Trainingspartner aus Cupertino

Der iPod kann mehr als nur für die Berieselung mit Musik zu sorgen. Er eignet sich auch als Begleiter beim Sport und sorgt dort für Extramotivation. iMACup stellt eine Auswahl an passendem Zubehör vor.
Laufen mit Nike+iPod Ende Mai 2005 gaben Apple und Nike bekannt, dass sie mit ihrem System Nike+iPod eine Kooperation ins Leben gerufen haben, die den iPod nano zum Trainingscomputer umfunktioniert. In Verbindung mit einem kompatiblen Nike-Schuh sowie einem Sensor werden Trainingsdaten wie Trainingszeit, Distanz und während des Trainings verbrannte Kalorien kabellos an den iPod nano gesendet.
Zurück zu Hause, kopiert iTunes die Daten auf den Rechner und leitet sie an die speziell dafür eingerichtete Homepage www.nikeplus.com weiter. Dort lassen sich dann alle bisher absolvierten Trainings nach Tagen, Wochen und Monaten sortiert ansehen und vergleichen. Die Läufe können wahlweise nach ihrer Distanz oder Dauer sortiert und als Balkendiagramm angezeigt werden.
Die Nike+-Homepage unterstützt den Sportler auch bei der Umsetzung seiner Ziele. So lässt sich festlegen, dass man innerhalb eines definierten Zeitrahmens von vier bis 16 Wochen entweder eine bestimmte Anzahl an Läufen absolviert, eine festgelegte Strecke zurücklegt, die Summe X an Kalorien verbrennt oder die Hausstrecke in einer gewissen Zeit läuft. Nike+ informiert dann bei jedem Besuch, auf Wunsch auch per Widget für Mac OS X oder Windows, über den aktuellen Fortschritt. Von merkwürdigen Übersetzungen („24 Tage links“) einmal abgesehen ist dieses Feature eine sinnvolle Hilfe.
Nike+iPod: Online-Herausforderungen
Eine weitere gute Möglichkeit, die Motivation am oberen Anschlag zu halten, ist die Durchführung von Wettbewerben. Dabei kann festgelegt werden, dass derjenige gewinnt, der als Erster eine festgelegte Distanz läuft, innerhalb eines Zeitraums die meisten Kilometer hinter sich bringt oder eine bestimmte Distanz in der kürzesten Zeit absolviert. Es kann aber auch im Team gelaufen werden. Das Streckenziel, zum Beispiel 100 Kilometer, muss dann von jedem Mitglied der Gruppe bewältigt werden. Auch hier gibt es das passende Widget zum Download. Seit März 2007 lassen sich solche Herausforderungen kommentieren, um bei Bedarf weitere Brisanz in den Wettkampf zu bringen.
Nike+iPod: Strecken finden und veröffentlichen
Seit dem März-Update der Nike+-Homepage besteht zusätzlich die Möglichkeit, Strecken in eine Karte einzuzeichnen oder Laufstrecken zu suchen. Möglich macht es eine Kooperation mit Google. Google ist mit Google Earth bereits seit längerer Zeit mit der Auswertung von Satellitenkarten vertraut. Auf Nikeplus.com kann jetzt jedes Mitglied seine Laufstrecken auf einer Satelliten- oder Straßenkarte nachzeichnen und auf Wunsch auch für die Allgemeinheit zugänglich machen. So findet man sorgsam eingetragene und kommentierte Karten in der eigenen Umgebung.
Nike+iPod: Nike scheint zufrieden
Knapp ein Jahr nach Beginn der Kooperation haben die Nike+-Läufer fast 20 Millionen Kilometer gesammelt und die Frequenz wird immer höher, was der Streckencounter auf der Nike-Homepage sichtbar macht. Nike+iPod scheint für Nike ein derart großer Erfolg zu sein, dass Nike-CEO Mark Parker im März 2007 in einem Interview bekannt gab, dass bis Ende des Jahres 2007 alle Nike-Laufschuhe eine Aussparung für den Sensor in der linken Sohle besitzen werden. Bisher sind lediglich ein paar ausgewählte Modelle Nike+-kompatibel. Aber Nike hat seine Hausaufgaben auch beim Design der Schuhe gemacht. Sahen die ersten Modelle wie der erste Nike+ Air Zoom Moire mehr wie ein normaler Turnschuh aus, gibt es jetzt auch aktuelle Modelle wie den Air Zoom Vomero+ 2, die sowohl vom Material als auch vom Aussehen her wie ein echter Laufschuh wirken.
