Der Beyerdynamic Aventho wireless überrascht mit einer ungewöhnlichen, aber sehr nützlichen Funktion: Mit einem Hörtest erstellt er für seinen Nutzer ein persönliches Klangprofil. Funktioniert das auf HiFi-Niveau? Wir haben ihn getestet.

Beyerdynamic Aventho wireless im Test: Kleines Prachtstück

In Zusammenarbeit mit dem dem Berliner Entwicklerbüro Mimi Hearing Technologies möchte der Heilbronner Audiospezialist Beyerdynamic offensichtlich beweisen, dass er sich von den Technikexperten Sony, Libratone und Co im Kopfhörerbereich nicht abhängen lassen will. Das Konzept des Beyerdynamic Aventho wireless ist jedenfalls so nützlich wie fortschrittlich: Es handelt sich um einen Bluetooth-Kopfhörer (On ear) mit zugehöriger App.

Über diese App führt man einen Hörtest durch, in dem man angibt, welche Testtöne man hört und welche nicht. Das daraus errechnete Hörprofil wird in ein Klangprofil umgewandelt, das die Schwächen des persönlichen Gehörs ausgleicht. Es wird direkt auf den Kopfhörer geladen und dort gespeichert. Über die App kann man die Intensität variieren und das Profil deaktivieren. Natürlich kann man den Kopfhörer auch über Kabel und ganz ohne Klangtuning nutzen.

Beyerdynamic Aventho wireless bei Amazon *

Beyerdynamic Aventho wireless im Test – Fazit

Mit Materialien, Verarbeitung und Design beweist Beyerdynamic wieder einmal, dass das Unternehmen weiß, wie man qualitativ hochwertige Kopfhörer baut – „Made in Germany“ übrigens. Bei der Preisklasse von 450 Euro sollte man das aber auch erwarten. Das Design des Aventho wireless ist funktional mit leichtem Retro-Touch, der Sitz ist gut.

Das wichtigste ist aber der Klang – und der ist top. Die Abstimmung ist so gewählt, dass man mehrere Stunden Musik hören möchte: kräftig, aber nicht übertrieben, ohne starke Anhebungen von einzelnen Frequenzbereichen, HiFi-kompatibel eben. Die Auflösung ist wohl nicht zuletzt dank Tesla-Technologie hoch.

Das persönliche Klangprofil ist ein Highlight, das aber je nach Zustand des Gehörs nicht unbedingt sehr auffällig arbeitet. Es fällt vor allem durch eine höhere Präsenz und mehr Höhen auf. Da das Klangprofil auf dem Hörer gespeichert ist, reicht es, die App bei der Inbetriebnahme durchzugehen und dann ohne weiteres Technik-Gefriemel Musik zu genießen.

Bewertung des Aventho wireless

  • Klang: 90 Prozent
  • Tragekomfort: 80 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 95 Prozent

Gesamt: 89 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

test-beyerdynamic-aventho-wireless-wertung

Der Kopfhörer erscheint morgen .

Aventho wireless im Test: Das hat uns außerdem gefallen

  • Die rechte Hörerseite ist ein Touch-Feld. Hier wischt man für die Lautstärken- und Musiksteuerung, zudem kann die Sprachsteuerung des Smartphones gestartet oder ein Anruf angenommen werden.
  • Die Empfindlichkeit des Touch-Felds ist einstellbar, Befehle können deaktiviert werden.
  • Der Aventho wireless unterstützt gute Codecs für die Audioübertragung zum Smartphone: aptX HD, aber auch AAC für iOS-Geräte.
  • Beim Pairing hilft (je nach Abspielgerät) NFC.
  • Der Akku hält viele, viele Stunden (über 20 Stunden laut Hersteller).
  • Die Hörmuscheln lassen sich für den Transport zur Seite drehen.
  • Eine solide Stofftasche liegt bei, außerdem natürlich Lade- und Audiokabel.
Bilderstrecke starten
13 Bilder
12 tolle Geschenkideen für iPhone- und Mac-Besitzer zu Weihnachten 2017

beyerdynamic-aventho-wireless-test-lieferumfang-kopfhoerer

Das fanden wir nicht so gut:

  • Der Einschaltknopf ist etwas schwer bedienbar.
  • Der Ladeanschluss passt nicht ganz ins optische Gesamtbild.
  • Noise Cancelling ist leider nicht integriert.
  • In der App ist nicht mehr als ein Hörprofil speicherbar.

Beyerdynamic Aventho wireless: Gut zu wissen

  • Das hohe Niveau des Klangs bietet der Aventho wireless auch ohne die klangliche Anpassung an das persönliche Gehör.
  • Kennern könnte das von teuren Beyerdynamic-Kopfhörern bekannte Glitzern in den Höhen fehlen. Der Klangabstimmung des Aventho schadet das aber nicht.
  • Im Hörtest gibt man an, ob man den durch die Frequenzen wandernden, pulsierenden Ton in verschiedenen Lautstärken hört oder nicht. Realisiert wird das über die MIY-App des Herstellers (Screenshots oben), die kostenlos in den App Stores zu finden ist.
  • Die Ladebuchse am Hörer ist USB C – ja, Beyerdynamic scheint wirklich in vielen Disziplinen den neusten Standard abbilden zu wollen.

Wer auf der Suche nach Alternativen ist: Der Libratone Q Adapt On-Ear (siehe Test) kann klanglich nicht ganz mit dem HiFi-Sound des Aventho mithalten, bietet dafür ein starkes Noise Cancelling. Der B&W P7 Wireless (siehe Test) ist ein größerer Over-Ear-Hörer, der einen noch etwas offeneren Klang als der Aventho bietet.

* gesponsorter Link