Tim Cook: Kommentare zu Siri, Patentstreitigkeiten, Barreserven, Mac-Erfolgen und Auswirkungen der Thailand-Flutkatastrophe

Florian Matthey
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Tim Cook äußerte sich in der Konferenzschaltung zu Apples jüngsten Quartalsergebnissen nicht nur zu iPhone-Verkaufszahlen und dem Erfolg auf dem chinesischen Markt. Der Apple-CEO sprach auch über das iPhone-4S-Feature Siri, Apples Patentstreitigkeiten, den Barreserven des Unternehmens, den jüngsten Erfolgen des Macs und den Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe in Thailand.

Siri ist “unglaublich”

Die Spracherkennungs-Software Siri hält Tim Cook für eine “tiefgreifende Innovation”, die er Apple-typisch mit den Vokabeln “erstaunlich” (“amazing”) und “unglaublich” (“incredible”) umschrieb. “Mit der Zeit (…) werden es sehr, sehr viele Leute substantiell benutzen”, so seine Vorhersage für die Auswirkungen der jüngsten Apple-Software-Innovation.

Apple sah sich gezwungen, Patente vor Gericht zu verteidigen

A propos Innovationen: Laut Cook möchte sich Apple weiterhin gegen diejenigen wehren, die nach Auffassung des Unternehmens das geistige Eigentum Apples verletzen. Apple befindet sich in diesen Tagen unter anderem mit den Android-Smartphone-Herstellern Samsung und HTC in Patent-Streitigkeiten. “Wir investieren viel Zeit und Geld und Ressourcen, um unglaubliche Innovationen zu erschaffen”, so der Apple-CEO. “Wir mögen es nicht, wenn die sich jemand anderes nimmt. Leider wurden wir gezwungen, als Abhilfe vor Gericht zu gehen.”

Apple verfügt allerdings nicht nur über selbst geschaffenes geistiges Eigentum. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit auch Patentrechte anderer hinzugekauft – durch den Kauf von Unternehmen und zuletzt durch die vor allem von Google kritisierte Übernahme der Patente des insolventen Telekommunikations-Unternehmens Nortel. Letztere hat Apple als Teil eines Konsortiums zusammen mit Microsoft und anderen Unternehmen erworben.

Apples Barreserven: “Konservativ”, aber “nicht religiös”

Das Konsortium hat für Nortels geistiges Eigentum eine stolze Summe in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar bezahlt. Trotzdem machte Apple auch im vergangenen Quartal wieder einen Gewinn in Milliardenhöhe, der ohne den Nortel-Deal dementsprechend noch höher ausgefallen wäre. Apple hat durch das Plus die eigenen Barreserven mal wieder wachsen lassen – mittlerweile verfügt das Unternehmen über stolze 81,57 Milliarden Dollar.

Cook erklärte, dass das Unternehmen in den letzten Monaten Unternehmen und geistiges Eigentum übernommen und in die Zulieferer-Kette und neue Retail Stores investiert habe. Aus Übernahmen bestehender Unternehmen ist beispielsweise Siri hervorgegangen. Apple möchte das Geld aber behutsam ausgeben: Laut Cook brenne es “keine Löcher in unsere Hosentaschen”, weshalb Apple konservativ investiere und keine Dummheiten machen wolle. Allerdings sei er auch nicht “religiös”, was das Einbehalten oder Ausgeben von Bargeld betreffe. “Das ist immer wieder ein Thema im Verwaltungsrat und wir reden weiter darüber”, so der Apple-Chef auf die Frage eines Analysten. Apples Finanzchef Peter Oppenheimer erklärte außerdem, dass zwei Drittel der Barreserven im Ausland lägen. Das dürfte vor allem steuerliche Gründe, vor allem im Fall von Auslands-Investitionen, haben.

Mac-Verkaufszahlen “nahezug unglaublich”

Was den anhaltenden Mac-Erfolg betrifft, hält Tim Cook die erneut gesteigerten Verkaufszahlen für “nahezu unglaublich”. Er glaube, dass sich viele Kunden durchaus statt für einen Mac auch für ein iPad entscheiden, weshalb er einen “Kannibalisierungs”-Effekt im Apple-Lager nicht bestreitet. Dieser Effekt scheint unter Windows-PCs aber noch größer zu sein – zumindest wachsen die Mac-Verkaufszahlen weiterhin schneller als die der Konkurrenz. Für den Tablet-Markt sieht Cook derweil immer noch viel Potential: Dieser könne eines Tages “größer als der PC-Markt” sein.

Thailand-Hochwasser: Sorge um Zulieferer-Situation

Was die Mac-Herstellung betrifft, will Cook Probleme durch die Flutkatastrophe in Thailand nicht bestreiten. Apple habe mehrere Zulieferer und es gebe verschiedene Fabriken, die zur Zeit nicht arbeiten. Es sei aufgrund des Wetters nicht vorherzusehen, wann sich die Lage erholen werde. Am meisten sei der Mac von diesen Problemen betroffen – “ich kann Ihnen keine genauen Berechnungen geben, aber das ist etwas, das mich besorgt. Es wird in der ganzen Branche eine Knappheit an Festplatten geben – inwieweit das Apple betreffen wird, weiß ich nicht.”

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