Libratone Zipp: Test eines mobilen Lautsprecher-Möbels

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Eine Mischung zwischen Lautsprecher und Anziehpuppe? Wenn ja, macht diese Puppe ganz schön krach. Der Libratone Zipp ist ein kabelloser Lautsprecher für iOS-Geräte. Ob der kleine Schönling auch wirklich etwas kann, fand ich in diesem Test heraus.

Libratone Zipp: Test eines mobilen Lautsprecher-Möbels

Libratone Zipp: Design und Handhabung

Wenn man von seinem mobilen Lautsprecher erwartet, dass er auch als Möbelstück herhalten kann, sollte man einen genaueren Blick auf den Libratone Zipp werfen. Das skandinavische Design ist fast schon minimalistisch, erlaubt aber dem Auge, an gewissen Details hängen zu bleiben. Das macht Spaß, schon bevor man das Teil überhaupt eingeschaltet hat. Auch die robuste Lederschlaufe trägt dazu bei, dass man Auge und Hand gern über den Zipp fahren lässt.

Aber Fotos sagen ja bekanntlich mehr...

Bildergalerie libratone-zipp

Wie auch die übrigen Bestandteile sind die farbigen Filz-Cover gut verarbeitet und lassen sich nicht nur befühlen, sondern sogar ganz leicht austauschen. So findet man für unterschiedliche Umgebungen meist einen passenden Farbton. Wer auf modische Kleidung keinen Wert legt, den interessiert vielleicht mehr, was der Zipp alles kann.

Zunächst: Kompliziert ist die Bedienung nicht. Dafür fehlen aber auch ein paar Funktionen, wie eine einfache Wiedergabesteuerung. Play oder Pause: Fehlanzeige. Nur einen Lautstärkeregler gibt es, der das angeschlossene Wiedergabegerät direkt steuert.

Ein Druck auf den “Vogel” schaltet den Lautsprecher stumm — ohne dabei aber die Wiedergabe zu unterbrechen. Das geht dann nur auf dem Gerät, das die Musik spendet. Nicht optimal, irgendwie, dass man gerade unterwegs nicht mal schnell am Lautsprecher ein Lied weiter schalten oder pausieren kann.

Libratone Zipp: Wie die Musik auf den Lautsprecher kommt

Wie also den Ton auf den Zipp bringen? Dafür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Darunter natürlich der übliche Klinkenstecker und auch das USB-Ladekabel kann zur Übertragung genutzt werden. Hier funktioniert der Libratone Zipp wie ein herkömmliches Audio-Dock. Interessant wird es bei den kabellosen Varianten:

AirPlay, das mit allen iOS-Geräten funktioniert, die es unterstützen. Derzeit umfasst diese Liste folgende iOS-Hardware:

  • iPad 1, iPad 2, iPad 3, iPad 4, iPad mini
  • iPhone 5, iPhone 4S, iPhone 4, iPhone 3GS
  • iPod touch (5., 4. und 3. Generation)

Jeweils wird iOS 4.3.3 benötigt und auch hier darf iTunes 10.2.2 auf Mac und PC mitspielen.

Diese Technologie erfordert allerdings immer ein bestehendes Netzwerk. Zu Hause kein Problem, aber für unterwegs müssen die Hersteller auf Alternativen zurückgreifen. Bluetooth bietet sich hier an, da es von einer Vielzahl von Geräten unterstützt wird.

Libratone entschied sich jedoch gegen den universellen Standard und implementierte statt dessen das höchsteigene PlayDirect. Der Zipp baut ein eigenes Wifi-Netzwerk auf, mit dem sich kompatible Abspielgeräte (die gleichen wie oben für AirPlay) verbinden können. PlayDirect soll ab der CES im Januar 2013 auch anderen Lautsprechermodellen zur Verfügung gestellt werden.

Auf die berechtigte Frage nach dem „Warum?“ erklärt man mir, dass einerseits die Audioqualität bei der Übertragung via Bluetooth eine Rolle spielte. Außerdem seien die höhere Stabilität und die bequemere Bedienung entscheidend gewesen. Damit öffnet man sich zwar vorrangig für den iOS-Markt, will sich aber Android-Usern nicht völlig verschließen.

Auf den Webseiten von Libratone findet sich ein Tipp, wie man AirPlay mithilfe einer kleinen App aus dem Google Play Store quasi austricksen kann. Außerdem funktioniert der AUX-Anschluss über ein herkömmliches Klinkenkabel natürlich mit jedem beliebigen Wiedergabegerät, egal ob iOS, Android oder andere Systeme.