Nike+iPod: Clips für Nike+
Das System von Nike und Apple funktioniert gut. Allerdings auf den ersten Blick nur dann, wenn man einen Schuh von Nike im Einsatz hat. Kann man aus irgendwelchen Gründen nicht mit Nike laufen, fehlt die Befestigungsmöglichkeit für den Sensor. Die Gründe für die Wahl eines anderen Schuhs können darin liegen, dass der Fuß beispielsweise zu breit ist für einen Nike-Schuh. Heutzutage lässt eine Lösung für diesen Umstand nicht lange auf sich warten. SwitchEasy (www.switch
easy-europe.eu), Marware (www.ark tis.de) und www.chip-clip.com bieten entsprechende Adapter an, die in Optik und System unterschiedlich sind, aber alle eine Aufgabe haben: den Sensor des Nike+-Systems an den Schuhbändern zu befestigen. Kostenpunkt: acht bis zehn Euro. Was die Genauigkeit angeht, ergab ein Test mit Clips im Vergleich zum Lauf mit einem Nike+-Schuh keine nennenswerten Abweichungen. Allerdings ist die Methode mit passendem Schuh die elegantere. Der Sensor hat so seinen angestammten Platz und muss nicht oben am Schuh befestigt werden.
iPod-Kleidung
Nike selbst hat einige Kleidungsstücke im Programm, die mit Taschen für den iPod nano ausgestattet sind. So hat etwa das Featherweight Jacket am linken Ärmel einen Einsatz, der sich bei Nichtgebrauch über einen Reißverschluss abnehmen lässt. Ist der Einsatz an der Jacke angebracht, kann der Ärmel an dieser Stelle hochgeschoben werden, damit man Zugriff auf den iPod bekommt. Der iPod-Einsatz bleibt durch das rutschfeste Material dabei fest am Arm. An Arm und Schulter gibt es zusätzlich einige kleine Schlaufen, durch die sich das Kabel der Kopfhörer leiten lässt.
Auch wenn die Jacke eigentlich für das Laufsystem Nike+iPod konzipiert wurde, kann sie für alle anderen sportlichen Aktivitäten genutzt werden, bei denen der iPod nano mit von der Partie sein soll. Außerdem gibt es noch Shirt und Hosen mit iPod-Funktionalität. Die Dri-FIT-Materialien halten den Körper trocken, indem der Stoff den Schweiß nach außen transportiert (www.nikeplus.com).
Von Urban Tool kommt mit dem grooveRider ein Shirt, das nicht nur eine Tasche zur Aufbewahrung des iPods anbietet. Über eine in das Shirt integrierte Bedienfläche lässt sich der iPod auch steuern. Der iPod kann so gestartet und gestoppt werden, die Lautstärkeregelung und Titelauswahl ist möglich (140 Euro, www.urbantool.de).
Kopfhörer
Apples weißer Kopfhörer, der jedem neuen iPod beiliegt, hat beim Sport einige Defizite. Zwar bleibt er im Liegen, Sitzen und Gehen halbwegs fest im Ohr. Beim Sport dagegen rutscht er leicht heraus. Insbesondere dann, wenn der Akteur noch dazu schwitzt. Eine Alternative zu Apples Knopf im Ohr sind Ohrbügelhörer, Kopfbügelhörer oder In-Ear-Hörer. Sennheiser hat mit dem peppigen OMX 70 Sport einen grünen Ohrbügelhörer im Programm. Der Ohrbügel ist aus weichem Kunststoff gefertigt und drückt auch nach einem längeren Lauf von mehr als zwei Stunden nicht. Dem Hörer liegen ein Silikontäschchen, Ohrpass-Stücke und ein Kabelclip zur Befestigung an der Kleidung bei (40 Euro, www.sennheiser.de).
Bügelhörer halten die Ohrstöpsel auch fest im Ohr. Der Bügel wird hinter dem Kopf am Nacken entlang geführt und kann so nicht verrutschen. Der Bügel selbst übt ständig einen leichten Druck auf den Hörer aus und hält ihn so zuverlässig am Ohr. Das Gegenstück zum Sennheiser OMX 70 Sport ist der PMX 70. Das Design ist ähnlich und auch der Klang ist vergleichbar. Wer anstelle des Ohrbügelhörers lieber einen Nackenbügelhörer möchte, ist mit dem PMX 70 gut beraten (45 Euro, www.sennheiser.de).
