TomTom überwacht Fahrverhalten und informiert die Versicherung

Hüseyin Öztürk
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Der Hersteller von Navigationsgeräten TomTom hat ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt. In Zukunft will man mit Versicherungen zusammenarbeiten und Daten über das Fahrverhalten der Versicherten zur Verfügung stellen. Anhand dieser Informationen könnten dann die Prämien berechnet werden.

TomTom überwacht Fahrverhalten und informiert die Versicherung

Einen ersten Partner hat TomTom auch schon gefunden. Die britische Versicherung Motaquote wird in Zukunft ein neues Prämien-Modell unter dem Namen “Fair Play” anbieten. Hierbei werden vorsichtige und besonnene Fahrer mit günstigen Verträgen belohnt, wohingegen rasende und aggressive Kunden mit höheren Beiträgen rechnen müssen. Wer öfters das ESP-Lämpchen aufblinken lässt oder die Innenstadt mit dem Grand Prix von Monaco verwechselt soll in Zukunft mehr Geld zahlen als jemand der spritsparend fährt. Dabei muss es nicht einmal zu einem Schadensfall gekommen sein und falls doch dürfte sich dieser sicherlich noch separat auf die Beiträge auswirken.

Damit auch fleißig Daten durch die Navigation gesammelt werden können, müssen sich Kunden die sich für die Fair Play Versicherung interessieren, mit der Überwachung einverstanden erklären. Dafür erhalten sie ein speziell für diesen Einsatz hergestelltes TomTom Pro 3100 Navi und nachdem das mit allerlei Kontrollsystemen ausgestattet ist, kann man auch seine erste Fahrt antreten. Man sollte sich aber vorher im Klaren darüber sein, dass ab diesem Zeitpunkt das Fahrverhalten bis ins kleinste Detail analysiert und an die Versicherung übermittelt wird. Das Pro 3100 soll dabei nicht nur die gefahrene Geschwindigkeit aufzeichnen, sondern auch abrupte Bremsmanöver oder zu scharf genommene Kurven registrieren.

Wie fair solche Versicherungen wirklich sind, wird die Zeit zeigen und darüber hinaus ist es fraglich, ob sich wirklich viele Fahrer überwachen lassen wollen, um ein paar Euro zu sparen. Zudem ist noch nicht klar, nach welchen Kriterien die Abstufungen vorgenommen werden und wie man einzelne Situationen bewertet. Ein abruptes Bremsmanöver kann auch durch andere Verkehrsteilnehmer ausgelöst werden. In Deutschland hätte man zudem einige Schwierigkeiten solch ein Vorgehen mit dem Datenschutz in Einklang zu bringen. Würdet ihr euer Fahrverhalten überwachen lassen, um eine günstigere Versicherung zu bekommen?

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