele verschiedene Früchte entstehen.

Sie müssen sich also auch nicht um Nachahmer oder Plagiatoren sorgen — gerade das Imitieren und aufeinander Aufbauen ist nämlich der Sinn der Plattform. Alle dürfen bei allen mit-probieren, -arbeiten, -zeichnen, -entwickeln. Teilen in Reinform. In einem kleinen Video zeigen die Entwickler, wie sie das meinen:

Soweit, so interessant! Doch was hat es mit dem Update für die Paper-App noch auf sich?

FiftyThree-CEO und Mitbegründer Georg Petschnigg hat uns auf der IFA schon einmal demonstriert, was die neue Version von Paper alles kann:

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Zusammen mit dem Stylus namens Pencil (ebenfalls von FiftyThree) könnt ihr unter iOS 8 unterschiedliche starkes Aufdrücken simulieren. Das funktioniert nicht über neue Hardware, weder auf Seiten des iPad noch der des Pencil.

Statt dessen erkennt die App, wenn der Stift seitlich gehalten wird und der Strich erscheint dementsprechend breiter. Das funktioniert bisher für alle Werkzeuge außer dem Buntstift und dem Fine-Liner. Für ersteren wird die Funktion noch nachgeliefert, verspricht Petschnigg auf Twitter. Für letzteren gibt es sie ja auch in natura nicht.

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Mit Mix hat FiftyThree Leben in die Gemeinde der Künstler, Kritzler und solcher gebracht, die es werden wollen. Mit verständlich formulierten Nutzungsbedingungen, einem beinahe marxistischen Rechtekonzept und einem tollen Update für die Paper-App beweist das Startup, warum es bei Apple einen Stein im Brett hat.

Der App Store stellt Paper als eine der „Essentials“ vor — Apps, die auf keinem iPad fehlen sollten. Ich kann dieser Einordnung nur zustimmen.

Den Pencil gibt es übrigens auf Amazon für , beziehungsweise zu kaufen. Ein feines Teil!

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