Apple iPod nano: Der Kleinste mit Touchscreen

Sven Kaulfuss

In 2005 erweiterte Apple die iPod-Produktlinie durch den iPod nano. Als legitimer Nachfolger des iPod mini stellte der nano die günstigste und wohl eleganteste Art und Weise dar einen vollwertigen iPod zu nutzen. Während dieser Zeit änderte das Modell oftmals seine Form und Funktion. Die aktuelle sechste Generation überrascht erneut mit ihrem Auftreten, erhielt sie doch wie der große Bruder iPod touch nun einen Touchscreen.

Design: Touchscreen mit Clip

Der iPod nano verzichtet mittlerweile auf eine Tastenbedienung, denn das bekannte Clickwheel wich einem 1,54-Zoll-Touchscreen (Auflösung 240 x 240 Pixel). Dieses steckt in einem winzigen Gehäuse aus Aluminium (21,1 Gramm; 37,5 x 40,9 x 8,78 mm) und lässt sich wie beim iPod touch per Multi-Touch-Gesten steuern. Auch wenn das Design der Buttons auf dem Bildschirm dem mobilen Betriebssystem iOS des iPod touch und des iPhones gleicht, muss man doch feststellen, dass der iPod nano auf die Möglichkeit zusätzlicher Apps verzichten muss. Stattdessen lässt sich der iPod nano – genau wie sein kleines Brüderchen der iPod shuffle – mit einem Clip an der Kleidung befestigen. Für diesen Fall lässt sich der Bildschirminhalt auch komplett nach Belieben drehen – so wie man es halt benötigt. Trotz seiner geringen Größe ist der Akku sehr leistungsstark und liefert genug Power für 24 Stunden Musikwiedergabe. Erhältlich ist der iPod nano in insgesamt sieben Farben (rotes Modell nur im Apple Store und mit den bisherigen Kapazitäten von acht und 16 Gigabyte.

Radio und Nike+
Wem die eigene Musiksammlung nicht genügt, der nutze einfach das integrierte FM-Radio. Dieses unterstützt zudem die Live-Pause-Funktion, mit der man kurzerhand die aktuelle Sendung auf Wunsch anhält, der iPod zeichnet derweil weiter im Hintergrund auf und mit einem Fingertip hört man später das Radioprogramm genau an der Stelle weiter, an der man zuvor stoppte. Der iPod nano empfiehlt sich nicht nur aufgrund seiner Größe und seines Befestigungsclips für Jogger, lässt er sich doch auch als Schrittzähler nutzen und unterstützt den Nike+ Sensor (optional für passende Schuhe erhältlich) für einen Kilometergenaues Training.

VoiceOver
Auch wenn der der iPod nano über einen Touchscreen gesteuert wird, muss man nicht zwangsläufig auf das Display zur Bedienung schauen. Dank VoiceOver besitzt der iPod nano eine Bildschirmlesefunktion – einfach aufs Display tippen und man hört eine Beschreibung des jeweiligen Steuerobjektes. Aufgrund des kleinen Touchscreens gelingt dies jedoch nicht so gut wie beispielsweise beim iPod touch. Für die „blinde“ Musiksteuerung empfiehlt sich zudem der Kauf der optionalen Ohrhörer mit Fernbedienung, denn VoiceOver nennt zudem Song und Interpret des aktuellen Titels.

Nur Audio: Foto und Video Fehlanzeige
Im Gegensatz zu seinem unmittelbaren Vorgänger muss der iPod nano in der sechsten Generation vollständig auf eine Unterstützung für Fotos und Videos verzichten. Nicht nur dass Apple die Videokamera weggelassen hat, auch das bloße Abspielen von Filmen wurde weg rationalisiert – bedauerlich.

Vorteile:
• sehr klein und kompakt
• gute Verarbeitung (Aluminiumgehäuse)
• Clipbefestigung

Nachteile:
• keine Foto- und Videounterstützung
• keine Videokamera mehr integriert
• Touchbedienung durch das sehr kleine Display erschwert

Fazit
Back to the roots: Apple konzentriert sich mit dem iPod nano wieder vollends auf die Audiowiedergabe. Die Foto- und Videounterstützung der fünften Generation wurde deshalb auch Ersatzlos gestrichen. Ein vollwertiger iPod wie der iPod classic oder der iPod touch, ist der iPod nano nicht mehr. Der nano ist eher ein aufgebohrter shuffle, der ideale Zweit-iPod für Jogger und trendbewusste Mitmenschen. Die Idee des Touchscreens ist zwar konsequent, wird aber aufgrund der geringen Größe etwas ad absurdum geführt, auch dadurch, dass es keine weiteren Apps oder dergleichen gibt.

Übersicht Apple iPod nano:
Hersteller: Apple
Systemvoraussetzungen: Mac OS X Leopard 10.5.8 oder neuer und iTunes 10 bzw. PC mit Windows XP, Vista oder 7 und iTunes 10
Preis: 159 Euro (8 GB) und 189 Euro (16 GB)
Letzte Aktualisierung: September 2010
Macnews.de-Wertung: 3 von 5 Sternen
Weitere Testberichte: alaTest

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