Autokinos in Deutschland - Hollywood auf großer Open Air-Leinwand

Leserbeitrag

Motor abschalten und Film ab: Egal ob Familienwagen, Kleintransporter oder Luxusschlitten. Beim Besuch eines Autokinos genießen Film-Fans ganz privat die neuesten Leinwandhits. Im Sommer zieht es besonders viele Cineasten mit ihrem Fahrzeug in diese Art von Freiluftkino. Die Idee kam in den sechziger Jahren aus Amerika nach Deutschland – und noch immer laden bundesweit Autokinos zu Blockbustern auf großer Leinwand. Wir stellen euch hier einige davon vor.

Besonders Oldtimer-Besitzer lassen sich den Reiz dieser speziellen Kinoerfahrung nicht entgehen. “Meistens treffen sich amerikanische Schlitten, die dann gemeinsam ins Autokino reinfahren”, sagte Wolfgang Holl, Leiter der Autokinos von Der Wert J-Werteverwaltungsgesellschaft mbH, die unter anderem Autokinos bei Frankfurt und München betreibt. Voll werde es zwischen Mitte April und Ende Oktober. In dieser Zeit seien die Anlagen gut besucht.

Vorteile des Autokinos

Autokinos locken ihre Besucher nicht nur wegen der Retro-Atmosphäre. Auf der eigenen Sitzbank herrscht zudem kein nerviges Gekicher. Niemand stört durch lautes Schmatzen. Die Besucher sitzen ganz privat hinter ihrer eigenen Windschutzscheibe. Wer kein eigenes Fahrzeug hat, kann sich für einen besonderen Abend einen passenden Mietwagen ausleihen. Zudem kann man selbst Essen und Trinken mitbringen. Viele Kinos bieten jedoch auch Snack-Bars mit einer Auswahl an Popcorn, Chips oder Getränken an.

Ton über Radiofrequenz

Das eigene Autoradio wird hier zum Kinolautsprecher. Bevor die Vorstellung startet, informieren die Betreiber über die richtige Frequenz. Alle, die kein eigenes Autoradio besitzen, können bei den meisten Autokinos ein tragbares Gerät ausleihen.

Erstes deutsches Autokino eröffnete 1960

1960 ging der Traum jedes Film- und Autoliebhabers in Erfüllung: “Am 31. März eröffnete das erste deutsche Autokino in Gravenbruch bei Frankfurt”, sagte Holl. Damals eine Sensation – mehr als 1000 Besucher sollen einem Bericht zufolge an diesem Abend durch ihre Frontscheibe auf die Leinwand geblickt haben. Die Besucher gönnten sich die Vorstellung des Oscar-prämierten Liebesfilms “Der König und ich”. In dem Streifen aus dem Jahr 1956 spielen Yul Brynner und Deborah Kerr die Hauptrollen.

Ende der siebziger Jahre ist die Situation für die deutschen Autokinos bereits schlechter geworden. “Es hat sich schnell reduziert”, sagte Holl. Die Nachfrage nach dieser besonderen Kino-Erfahrung ging zurück. Deshalb mussten viele Kinos schließen.

Anfänge in Amerika

Die Idee der sogenannten Drive In Theatre stammt aus Amerika. In New Jersey soll Richard Hollingshead 1933 einem Medienbericht zufolge das erste Autokino eröffnet haben. Besonders die verbesserte Technik führte in den fünfziger und sechziger Jahren zu einem regelrechten Boom dieses neuen Abendprogramms. Als Lautsprecher in den Autos die Boxen an der Leinwand ersetzten, öffneten in den USA immer mehr solcher Drive Ins. 1948 soll die Zahl auf ungefähr 820 gestiegen sein. Zehn Jahre später luden sogar mehrere tausend Autokinos zum kuscheligen Filmschauen auf der Sitzbank. Doch wie in Deutschland kam es auch in Nordamerika nach 1970 zu einem Rückgang. Das geringere Interesse ging unter anderem auf die Ausbreitung von Kabel-TV und herkömmlichen Kinos zurück.

Autokinos in Deutschland

Beim Besuch eines Autokinos kommt Retro-Stimmung auf. Schwarz-Weiß-Filme und Tonrauschen sind jedoch von gestern. Die Kinos bieten hauptsächlich aktuelle Streifen an. Die Filme werden mit modernster Technik über riesige Großleinwände ausgestrahlt. Besonders voll wird es laut Holl bei Filmen zum Thema Autofahren: “Bei Fast & Furious ist es immer ausverkauft.” Wegen des starken Wettbewerbs, ausgelöst durch traditionelle Filmhäuser oder Heimkinos, schwankt die Zahl der Autokinos in Deutschland. Im folgenden werden drei aufgelistet:

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