PlayDirect ist damit eine sehr gute Ergänzung zu AirPlay, weil es überall dort funktioniert, wo kein gemeinsames Wifi-Netz zur Verfügung steht. Libratones Anspruch dabei war vergleichsweise hoch — man wollte „Streamen und kabellose Übertragung von Musik auf auf dem Mond ermöglichen. Oder am Baggersee.“

Egal wo, es ist wirklich nicht kompliziert. Einfach in den Wifi-Einstellungen das entsprechende Libratone-Netzwerk auswählen und schon steht als „Wiedergabeziel“ auch der Zipp zur Verfügung. Wie man das Problem umgeht, dass bei belegter Wifi-Verbindung noch Musik aus dem Internet via 3G-Netz streamt, erklärt der Hersteller ebenfalls auf seiner Webseite.

Bildergalerie libratone-zipp-app

Libratone Zipp: Der Klang

So, damit hätten wir also dafür gesorgt, dass die Musik vom iPhone auf den Zipp kommt. Aber wie klingt es, wenn sie aus diesem herausquillt?

Die Klangqualität des Lautsprechers ist wirklich sehr hoch. Ein ausreichend dimensionierter Subwoofer wird von kleinen Tweetern und Mitten-Treibern ergänzt. Im Inneren werkelt ein digitaler Verstärker, der 60 Watt liefert.

Mit der kostenlosen  können Details, wie Wandabstand am aktuellen Standort und verschiedene Equalizer-Presets eingestellt werden. Wer über mehrere Libratone-Lautsprecher verfügt, kann hier außerdem das Multiroom-Streaming steuern.

Verschiedenste Musikrichtungen — von Rock über Klassik bis hin zu seichten Jazz-Tönen — meistert der Libratone Zipp mit sehr gutem Klang. Und das sogar unabhängig davon, aus welcher Richtung man die Musik wahrnimmt. Die besondere Anordnung der Treiber im Inneren sorgt für Rundum-Klang. Libratone nennt das „FullRoom“, eine patentierte Technologie. die zur CES 2013 im Januar des kommenden Jahres auch für andere Lautsprechermodelle zur Verfügung gestellt wird.

Der integrierte Akku hält laut Herstellerangaben bis zu 8 Stunden kabelgebunden oder 4 Stunden kabellos — das ist nicht überragend, dürfte aber für die meisten Einsatzzwecke genügen. Mit 1,8 Kilogramm Gewicht ist der Zipp noch tragbar, etwa in einem Rucksack — in Hand- oder Hosentaschen passt er aufgrund seiner Dimensionen ohnehin nicht.

Libratone Zipp: Das Fazit

Zusammenfassend muss man sagen, dass ich selten solch einen hervorragenden Klang bei einem tragbaren Lautsprecher erlebt habe. Manch einer mag sich an mein Fazit aus dem Bluetooth-Lautsprechertest vor ein paar Wochen erinnern — dort war es der kleine Soundfreaq SoundKick, der mich begeistert hat.

Der Libratone Zipp kann zusätzlich aber noch mit einem hochwertigeren Design und den cleveren Filzhüllen auftrumpfen. Von letzteren sind drei verschiedene im Lieferumfang enthalten, je nach Kollektion in schwarz, blau und rot oder schwarz, gelb und pink. Sie machen das Teil zu einem echten Augen- und Ohrenschmaus. Das etwas minimalistische Bedienkonzept verzeiht man ihm da schon mal.

Schwerer fällt da schon, sich von den stattlichen 450 Kopeken zu trennen, die derzeit für den Lautsprecher verlangt werden (). Wer das kann und will, erhält im Gegenzug jedoch ein verdammt schickes, gutes Gerät mit hoher Verarbeitungsqualität. Hätte ich Sterne zu vergeben, wäre er mir derer viereinhalb von fünf wert.

Vorteile
+ Gelungenes Design
+ PlayDirect und AirPlay
+ Hervorragender Klang

Nachteile
- Keine Wiedergabesteuerung
- Recht hoher Preis

Update: Der Artikel wurde am 23.11.2012 ergänzt. Auf der CES 2013 wird nicht FullRoom für andere Lautsprechermodelle von Libratone vorgestellt, sondern PlayDirect.

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