Siri für Mac: Wann ist es soweit, Apple?

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Das wohl in den höchsten Tönen gelobte Merkmal des neuen iPhone 4S in Kombination mit iOS 5 ist Siri, der sprachgesteuerte Assistent. Siri versteht in natürlichen Sätzen gesprochene Kommandos und Fragen. Das funktioniert den ersten Testberichten zufolge besser als man denkt und ist eine wahre Hilfe im Alltag. So, und wann kommt Siri nun auf den Mac?

Siri: Nicht ohne mein iPhone 4S

Siri bleibt dem iPhone 4S vorbehalten – noch. Denn es spricht eigentlich nichts gegen eine Ausweitung des Dienstes auf die Vorgänger, den iPod touch oder das iPad. Zumindest iPhone 4 und iPad 2 sollten problemlos in der Lage sein, die gesprochenen Befehle an Apples Server zu senden um sie dort in digitale Taten umzuwandeln. Wie auch John Gruber von Daring Fireball bemerkt: Man sieht Siri an, dass sehr viel mehr dahinter steckt, als auf den ersten Blick erkennbar. Das erinnere ihn stark an die ursprüngliche Form von iOS, das iPhone OS, wie es “damals” noch hieß. Andere träumen von einer Umsetzung der Funktion für Apple TV.

Apple könnte die Technologie ausbauen, der Entwicklergemeinde zur Verfügung stellen und sie damit fantasievolle Anwendungen erforschen lassen. Genau wie es schon beim iPhone OS wunderbar funktioniert hat. Der App Store wurde geboren und brachte zusammen mit dem iPhone 3G im Juli 2008 die langersehnte Öffnung des Systems für Drittanbieteranwendungen. Später folgte eine Fortführung des offenbar erfolgreichen Konzeptes von Apps, gekauft und aktualisiert aus einem zentralen Online-Shop, auch auf dem Mac mit dem Mac App Store.

In drei Stufen zum Ziel: Die Zukunft des sprachgesteuerten Assistenten

Für Siri ließe sich leicht ein ähnlicher Pfad denken – zuerst Stufe eins, Verfügbarkeit ausschließlich im iPhone 4S. Darauf folgt Stufe zwei, Öffnung und Freigabe der APIs für Entwickler. Hierfür wäre allerdings bereits die Überwindung einer Hürde nötig: Jedes Kommando dürfte zu jedem Zeitpunkt nur einer App zugewiesen sein. Hat man etwa Kalender-Programme aus dem App Store installiert, muss der Befehl “Trage mir für Mittwoch um 12 Uhr ein Mittagessen mit Peter ein” eindeutig zugewiesen sein.

Das ließe sich jedoch über die Verallgemeinerung gewisser Befehlsgruppen und deren Verknüpfung mit einzelnen Apps lösen. So wäre ein Menüeintrag in den Systemeinstellungen denkbar, über den sich sämtliche “Kalender-bezogenen” Kommandos etwa mit miCal verbinden lassen. Gewisse Funktionen blieben den Entwicklern vermutlich verschlossen, damit Siri einige ihrer amüsanten “Spleens” behält. Etwa die Beantwortung abstruser Fragen wie “Wo kann ich am besten eine Leiche verstecken?”.

Damit wäre also Stufe zwei erreicht. Nun folgt, Adam Riese hat’s bereits geahnt, Stufe drei: Die Portierung auf den Mac. Augenblicklich gibt es bereits eine Spracheingabe-Funktion für Mac OS X, die sich in den Systemeinstellungen unter “Sprache” aktivieren und konfigurieren lässt. Doch sie ist kaum mehr als ein kümmerlicher Schatten des mächtigen Siri. Präzise Kommandos, die bislang zumeist mehrmals überdeutlich uns Mikrofon gesäuselt werden müssen, könnten aber schon bald einem ganz natürlichen, ja, menschlichen Umgang mit der freundlichen Stimme im Mac weichen.

Siri, spiel mir was von den “Stones”!

Warum also nicht Siri im Mac? Die nötige Leistung sollte wohl auch im kleinsten Einsteiger-Computer aus Cupertino vorhanden sein. Eine Anbindung an die Serverfarm in North Carolina, wo die Sprachbefehle verarbeitet und eine Antwort generiert wird, ist ebenfalls ohne weiteres vorstellbar. Natürlich müsste Siri sich elegant in die sonstige Bedienung des Macs einfügen. Schreibe ich gerade an einem Dokument und fällt mir ein, ich müsste ja noch einen Termin verschieben, wäre es reichlich sinnlos, iCal im Vordergrund zu öffnen und vor meinen Augen die gewünschte Aktion durchzuführen. Nein, der Assistent möge unauffällig im Hintergrund agieren, während der Chef weiter seiner Arbeit nachgeht.

Im iPhone 4S wird Siri entweder durch längeres Drücken des Home-Buttons oder das Erheben des Geräts ans Ohr aufmerksam. Unter OS X könnte, wie schon jetzt möglich, ein Schlüsselwort den Assistenten auf Kommandos achten lassen. “Siri, spiel ein Lied von den Rolling Stones” – “Du hattest schon immer guten Geschmack” und ab geht’s: iTunes startet, die Stones spielen los. Programme öffnen, Kalendereinträge erstellen, Erinnerungen einrichten – alles ohne auch nur einen Finger über Touchpad oder Tastatur zu krümmen. Schön auf dem iPhone 4S, mindestens genau so schön auf dem Mac.

Egal wie, nur her damit!

Es ließe sich sogar, ähnlich wie bereits mit FaceTime geschehen, Profit herausschlagen. So könnte Siri als kostenpflichtige App im Mac App Store erscheinen. Denkbar ist auch, dass Apple die Funktion erst ein wenig reifen lässt und als Verkaufsargument des nächsten Betriebssystems, Mac OS X 10.8 erneut aus dem Hut zaubert.

Auf welchem Weg Siri es letztlich auf mein MacBook Pro schafft, ist mir aber eigentlich egal. Ob als 79-Cent-App oder im Zuge der nächsten OS-X-Raubkatze – eine Sprachsteuerung, die so gut funktioniert, wie sie es auf dem iPhone 4s offenbar tut, löst eine akute “Habenwollenitis” aus. Zudem handelt es sich immerhin momentan noch um ein Beta-Feature, da kann bis zur fertigen Version noch einiges passieren.

Doch all das ist Zukunftsmusik, so melodisch sie auch klingen mag. Fürs erste sind Besitzer des iPhone 4S die einzigen, die Siri bitten dürfen, Termine einzutragen, Erinnerungen zu erstellen oder Fragen mithilfe von Google oder Wolfram Alpha zu beantworten. Möge es nicht mehr all zu lange so bleiben.

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