Jailbreak-Siri stößt auf Hindernisse: Spire außer Gefecht gesetzt

Flavio Trillo
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Wer Siri will, muss ein iPhone 4S haben. So lautet die Regel. Sprichwörtlich bestätigt wird sie durch die Ausnahme, dass bisher auch Jailbreaker über Umwege Zugriff auf den sprachgesteuerten Assistenten hatten. Doch nun hat Apple etwas an der Server-Konfiguration geändert — und das Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf. Oder?

Jailbreak-Siri stößt auf Hindernisse: Spire außer Gefecht gesetzt

Als Apple das iPhone 4S im Oktober 2011 präsentierte, waren manche Anwender enttäuscht. Sie wollten den sprachgesteuerten Assistenten Siri auch auf ihrem iPhone 4, iPad 2 oder anderen nicht unterstützten Geräten nutzen. Doch Apple beschränkte die Funktion auf sein neuestes Smartphone-Modell.

Bislang konnte man diese Beschränkung mit Hilfe von Spire umgehen, einer Siri-Portierung auf Geräte, die erfolgreich einer Jailbreak-Prozedur unterzogen wurden. Doch nun melden offenbar einige User, dass dem ein Riegel vorgeschoben wurde. Die Versuche, das Smartphone mithilfe des gesprochenen Wortes zu Suchanfragen und dem Verfassen von Nachrichten zu animieren, scheitern.

Wie die Kollegen von iDownloadblog melden, hat Apple die Konfiguration der Siri-Server geändert und ein zusätzliches Token (SetActivationToken) eingeführt. Dieses sorge bei den Proxy-Servern, die für die Nutzung von Siri auf Jailbreak-Geräten nötig sind, für Schwierigkeiten.

„Es tut mir sehr leid, aber ich kann derzeit keine Anfragen entgegennehmen. Bitte versuche es später noch einmal“. So lautet, sinngemäß, Siris Antwort auf alle Eingaben. Da hilft kein Bitten und kein Flehen — aber vielleicht das Löschen der Datei com.apple.assistantplist, die sich im Ordner var/mobile/Library/Preferences befindet.

Merkwürdig ist dabei, dass die Probleme offenbar nicht bei allen Nutzern auftreten. Darüber hinaus ist keineswegs belegt, dass Apple dieses Token explizit als Mittel gegen Spire eingeführt hat. Allein die Tatsache, dass nicht alle Anwender gleichermaßen von der „neuen Sperre“ betroffen sind, spricht dagegen.

Selbst wenn das aber doch der Fall wäre, oder es in der Zukunft einmal solche direkten Maßnahmen gegen einen Siri-Hack geben sollte — so kann das kaum Anlass zur Beschwerde sein. Immerhin handelt es sich um eine Funktion, die explizit dem iPhone 4S vorbehalten ist und Entwicklern nicht zur Verfügung steht, also eine private API.

All das wird findige Entwickler jedoch selbstverständlich nicht daran hindern, eine Lösung nach der nächsten zu basteln, damit Siri allen zur Verfügung steht. Immer in dem Wahn, sich in einem Katz- und Maus-Spiel zu befinden. Ein Spiel, von dem die Katze möglicherweise gar nichts wissen will.

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