In-Ear-Hörer eignen sich sehr gut zum Sport. Da sie direkt in den Gehörgang gesteckt werden, sitzen sie in der Regel sehr gut und verrutschen nicht. Wichtig ist, dass es eine ausreichende Auswahl an Passstücken gibt, damit man die Hörer an die Ohren anpassen kann. Da der Ton direkt ins Ohr geleitet wird, ist der Klang von In-Ear-Geräten sehr gut. Der Nachteil: Sie sollten nur dann benutzt werden, wenn man im Wald oder in Gegenden ohne Straßenverkehr läuft, weil sie die Außengeräusche sehr stark abschirmen. Von Bose kommen In-Ear Headphones, die einen guten Klang bringen und schick aussehen. Außerdem sitzen sie fest dank farblich unterschiedlicher Silikonadapter in drei Größen (100 Euro, www.bose.de).
Hüllen/Armbänder/Halsbänder
Der iPod muss beim Sport gegen allerhand Einflüsse geschützt werden. Beim Wassersport darf kein Sand oder Wasser an den Player gelangen, beim Wandern oder Bergsteigen gilt es, den iPod gegen mechanische Belastungen zu schützen. Aber für jede Gefahr, den iPod in die ewigen Jagdgründe zu schicken, gibt es auch eine passende Aufbewahrungsmöglichkeit. Gegen moderate Belastungen schützen Silikonhüllen, zum Beispiel von Logic 3. Diese Schutzhüllen gibt es passgenau für den iPod nano der ersten und zweiten Generation sowie den iPod mit Videofunktion. Gerade die Ecken und Kanten des iPods werden so geschützt (ab 15 Euro, www.spectravideo.com).
Logic 3 hat auch Cases im Programm, wenn es etwas härter zur Sache geht. Das Crystal Armour Case besteht aus Polycarbonat und hält auch starken Belastungen stand. Außerdem ist es spritzwassergeschützt, und mit Hilfe des beigelegten Adapters gilt das auch für die Verbindung zum Kopfhörer. So kommt kein Staub, Sand oder Wasser ins Gehäuse. Auch die Crystal Armour Cases gibt es für den nano der ersten und zweiten Generation sowie den iPod mit Videofunktion (ab 15 Euro, www.spectravideo.com).
Bis zu drei Metern Tiefe wasserdicht sind die Schutzhüllen von H2O Audio, die es für eine Vielzahl iPods gibt. In Verbindung mit den wasserdichten Kopfhörern macht der iPod auch dann nicht schlapp, wenn man beim Surfen mal vom Brett fällt oder beim Schnorcheln der iPod unter Wasser gerät (150 Euro inklusive passender Kopfhörer, www.drbott.de).
Der iPod kann während des Workouts gut in der Hosen- oder Jackentasche aufbewahrt werden. Allerdings schränkt das die Bedienbarkeit ein, weil der Player zur Bedienung jedes Mal erst aus der Tasche geholt werden muss. Eine elegantere Lösung sind Arm- oder Halsbänder, die es in unterschiedlichen Ausführungen für die verschiedenen iPod-Modelle gibt.
Für den nano, mini und shuffle gibt es für 30 Euro von Apple Armbänder in verschiedenen Farben. Damit lassen sich die Player am Oberarm befestigen. Bei nano und mini bleibt das Display sichtbar und das Click Wheel kann ohne Einschränkung benutzt werden. Allerdings funktioniert das nano-Armband nicht mit Nike+, weil zwar der iPod nano in das Armband passt, der Adapter aber keinen Platz hat.Möchte man den nano mit Nike+-Adapter am Arm anbringen, empfiehlt sich der Kauf des Nike+ Sport Armbands für iPod nano, das ebenfalls 30 Euro kostet. Allerdings ist dabei das Display nicht mehr sichtbar, und auch das Click Wheel befindet sich hinter Stoff, was die Bedienung etwas erschwert (www.apple.com/de).
Sportgeräte
Life Fitness, der weltweit größte Hersteller von Fitnessgeräten, hat ein Laufband mit iPod-Integration angekündigt. In die Laufbänder der Serie 95Te/95Ti ist ein iPod-Anschluss sowie ein Display integriert. Der iPod wird über diese Schnittstelle auch mit Strom versorgt.Über das Display lassen sich Inhalte des iPods auswählen, Musik hören und auch Filme ansehen. Die ersten Geräte sollen Herbst/Winter 2007 in den Fitness-Studios in Deutschland verfügbar sein. mik


