Medien-Apps: Neuigkeiten von Bild, Spiegel, Tagesschau und Co.

Sebastian Trepesch
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Ein Rundumschlag zu kleineren und größeren Neuerungen in der virtuellen Medienlandschaft: Das Hamburger Abendblatt reiht sich in die mittlerweile lang gewordene Liste deutscher Zeitungs-Apps ein. In der Vermarktung scheint die Bild-Zeitung einen Schritt vor der Konkurrenz zu sein: Sie verscherbelt ihr Zweijahresabo zusammen mit dem iPad. Bilder von Oben ohne-Frauen sind für das Blatt vielleicht doch kein Problem. Auch öffentlich-rechtliche TV-Sender haben neues zu bieten: Arte brachte heute eine eigene App heraus, die ARD folgt morgen mit der Tagesschau.

Apple hat offensichtlich kein großes Interesse, seinen Tablet Computer über Zeitungsverlage vertreiben zu lassen: Vor zwei Wochen machte die Meldung von Horizont.net die Runde, dass Apple den Verkauf des iPad zusammen mit Abonnements unterbunden hätte. Hans-Joachim Fuhrmann vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger konkretisierte im Nachhinein, dass es nicht um ein Einverständis von Apple für die Koppelung des iPads mit Zeitungsabonnements ging, sondern um die Zusage, den an Tablet Computer interessierten Verlagen das Gerät in größerer Stückzahl zur Verfügung zu stellen.

Die “Bild” bietet zur Zeit jedoch ein Kombi-Paket an – das Abonnement besteht allerdings nicht aus der gedruckten, sondern aus der elektronischen Zeitungsversion: 24 Monate Bild, iPad 16 Gigabyte plus 15 Euro-Gutschein für iTunes. Das Paket kostet 597,50 Euro statt 773,98 Euro im Einzelkauf. Zieht man die Kosten der Apple-Produkte ab, zahlt man immer noch gut 80 Euro für zwei Jahre Zeitungs-App (Normalpreis: 259,98 Euro). Nicht viel für eine Zeitung – sofern man sich mit der “Bild” anfreunden will und kann. Die normale Webseite des Blatts ist für iPad-Nutzer gesperrt.

Ein Leser machte die Macnews-Redaktion im Rahmen des Artikels zu Sex-Apps und Apple-Richtlinien darauf aufmerksam, dass es durchaus Oben-Ohne-Damen in der iPad-Ausgabe der “Bild” zu sehen gibt. Ein Beweisfoto schickte er gleich mit. Anfang des Jahres wurden die Bilder noch mit Überblendungen gezeigt.

Weg von der Bild, aber weiterhin zum Verlag Axel Springer: Das Hamburger Abendblatt hat vor wenigen Tagen eine eigene iPhone-App* herausgebracht. Ab 0.30 Uhr kann die Zeitung im ePaper-Format gelesen werden. Die App ist die ersten 30 Tage kostenlos. Danach kosten die Inhalte schlappe 2,99 Euro pro Monat, beziehungsweise 4,99 inklusive PDFs.

Damit wird die Reihe der Tageszeitungs-Apps wieder ein Stücken länger: Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Financial Times Deutschland, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Saarbrücker Zeitung, Nordbayerischer Kurier, Stuttgarter Nachrichten, Main-Post und einige mehr*.

Der Spiegel-Verlag hat seine Apps für iPhone und für iPad aktualisiert. Sie sollen laut Entwickler jetzt “noch mehr Funktionen und Lesespaß” bieten. Bildergalerien, Videofunktion, Download wurden verbessert, Voice Over (der integrierte Vorleser der iOS-Geräte) hinzugefügt. “Viele Verbesserungen”, schreibt Spiegel in der App-Beschreibung, “beruhen auf Ihrem Feedback”. Anregungen möchte der Verlang aber nicht im Kommentarfeld von iTunes – sondern per Mail (ereader@spiegel.de).

Weg von den Print-Medien, hin zu den TV-Ablegern:

Morgen erscheint eine Tagesschau-App für Smartphones, vom iPhone bis hin zum Android-Gerät. Die Anwendung stellt eine auf die mobilen Telefone optimierte Darstellung der Internetseite dar und wird kostenlos zu erhalten sein. “Keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung“, fasst ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke den Sinn der Anwendung zusammen. Angeboten wird zum Beispiel ein Nonstop-Livestreaming von Nachrichten und weitere Sendungen. Die App wird kostenlos sein. “Dies bedeutet nicht, dass alle von uns künftig angebotenen Apps kostenlos erhältlich sein werden”, erklärt NDR-Intendant Lutz Marmor. Die Anwendung war (und ist wahrscheinlich noch) bei Verlegern umstritten.

Der Fernsehsender Arte brachten heute eine Anwendung heraus. Verpasste Sendungen können mit ihr bis zu sieben Tage nach der ersten Ausstrahlung angeschaut werden. Zudem ist eine Programmübersicht integriert.

Macnews.de wird auf die Apps der TV-Sender in Kürze noch genauer eingehen.

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