Sony MDR-1000X im Test: Over-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling auf sehr hohem Niveau

Sebastian Trepesch
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Als das „neue Premium-Modell unter den kabellosen Kopfhörern“ preist Sony den MDR-1000X an. Es handelt sich um ein Over-Ear-Modell mit aktiver Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Was kann er? Wir sind gespannt.

Sony MDR-1000X im Test: Over-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling auf sehr hohem Niveau

Das Noise Cancelling, also die Geräuschunterdrückung, soll so wirkungsvoll wie nie zuvor sein, sagt Sony. Wo testet man einen solchen Kopfhörer am besten? Natürlich im Fernbus, Zug oder Flugzeug. Ich hatte das Testmodell auf dem Flug nach San Francisco, zum Apple Event im Oktober, dabei. Außerdem durfte es sich gegen ein Konkurrenzprodukt, dem Plantronics BackBeat Pro 2, behaupten.

Sony MDR-1000X im Test: Daten zum Noise-Cancelling-Kopfhörer

Kommen wir zunächst auf die Ausstattung zu sprechen: Die Ohrmuscheln des Over-Rar-Hörers können gedreht werden, sodass er möglichst platzsparend in die mitgelieferte Box passt – im Handgepäck braucht die trotzdem einiges an Platz. Außerdem ist ein Kopfhörerkabel (1,5 Meter) und ein Flugzeugadapter im Lieferumfang. Somit ist er für das Bordsystem eines Fliegers verwendbar – mit Bluetooth kommt man hier ja bekanntlich nicht weit. Sollte der Akku mal leer sein, dient das Kabel ebenfalls als Rettung: Der Hörer ist auch ausgeschaltet, ohne Bluetooth und Geräuschreduzierung, nutzbar.

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Angaben laut Hersteller:

  • Farben: Schwarz oder Champagner
  • Gewicht: 270 Gramm
  • Verbindung per NFC möglich
  • Akkulaufzeit: bis 20 Stunden
  • Preis: 399 Euro

Die Akkulaufzeit ist tatsächlich so lange, dass ich nie in Energienöte kam. Praktisch ist die Aufladung per microUSB. In Sachen Bedienung kann der Sony MDR-1000X aber nicht mit dem Plantronics BackBeat Pro 2 mithalten. Zwar liegt die Musiksteuerung auf der großen Fläche der Hörer. Die Tasten für Power, Noise Cancelling und Ambient Sound sind aber etwas klein und verwechselbar geraten.

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Geräuschreduzierung des MDR-1000X im Test

Gegenüber dem Vorgängermodell, dem MDR-1RNC, hat Sony die „Digitale Noise Cancelling Software“ optimiert, um die Geräuschunterdrückung zu verstärken. Wie der Test zeigt, kann auch der MDR-1000X nicht zaubern, die Triebwerke sind weiterhin zu hören. Das Geräuschlevel senkt der MDR-1000X aber tatsächlich erheblich. Im Flugzeug bleibt ein Rauschen auf höheren Frequenzen.

Angenehm: Das aktive Noise Cancelling kann beim Musikhören mit Kabel und über Bluetooth genutzt werden. Der Button „Ambient Sound“ stellt in zwei unterschiedlichen Modi die Geräusche durch, einschaltbar zum Beispiel bei einer Durchsage. Selbiges passiert, legt man die Hand auf den rechten Hörer.

Klang des Sony MDR-1000X im Test

Als „High Resolution“-Kopfhörer preist Sony das Modell an. Der kabellose Übertragungsweg Bluetooth soll nicht für Einschränkungen sorgen – theoretisch sind mit dem MDR-1000X eine Bitrate von bis zu 990 Kbit/s möglich. Scheitern wird das schon eher am Musikplayer, der muss hierfür nämlich LDAC unterstützen. Doch auch für „gewöhnliche“ Android-Smartphones, iPhones und sonstige Bluetooth-Geräte ist eine bestmögliche Qualität gegeben: Der Hörer unterstützt die Profile und Codecs A2DP, AVRCP, HFP, HSP, SBC, AAC, aptX und eben LDAC. Das ist selbst in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Ach, und: Das Kabel gibt es ja auch noch.

Daten laut Hersteller:

  • High Resolution 40mm HD Treibereinheit
  • Frequenzbereich 4 Hz bis 40 kHz
  • Maximale Empfindlichkeit 103dB/mW (über Kabel, angeschaltet)
  • Impedanz 46 Ohm angeschaltet, 14 Ohm ausgeschaltet (bei 1 kHz)

Beste Voraussetzungen also für einen überzeugenden Sound.

Und im Sound zeigt sich der Sony MDR-1000X als wahres Multitalent. Er ist recht neutral abgestimmt, ohne zu kühl oder zu langweilig zu sein. Tatsächlich spielt er alle möglichen Standardmusikstile, von Klassik bis Elektro, tadellos: G-Swing pulsiert, das Synthie-Brett von Yello ist breit, Norah Jones klingt warm und die Domspatzen füllen ihren Raum – ein jeder eben klingt so, wie er muss. Eine leichte Betonung liegt auf dem Bass, aber weit weniger als bei dem Plantronics BackBeat 2. Im direkten Vergleich Konkurrenzmodell klingt der Sony-Kopfhörer ausgewogener und etwas differenzierter.

Die aktive Geräuschunterdrückung gibt ein leises Rauschen von sich, das beim Musikhören nicht stört – schon gar nicht unterwegs. Die Sprachansage des MDR-1000X ist ebenfalls gut. Von der Ansagerin würde ich mir sogar ein ganzes Hörbuch vorlesen lassen.

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Sony MDR-1000X im Test: Fazit

Der Sony MDR-1000X ist ein klanglich vorzüglicher Over-Ear-Kopfhörer mit sehr überzeugender Unterdrückung der Umgebungsgeräusche – Kauftipp! Kleiner Schönheitsfehler: Ein paar Bedientasten sind während des Tragens schlecht nutzbar und der Preisklasse nicht angemessen.

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Wertung:

  • Klang: 95 Prozent
  • Tragekomfort: 85 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 90 Prozent
  • Akku: 95 Prozent

Gesamt: 92 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

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Kopfhörer-Guide im Video

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(03. Dezember 2016)

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