Atemlos: Kinokritik - Ein Twilight-Werewolf in Bourne-Hosen

Martin Beck
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Taylor Lautner hat einen beneidenswerten Körper, doch ansonsten ist der Typ eine Flasche. Diese grauenvollen "Twilight"-Filme haben ihn für alle Zeiten gebrandmarkt, so dass "Atemlos", seine erste Solo-Hauptrolle, selbst dann nicht zünden könnte, wenn hier der heißeste "Bourne"-Klon ever abfackeln würde.

Atemlos: Kinokritik - Ein Twilight-Werewolf in Bourne-Hosen

Wie gut deswegen, dass “Atemlos” genau der hingeknallte Schrottfilm ist, den man erwartet. Während der ersten zwanzig Minuten läuft Taylor Lautner ohne Hemd herum, gewinnt ein Kickboxing-Match UND ein Wrestling-Match, und röhrt auf seinem Motorrad durch die Gegend. “Atemlos” ist Taylor Lautner ist ein pubertärer Poster-Jock, dessen “Twilight”-Ruhm nun möglichst schnell durch die “cash in”-Mühle geschickt werden soll.


Dass der Film nicht etwa wegen seines tollen Drehbuchs grünes Licht bekommen hat, merkt man spätestens, wenn das grundsätzliche interessante Plotgerüst (=Lautner entdeckt sein Bild auf einer “Vermisst”-Anzeige und eröffnet so eine Hetzjagd nach der wahren Identität) einem Bombardement hirnrissiger Tiefschläge ausgesetzt wird. Die Dialoge sind teilweise steineerweichend dumm, unlogische Wendungen zerbröseln jeden Anflug von Spannung und die Baddies sind a) ein grummeliger CIA-Boss (Alfred Molina) und ein fieser Gangster aus Serbien (Michael Nyqvist).


Wer sich nun fragt, was Leute wie Alfred Molina und Michael Nyqvist in so einem Film zu suchen haben, weiß noch nicht, dass hier auch Sigourney Weaver, Maria Bello und Jason Isaacs anwesend sind. Es ist einfach unglaublich, wer bei “Atemlos” so alles in der zweiten Reihe steht und brav Platz macht für einen hoffentlich nur momentan heissen Hauptdarsteller, der selbst inmitten dieser Malen-nach-Zahlen-Nummer wie ein holpriger Anfänger wirkt. Blutleere FSK-12 Action mit möglichst vielen Gelegenheiten ohne Hemd dazustehen. Taylor Lautner, bitte übernehmen Sie!


Fazit
“Atemlos” ist purer Fan-Service für “Twilight”-Fans, die so laut und lange kreischen werden, bis ihnen die madige Qualität der Verpackung völlig egal ist. Ein unbegabter Hauptdarsteller, eine unlogische, dumme Geschichte und -schon wieder- dumme Dialoge? Sorry, aber ich habe gerade nicht zugehört. Da ist doch der Jaaaacob…und macht lauter Dinge, die eine solide Grundlage für eine langfristige Schauspielkarriere bedeuten. Niemand soll schließlich lästern dürfen, dass die Tage des Mannes mit dem Abspann des letzten “Twilight”-Films gezählt sein werden.


Wenn jemand bei “Atemlos” tatsächlich unsere Sorgenfalten verdient hat, dann ist das Regisseur John Singleton. Der Mann hat einst “” gedreht und inszeniert hier seinen ersten Film seit sechs Jahren. Mit steifen Martial Arts-Kämpfen, einem grundsätzlichen Unverständnis für Action und einer durch und durch gesichtslosen Kapitulation vor der Berufsbezeichnung “Auftragsregisseur”. Der hier einen blöden ““-Klon abliefert. Und es nur der Besetzung zu verdanken hat, seine Deutschlandpremiere nicht an Videothekenwänden feiern zu müssen.

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