Threema & Telegram: Nutzerzahlen steigen in den Millionenbereich

Rafael Thiel
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Der Kauf von WhatsApp seitens Facebook hat bei vielen Smartphone-Nutzern ein Umdenken bezüglich der Sicherheit ihrer Daten ausgelöst. Profiteure davon sind die zahlreichen alternativen Messenger-Dienste, welche sich momentan an den rapide steigenden Nutzerzahlen erfreuen. Die Schweizer Alternative für WhatsApp mit Fokus auf Datensicherheit hat nun einen weiteren Meilenstein erreicht – über eine Million Nutzer kann Threema bis dato verbuchen. Der Telegram-Messenger darf sich sogar über fünf Millionen Neuannmeldungen täglich freuen.

Threema & Telegram: Nutzerzahlen steigen in den Millionenbereich

Der Hype hält weiter an. Nachdem Telegram bereits neulich voller Stolz verkünden konnte, dass sich innerhalb kurzer Zeit knapp zwei Millionen neue Nutzer bei dem Dienst registriert haben, hat jetzt auch das Schweizer Pendant Threema die Millionenmarke geknackt. Dies ist insofern bemerkenswert, als Threema im Gegensatz zu Telegram in der Anschaffung kostenpflichtig ist – 1,60 Euro wollen die Entwickler für ihre Anwendung haben.

Die Kernkompetenz von Threema – mutmaßlich für viele Nutzer auch der Grund für die Anschaffung – ist die Datensicherheit. Nachrichten werden mittels asymmetrischer Kryptografie End-to-End-verschlüsselt, wodurch der Inhalt der Datenpakete erst auf dem Endgerät des Empfängers angezeigt wird. Zudem wird über weitere Verschlüsselungsmechanismen sichergestellt, dass die Netzwerkpakete unterwegs nicht aufgezeichnet werden können.

Der Erfinder von Threema und Gründer der Kasper Systems GmbH, Manuel Kasper, äußert sich diesbezüglich wie folgt:

Nicht einmal wir als Serverbetreiber können die Inhalte der Nachrichten entschlüsseln. Bei der Verschlüsselung selbst setzt Threema auf die bewährte und gut dokumentierte „NaCl: Networking and Cryptography library“ des Mathematikers Daniel J.Bernstein.

Trotz des komplexen Sicherheitssystems kann Threema auch in der alltäglichen Nutzung überzeugen. Neben Nachrichten lassen sich auch Fotos, Bilder aus der Galerie, Videos und der eigene Standort an Kontakte übermitteln. Wie es sich für einen Messenger-Dienst gehört, werden neben Einzelchats, auch Gruppenchats unterstützt. Weitere Details zum Funktionsumfang findet ihr in unserem Test.

Eine weitere WhatsApp-Alternative vermeldet derzeit bis zu fünf Millionen Neuanmeldungen täglich. Obwohl der Telegram-Messenger in puncto Sicherheit nur bedingt mit dem Schweizer Produkt mithalten kann, erfreut sich auch dieser Chat-Dienst zunehmender Popularität. Zumal Telegram, dank eines eigens entwickelten Sicherheitsprotokoll, immer noch sicherer als das große „Vorbild“ WhatsApp ist. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Dienst auf mehreren Endgeräten gleichzeitig zu nutzen, da die Kommunikation optional auch auf Cloud-Servern gesichert werden kann. Bei uns findet ihr einen ausführlichen Testbericht zum Telegram-Messenger.

Bislang scheinen die Server der Betreiber dem Ansturm jedoch nicht gewachsen zu sein. Es kommt derzeit noch zu serverseitigen Ausfällen der Anwendung. Nichtsdestotrotz darf sich auch Telegram zu den Gewinnern der Facebook-Übernahme zählen. Dadurch, dass die App für den Nutzer bislang kostenfrei ist, scheint Telegram die beliebteste Ausweichstelle für Abtrünnige des ehemaligen WhatsApp-Monopols.

Es bleibt abzuwarten, ob Threema und Telegram die Aufmerksamkeit, welche den Diensten derzeit sogar in den Massenmedien zuteil wird, in dauerhaften Erfolg ummünzen können. Schließlich gibt es noch zahlreiche weitere WhatsApp-Alternativen, welche die Gunst der Stunde zu nutzen gedenken – wobei WhatsApp nach wie vor den größten Kundenstamm vorzeigen kann. Und letzteres ist schlussendlich entscheidend für den Erfolg eines Messengers – die Anzahl der erreichbaren Kontakte.

Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,99 €
Telegram
Preis: Free

Quellen: Threema.ch, Telegram, iFrick

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