In-Ear-Kopfhörer: Überblick über die kleinen Soundwunder

Sebastian Trepesch
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In Ear-Kopfhörer sind nicht jedermanns Sache, für manche Einsätze sind die Ohrstöpsel aber die beste Wahl. Wir geben einen Überblick zum Thema.

Überblick über die Kopfhörer-Typen im Video:

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Kopfhörer-Guide im Video

Die Auswahl ist riesig: In-Ear-Ohrhörer gibt es schon für , die Palette geht – ja sogar 500 oder 1000 Euro kann man für Premium-Modelle ausgeben. 

Der große Vorteil von den Kopfhörern, die bis in den Gehörgang reichen: sie sind klein, sehr klein, und passen damit in jede Jackentasche. Trotzdem können gute In-Ear-Kopfhörer tiefe Frequenzen ausstrahlen und ordentlich laut spielen. Ganz nebenbei schirmen viele Modelle Außengeräusche ab.

Doch nicht jedermann mag das Gefühl, wenn die Ohrstöpsel direkt im Ohr sitzen. Beim Laufen kann es sogar zu unangenehmen Störgeräuschen kommen. Ein guter Sitz ist das A und O. 

Passt wie angegossen: Ohreinsätze vom Hörgeräteakustiker

Vielen Produkten liegen unterschiedliche Ohrpolster in verschiedenen Größen bei. Gebräuchlich sind Silikon-Hauben und Schaumstoff, der sich zurechtdrücken lässt. Der Aufsatz muss passen, für einen guten Sitz und Klang (vor allem im Bassbereich). 

Wer hiermit nicht zurechtkommt, kann sich für manche Kopfhörer vom Hörgeräteakustiker auf die eigenen Ohren angepasste Aufsätze anfertigen lassen. Hierfür werden die Ohren mit einer Masse ausgegossen. Sie muss ein paar Minuten erhärten, bis sie der Hörgeräteakustiker wieder herausnimmt. Auf Basis des Abdrucks wird der Kopfhöreraufsatz im Labor gefertigt und nach zwei bis vier Wochen zugeschickt.

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Ergebnis: Ein perfekt angepasster In-Ear-Kopfhörer aus angenehmen Material. Umgebungsgeräusche sind gut abgedichtet. 

Meine Erfahrung: Wer einen gut passenden Standardaufsatz gefunden hat (und es gibt ja sehr viele unterschiedliche), braucht keinen teuer angegossenen Aufsatz. Denn ein Mehrwert ist dann nicht vorhanden, oder nur von geringer Natur. Wer dagegen mit den normalen Ohrpolstern nicht klarkommt und einen In-Ear-Kopfhörer nutzen möchte, der möge es ausprobieren. Als Aufpreis zum Kopfhörer müssen rund 100 Euro eingeplant werden. Achtung: nur bestimmte Ohrhörer-Modelle sind kompatibel.

Weitere Sonderformen von In-Ear-Kopfhörern

Neben den abdichtenden In-Ear-Kopfhörern gibt es locker im Ohr sitzende Hörer. Sie waren früher recht verbreitet und liegen auch heute noch öfters Smartphones etc bei. Klanglich haben sie aber wenig zu bieten. Da sie das Ohr nicht abschließen, sind aber die Störgeräusche beim Gehen gering. 

Vor ein paar Jahren hat Apple die EarPods entwickelt. Sie schließen das Ohr nicht ab, reichen aber doch bis zum Gehörgang und bieten ein gutes Bassfundament (EarPods von Appel im Test). Mittlerweile gibt es von Huawei ein ähnliches Produkt.

A propos Smartphone: Viele Audiohersteller bieten ihre Hörer in Ausführungen mit Headset an. Eine sinnvolle Wahl schon allein wegen der integrierten Fernbedienung. Auf die Kompatibilität des Headsets mit dem eigenen Smartphone achten! 

Gerade im Kommen sind Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer, bei unter den Top-Produkten. Klanglich spielen viele Modelle aber noch nicht im oberen Qualitätsbereich (Produkttipp BE6 siehe unten).

In-Ear-Kopfhörer im Test: Empfehlungen

Viele In-Ear-Kopfhörer ab 30 Euro sind überraschend gut, haben oft aber doch eine eigene Klangcharakteristik. Wer einen qualitativ hochwertiges, neutral klingendes Modell möchte, sollte 80 Euro und mehr einplanen. Ohrhörer in weitaus höheren Preisregionen verwenden andere Technologien, um detailreicher zu klingen.

Achtung: Es gibt es Produkte, die für einzelne Hörgewohnheiten konzipiert sind – mit zum Beispiel einer übertriebenen Bass- oder Höhenanhebung. Beispiel: Atomic Floyd SuperDarts im Test auf GIGA.

Bowers & Wilkins C5 Serie 2 im Test
Ausgewogener, sehr guter Ton mit deutlichem Bass. Interessantes Befestigungssystem mit einer Kabelschlaufe. Headset-Funktion für iOS. Test des B&W C5 (Vorgängermodell) auf GIGA. 

Sennheiser Momentum In-Ear (M2)
Von der Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt (Note 1,8, Heft 1/2016) da „sehr ausgewogen und lebendig“, mit einem „kräftigen Bass“. 15 bis 22.000 Hz, 18 Ohm. Ausführung für Apple und Samsung:

Design Adagio II im Test
„Druckvoll-kernig und bassstark“ zeigte sich der Adagio II im Test der Zeitschrift Audio, und belegte Platz 1 der Kopfhörer unter 60 Euro. 

RHA T20i im Test
Beeindruckender, etwas aggressiver Klang, der mit unterschiedlichen Treibern (im Lieferumfang enthalten) angepasst werden kann. Viele Ohrpolster liegen ebenfalls bei. Test folgt auf GIGA.

Nuforce BE6 im Test
Ein spritzwassergeschützter, kabelloser In-Ear-Hörer mit Bluetooth. Fürs Geld (129 Euro) sei der Klang „fabelhaft“, meint die Zeitschrift Audio im Heft 1/2016.

Allgemeine Infos zu Kopfhörer

Beim Kauf von Kopfhörern gilt es zu beachten: soll er mit dem Smartphone ohne Verstärker verwendet werden, muss er niederohmig sein, also 32 Ohm oder weniger. Das sind aber eigentlich alle In-Ear-Hörer. Andere Kopfhörertypen im Test:

Weitere Themen: RHA T10i, polk nue voe, B&W C5, SteelSeries Flux In-Ear, Apple Kopfhörer, Apple In-Ear Headphones