Conan 3D Filmkritik - So schlecht, dass es fast wieder lustig ist

David Hain
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Das sah schon nicht gut aus: Kurz vor US-Start des "Conan"-Remakes hagelte es Pressekritiken, denen das Attribut "vernichtend" noch schmeichelhaft zu Gesicht stünde. "Barbarisch schlecht" tönte es von allen Seiten, die Retourkutsche kam auf dem Fuße: "Conan 3D" ist in den USA epochal gefloppt, spielte bisher nicht einmal die Produktionskosten ein. Und bei uns? Nun, sagen wir es am besten mit einem Zitat eines Kollegen, der nach Pressevorführung wütend aus dem Kino stampfte: Wenn ich den Film tatsächlich heimlich mitgeschnitten hätte, würde ich ihn in DIESEM Moment löschen.

Conan 3D Filmkritik - So schlecht, dass es fast wieder lustig ist

“Conan 3D” ist – um das gleich vom Tisch zu haben – natürlich eines dieser Dinger, die sich zwar Reboots schimpfen, aber weder irgendetwas neu machen, noch einen echten Grund liefern, warum man das Original nun eigentlich updaten musste. Tatsächlich hätte es sich in diesem Fall sogar gelohnt, Arnies Ur-Conan von 1982 ist nämlich ziemlich trashiger Quark, der so eigentlich ausschließlich in den Achtzigern funktionieren kann.


Was man daraus hätte machen können, hätte machen müssen? Am besten das, was die Literaturvorlage verspricht: Ein düsteres Fantasyspektakel mit tollen Effekten, viel Blut, Weib, Wein und dicken Muckis. “Der Herr der Ringe” in erwachsen – das hätte es werden können. Geworden ist daraus ein Film, der mit Bildern von grünen Wiesen und Tralala-Musik anfängt und eine Geschichte auftischt, die wahrscheinlich irgendjemand bei der WDR-Märchenstunde abgeschrieben hat.

Stephen Lang ist Khalar Zym. Der ist böse und haut Conans Vater um. Das findet der wiederum doof, weshalb er zwei quälend lange Stunden Film hindurch wie ein angestochener Stier durch die Bilder grunzt und nebenbei alles zu Klump haut, das keine Brüste hat oder schnell genug wegrennen kann. Noch eindimensionaler hätte man Conan eigentlich gar nicht anlegen können – jaja, du willst Rache, wir haben’s verstanden.

Jason Momoa konzentriert sich in der Regel darauf, mit einem Blick in die Kamera zu glotzen, als hätte ihm jemand zu wenig Erdbeeren aufs Eis gelegt und versucht sich zwischendrin nicht zu verhaspeln. Besser als Arnie spielt er auch nicht, was dem Hünen vor allem fehlt, sind die mimischen Möglichkeiten, um “Conan” Tiefe zu verleihen. Die hatte Arnold Schwarzenegger auch nicht, was der jedoch durch Charisma und pure Physis wieder wett machte. Aus dem schlauen Krieger der Vorlage wird hier ein plumper Wüterich mit schlechter Laune und der Attitüde eines D-Zugs.

Überhaupt – diese Story. Conan reitet nach Osten, haut wen um, reitet weiter, haut wen um, reitet wieder zurück, wo er dann nochmal wen umhaut. Plötzlich ist da ein Dieb, der wieder weg ist, später aber wieder kommt, zur Handlung aber nichts beiträgt. Völlig zusammenhanglos springt die Geschichte durch die wirre Handlung, die eigentlich nicht mal all zu komplex ist, sich aber so krude aufbaut, dass man trotzdem nicht recht folgen mag. Gesprochen wird übrigens auch, gesagt wiederum nicht viel.

“Conan” nimmt sich nie die Ruhe, um einen Fakt länger auszuführen. Stattdessen presst Regisseur Marcus Nispel eine Actionsequenz nach der anderen in den Film, womöglich aus Angst, dass Publikum könne sich langweilen. Bis auf den Angriff einer Riesenkrake am Ende sind die jedoch allesamt komplett spannungsbefreit und derart hektisch geschnitten, dass man sowieso nur mit viel Glück erkennt, wo jetzt überhaupt oben und unten ist. Ist aber auch egal – Barbar oder nicht Barbar, Conan haut sie eh alle platt.

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