Der Mac als Spieleplattform: Es gibt Grund zur Hoffnung

Florian Matthey
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Wird aus dem Mac nochmal eine Spieleplattform werden? Spieleentwickler und -portierer zeigen sich zumindest vorsichtig optimistisch: Gerade in den letzten Monaten habe Apple wichtige Weichen umgestellt.

Der Mac als Spieleplattform: Es gibt Grund zur Hoffnung

Website erklärte Mac als Spiele-Plattform einst für „tot“

Ars Technica hat sich zehn Jahre nach einem Artikel, demzufolge der Mac als Spieleplattform tot sei, die Frage gestellt, ob es an der Zeit ist, dieses Urteil zu revidieren. Letztendlich lässt sich wohl zumindest sagen, dass die „Spieleplattform Mac“ aktuell deutlich lebendiger wird.

Die Website hat sich mit Spieleentwicklern über den Status des Mac unterhalten; insbesondere mit Vertretern von Aspyr und Feral. Die beiden Unternehmen sind für einen Großteil der Spieleportierungen auf den Mac verantwortlich. Sie blicken auf zahlreiche Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte zurück, die ihre Arbeit in vielerlei Hinsicht erleichtert haben – ein großer Schritt war im Jahr 2006 sicherlich der Wechsel von PowerPC- zu Intel-Chips.

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27 Zoll iMac (2017) mit 5K-Display im Test

GPU-Programmierschnittstelle lange Zeit die größte Schwachstelle

Seit Macs allerdings dieselbe Chip-Architektur wie PCs verwenden und sich ohne Weiteres Windows installieren lässt, lässt sich aber beobachten, dass die Software Mac-Spiele deutlich ausbremst: Unter Windows laufen Original-Windows-Spiele auf demselben Rechner deutlich besser als für macOS portierte Spiele. Der wichtige Flaschenhals ist die Programmierschnittstelle für den Einsatz des Grafikchips.

Während Windows auf Microsofts leistungsfähiges Direct3D setzt, kam auf dem Mac lange Zeit lediglich das plattformübergreifend erhältliche OpenGL zum Einsatz. Die dadurch entstehenden Leistungsunterschiede waren massiv. Im Jahr 2015 brachte Apple aber die zunächst mit iOS eingeführte eigene Programmierschnittstelle Metal ins macOS. Dieses ist meistens deutlich leistungsfähiger als OpenGL: Ars Technica verweist auf einen eigenen mit einem MacBook Pro durchgeführten Test mit World of Warcraft, das mit OpenGL mit 32 Bildern pro Sekunde läuft und mit Metal mit 45. Auf dem selben Rechner lassen sich unter Windows mit Direct3D aber 69 Bilder pro Sekunde erreichen.

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iPhone X: Röntgenblick für den Startbildschirm zum Download

Metal 2 gibt Grund für Hoffnung

Allerdings müssten sich viele Entwickler noch an Metal gewöhnen; es sei denkbar, dass Blizzard sich mit der Anpassung von „WoW“ an Metal bisher auch noch nicht so viel Mühe gegeben habe. Auch Aspyr und Feral berichten, dass sie gelegentlich noch auf OpenGL setzen, um Spiele schneller herausbringen zu können – bei der Anpassung an Metal gebe es noch einige „Kinderkrankheiten“. Dennoch wird klar, dass Metal einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung darstellt, der den Mac als Spieleplattform voranbringen wird – erst recht jetzt, wo Apple gerade zur WWDC 2017 den Nachfolger Metal 2 vorgestellt hat.

Thunderbolt-3-Grafikkarten machen Macs zu Spiele-Maschinen

Abgesehen von dem – sich dank Metal immerhin weitenden – Flaschenhals der Programmierschnittstelle besteht bei Macs auch einfach das Problem, dass ihre Grafikleistung meist zu wünschen übrig lässt. Apple gehe hier bei seinen Notebooks Kompromisse ein, die vor allem der Akkulaufzeit zugute kommen; Macs seien von Apple einfach nicht primär als Spielemaschinen gedacht.

Was Entwicklern den größten Grund für Optimismus gibt, ist daher die von Apple ebenfalls zur WWDC präsentierte Lösung für das GPU-Problem: Dank Thunderbolt 3 und entsprechender Unterstützung durch Apple wird es Spielern in Zukunft möglich sein, ihre MacBooks mit einer externen Grafikkarte auszustatten. Wenn Apple dann noch Metal weiter optimiert und Entwickler besser mit der Programmierschnittstelle zurecht kommen, dürfte der Abstand zu PCs sich zumindest weiter verringern.

Quelle: Ars Technica

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