Beyerdynamic Custom One Pro im Test: Ein Kopfhörer Made in Germany

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GIGA-Wertung:
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Es ist schon bemerkenswert, wenn Unterhaltungselektronik heutzutage aus hiesigen Gefilden stammt. Beyerdynamic fertigt seine Kopfhörer im schönen Heilbronn, unter anderem den neuen Custom One Pro. Der Name lässt es bereits ahnen — hier kann man selbst Hand anlegen. Aber viel wichtiger ist: Wie klingt er?

Beyerdynamic Custom One Pro im Test: Ein Kopfhörer Made in Germany

Zunächst ein paar Worte zu Optik, Haptik und Verarbeitung. Hier ist Beyerdynamic zwar nicht über jeden Zweifel erhaben — genießt aber doch einen gewissen Vertrauensvorschuss. Der Hersteller weiß, wie man solide Kopfhörer baut und der Custom One Pro ist keine Ausnahme.

Robust und weich zugleich

Bügel aus Federstahl, Schalen aus Kunststoff, der sich hochwertig anfühlt und kein einziger Grat. Das macht einen guten Eindruck. Und nicht nur das: Der geschlossene Überohr-Hörer ist auch tatsächlich widerstandsfähig. Dabei wird er trotz robuster Bauweise auch nach mehreren Stunden des Tragens nicht zu schwer. Kopfband- und Ohrpolster können bei Bedarf ausgetauscht werden.

Dezentes Design mit persönlichen Akzenten

Das Design ist schlicht und zurückhaltend. In dezentem Schwarz gehalten, fällt nur ein kleiner roter Akzent an beiden Seiten der Hörmuscheln auf. Das reicht euch nicht und ihr mögt es etwas bunter? Dafür gibt es einige Austausch-Cover für den individuellen (und bisweilen geradezu grotesk hässlichen) Touch. Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen und hat keinerlei Einfluss auf die Hauptaufgabe des Kopfhörers: Gut klingen.

 

Klanglich hervorragend

Also? Wie sieht's aus, hat der Custom One Pro was drauf? Er hat. Und zwar in mehrerlei Hinsicht. Er lässt sich nämlich — der Name ist Programm — nicht nur äußerlich personalisieren. Mithilfe zweier Schieberegler an den beiden Hörmuscheln lässt sich die Luftzufuhr und damit das „Klangprofil“ steuern. Das heißt nichts anderes, als dass die Stärke des Basses von „analytisch klar“ bis „Umpf-Umpf-Umpf“ geregelt werden kann.

So ist es nicht nur möglich, verschiedenen Bass-Geschmäckern gerecht zu werden. Auch unterschiedliche Musikrichtungen kommen mit jeweils angepassten Einstellungen erst richtig gut zur Geltung. Während es früher eine Sache des richtigen Hörers für Hip-Hop, Klassik oder Rock war oder schlicht der Equalizer herhalten musste, kann der Custom One Pro ganz allein mehrere Stile quasi artgerecht wiedergeben. Höhen werden dabei nicht künstlich überzeichnet.

Ich habe den Hörer an verschiedenen Quellen getestet und egal ob iPhone, MacBook oder Hifi-Anlage — mit der richtigen Schieberegler-Stellung wurden Titel verschiedenster Genres auch ohne Kopfhörerverstärker immer mit genau der richtigen Menge Bass und ansonsten klaren Höhen und Mitten wiedergegeben. Wer's neutral mag, macht die Luken zu. Wer dringend Bums im Ohr brauch, zieht den Regler bis zum Anschlag nach unten und dreht auf.

Den hört dann übrigens auch niemand sonst, denn durch die geschlossene Bauweise und die gut isolierende Polsterung dringt kaum ein Ton an die Außenwelt. Wem der Custom One Pro nicht zu dick aufträgt, der kann ihn also beruhigt auch im Öffentlichen Nahverkehr einsetzen. Akustischer Kollateralschaden gleich Null. Dennoch ist der Anpressdruck nicht zu hoch, so dass Ohrenschmerzen auch nach längerem Tragen nicht zu befürchten sind.

Im Lieferumfang befindet sich neben einem Inbus-Schlüssel für den Austausch der Covers auch ein 1,5 m langes Klinkenkabel mit vergoldeten Kontakten sowie ein Adapter für 6,35 mm Stereoklinke mit Schraubgewinde (ebenfalls vergoldet).

Das Ganze bekommt man in einer hübschen Pappschachtel für . Sicherlich kein Pappenstiel, aber der Custom One Pro ist sein Geld wert! Kaufempfehlung für alle, die einen hochwertigen Kopfhörer suchen und sich damit nicht auf eine Musikrichtung beschränken wollen.

Fazit

Ich mag ihn eigentlich gar nicht mehr zurück schicken. Hat man sich einmal an den Tragekomfort und den angenehmen Klang des Custom One Pro gewöhnt, ist es schwer, ihn wieder aufzugeben. Mit seiner variablen Bassstärke und der hohen Verarbeitungsqualität, die man von Beyerdynamic gewöhnt ist, gehört der Kopfhörer zu dem besten, was man für den Preis derzeit auf dem Markt bekommt. Besonders erfreulich ist auch das austauschbare Kabel (kann für ca. 15 Euro nachbestellt werden).

Persönliches Fazit von Jens: „Ich mag jetzt meine Kopfhörer nicht mehr.“

Zu guter letzt noch der Waschzettel:

  • Kennschalldruckpegel: 96 dB
  • Max. Schalldruckpegel: 116 dB
  • Nennbelastbarkeit: 100 mW
  • Klirrfaktor: < 0,2 Prozent
  • Gewicht: 290 g
  • Nennimpedanz: 16 Ohm
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