Windows Phone 7 Lizenznehmerpreise bekannt geworden

Matthias Schleif

Na, da hat sich der gute Senor Santiago Sierra, seines Zeichens Portfolio Manager des Smartphone-Produzenten ZTE für Großbritannien, aber mal verplappert. Die eigentlich nicht für uns Fußvolk bestimmte Information, wie tief die jeweiligen OEM-Fertiger für den Einsatz des Windows Phone 7.5 Betriebssystems auf einem ihrer Telefone in die Tasche greifen müssen, ist aber nicht nur “an sich” schon recht erhellend, sie lässt auch noch einige Rückschlüsse auf andere Geschäftsbereiche zu.

Windows Phone 7 Lizenznehmerpreise bekannt geworden

18 bis 24 Euro
Zwischen achtzehn und vierundgwanzig Euro müsse ein Hersteller pro WP7-Lizenz in etwa berappen, zitiert “Trusted Reviews” den Manager, der sich danach aber wohl auf die Zunge gebissen hatte, um dazu keine weiteren, unüberlegten Äußerungen mehr zu tätigen. Anhand vergangener und aktueller Lizensierungsregeln für MS´ Desktop- und Notebookbetriebssysteme kann man sich aber auch so ausrechnen, daß der anvisierte Preis sich einerseits an der geplanten Stückzahl orientiert (Stichwort: Volumenlizenzen), andererseits aber auch auf die verbaute Hardware bezogen ist. Kleine Serien mit extravaganten Bausteinen oder selten benutzten Funktionen werden dadurch verteuert, was sich wegen des erhöhten Aufwands auf der Codeseite aber auch rechtfertigen lässt.

Schaut man sich dagegen einmal an, wie (verhältnismäßig) wenig Geld “Winzigweich” damit verdient hat – laut Golem.de gerade einmal 30 – 40 Millionen US-Dollar – bestätigt sich ein Trend: Für Betriebssysteme wird immer weniger Geld ausgegeben. Dank Google und Android, aber auch dank anderweitiger Refinanzierungsmöglichkeiten (Apps) ist nahezu niemand mehr bereit, für eine dieser “App-Verkaufsplattformen” zu bezahlen.

Hätten die Hersteller für das Android-OS von Google einen ähnlich hohen Preis zahlen müssen, wie für das mobile Windowssystem, entspräche das bereits (bei bisher knapp 50 Mio. verkaufter Android-Einheiten) einem Euro-Volumen von immerhin fast 200 Millionen. Für Google hat sich die Aktion sicher dennoch gelohnt, da sie so auf sehr vielen Geräten als Kernbestandteil verankert sind.

Daß der OS Markt immer weniger einträglich sein würde hat Microsoft aber ausnahmsweise mal auch nicht verschlafen. Außer Clouddiensten wie Azure, professionellen Sharepoint-Entwicklungen oder dem Freundenetzwerk mit LiveID auf der XBOX gibt es noch sehr viele Beispiele auf Microsofts Webseiten, die zeigen, daß der Weg auch in Redmond weg vom Geschäft mit OS-Lizenzen, hin zum ganz großen Geldscheffeln auf dem “Software as a Service”-Markt (SaaS), führt. Mit solchen “Peanuts” gibt man sich ja sicher nicht auf Dauer zufrieden.

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